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Kiel Rat: Kiel soll auch Modellstadt werden
Kiel Rat: Kiel soll auch Modellstadt werden
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11:00 19.02.2018
Von Jürgen Küppers
Foto: Mehr ÖPNV, weniger Individualverkehr: Das will die Stadt auch durch die Einführung eines stark vergünstigten "Solidaritätstickets" für ältere Menschen mit wenig Geld oder einem neuen Tarifsystem erreichen.
Mehr ÖPNV, weniger Individualverkehr: Das will die Stadt auch durch die Einführung eines stark vergünstigten "Solidaritätstickets" für ältere Menschen mit wenig Geld oder einem neuen Tarifsystem erreichen. Ebenfalls geprüft werden soll, wie E-Mobilität oder andere emissionsfreie Antriebe in Kiel stärker gefördert werden kann.  Quelle: Thomas Eisenkrätzer, Ulf Dahl Montage: Lina Schlapkohl
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„Wir meinen das schon ernst angesichts der akuten Umweltbelastung am Theodor-Heuss-Ring“, betonte CDU-Fraktionschef Stefan Kruber. Schließlich biete sich Kiel mit seiner Lage an der Förde als Modellregion für andere Hafen- und Fördestädte an. Außerdem verbinde kostenfreier ÖPNV ökologische mit sozialen Aspekten.

Dabei war der Modellstadt-Vorschlag nur ein Element unter vielen, mit denen die Stadt künftig ihren inzwischen leicht vom Diesel verrußten Status einer Klimaschutzstadt wieder aufpolieren könnte.

Zu diesen Elementen zählte zum Beispiel die ebenfalls einstimmig beschlossene Prüfung einer Einführung des „Solidaritätstickets“ für ältere Kieler ab 65 Jahren mit geringem Einkommen. Wie berichtet, sollen sie bei Nachweis ihrer Bedürftigkeit eine um 80 Prozent reduzierte Monatskarte zum Sondersparpreis von 9,90 Euro bekommen können.

Die Grünen ergänzten den von SPD und SSW ersonnenen Vorstoß noch mit dem Prüfauftrag an die Verwaltung, gleich das komplette ÖPNV-Tarifsystem in Kiel „einfacher und sozial gerechter“ zu gestalten. So könnte der Fahrschein für Kinder unter sechs Jahren einen Euro kosten oder in Begleitung eines zahlenden Erwachsenen sogar kostenlos sein. Für eine Monatskarte zahlten Schüler oder Azubis 30, Kielpass-Inhaber 15 Euro, eine normale Tageskarte für alle würde dann nur noch fünf Euro kosten.

Kiel soll aber nicht nur beim Kostenlos-ÖPNV, sondern auch beim Ausbau der Elektromobilität „Modellstadt“ werden. So jedenfalls steht es in einem ebenfalls einstimmig verabschiedeten Prüfauftrag von SPD, Grünen und SSW. Kernpunkte darin: Akquise neuer Fördermittel für Elektro-Ladesäulen oder Entwicklung „innovativer Mobilitätskonzepte“ auch für andere emissionsarme Antriebe.

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