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Kiel Knöllchenärger im Kieler Norden
Kiel Knöllchenärger im Kieler Norden
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07:00 24.08.2019
Von Petra Krause
Die Baustelle am Christianspries sorgt für Parkdruck im Dieselweg und der Kolonienstraße. Quelle: Petra Krause
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Kiel

Zeitweise kommen die Bewohner im Christianspries nicht auf ihre Grundstücke, damit erhöht sich der Parkdruck in den angrenzenden Straßen wie Koloniestraße und Dieselweg. Betroffen ist auch Martin Fischer, Vater einer fünf Monate alten Tochter und eines zwei Jahre alten Sohnes. Aufgrund der Fahrbahnerneuerung sei die Zufahrt zu den Grundstücken der Anwohner teilweise für mehrere Tage nicht zugänglich. Dann weicht er auf den Dieselweg oder die Koloniestraße aus, die er derzeit über die Oldestraße erreicht. Während der Bauarbeiten wurde der Bahnübergang geöffnet, weil die Bewohner am Christianspries sonst komplett abgeschnitten wären.

Parkplatzsituation ist eh angespannt

„Die ohnehin angespannte Parkplatzsituation im Stadtteil hat sich zu einer absoluten Notlage verschärft“, sagt der Familienvater. „Es ist hoffnungslos, hier abends einen Parkplatz zu finden.“ Da alle regulären Plätze belegt waren, stellte er sein Auto ordnungswidrig ab. „Das war mir auch bewusst und man könnte jetzt denken selbst schuld“, sagt er. Das Ergebnis am nächsten Tag: ein Knöllchen. Auch am darauffolgenden Tag hingen wieder Knöllchen an den Autos

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Ausnahmezustand sollte berücksichtigt werden

Natürlich kenne er die Straßenverkehrsordnung. Dennoch findet er das Vorgehen der Stadt fragwürdig. Sonst werde hier so gut wie nie kontrolliert, so Fischer. Doch kaum hatten die Bauarbeiten begonnen, hagelte es Strafzettel. Da die Stadt um die Parkplatznot in der Bauphase weiß, letztlich sogar der Urheber dafür ist, „könnte man schon fast meinen, dass sie die Situation ausnutzen möchte, um möglichst viele Bußgelder zu verteilen“, ist Fischers Eindruck. Zudem findet er, dass in solchen Situationen die Stadt den „Ausnahmezustand“ berücksichtigen und nachsichtiger sein könne. Auch in den sozialen Medien wird die Situation als chaotisch beschrieben: „Offenbar hat sich kein Mensch in der Baubehörde Gedanken darüber gemacht, dass auf diesem sehr langen Sperrabschnitt Menschen wohnen, die ein Fahrzeug besitzen und benötigen, um zum Beispiel zur Arbeit zu fahren. Und dass diese Autos sich nicht einfach auf zauberhafte Art und Weise in Luft auflösen. Von der Bauplanung wurde jedoch keinerlei alternative Parkmöglichkeit zur Verfügung gestellt“, heißt es dort.

Stadt sieht das anders

Das sieht das städtische Ordnungsamt jedoch ganz anders. „Die vorhandenen Park- oder Halteverbot gelten selbstverständlich auch bei größerer Parknot“, heißt es aus dem Presseamt. Gleichzeitig teilte es mit, dass gerade aus den Bereichen Koloniestraße und Dieselweg zurzeit sogar viele Kontrollanforderungen von Seiten der Bürger eingingen. So kann Martin Fischer vergeblich auf Kulanz bei der Stadt hoffen. Bis gestern musste er noch durchhalten. Dann sollte die Sperrung wieder aufgehoben sein.

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