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Kiel „Ohne Marine gäbe es keine Kieler Woche“
Kiel „Ohne Marine gäbe es keine Kieler Woche“
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11:13 10.02.2020
Von Frank Behling
Thomas Geburzky (li.), Kapitänleutnant, und Christian Bock, Flottillenadmiral, äußern sich zum Vorstoß der Grünen, die Kieler Woche zu entmilitarisieren. Quelle: Frank Behling
Kiel

Das erste Wochenende der Kieler Woche ist in Kiel auch in diesem Jahr gesetzt. Im Tirpitzhafen wird es das größte internationale Flottentreffen Deutschlands geben. Unklar ist derzeit nur noch die Zahl der Schiffe und der Soldaten. Fast alle großen Nato-Staaten schicken Schiffe. Die Kieler Woche hat ihren festen Platz im Manöverkalender. Der Vorstoß der Grünen und der Linken, das Volksfest zu entmilitarisieren, wird bei der Marine mit gemischten Gefühlen aufgenommen.

„Kiel ist nicht nur Sailing City, Kiel ist auch Marine City. Wir halten es deshalb grundsätzlich für gut, miteinander zu sprechen und nicht andere Meinungen auszuschließen – ganz besonders, weil wir einen ernsten Beruf haben und der Bundestag über unsere Einsätze entscheidet“, sagt Fregattenkapitän Bastian Fischborn, Sprecher der Marine in Kiel und Minenjagdboot-Kommandant. Der Austausch auch mit anderen Meinungen sei ein wesentlicher Teil.

„Das Thema hat auch Aspekte, die ich mit einem Schmunzeln sehe“, so Fischborn mit Blick auf die Argumente zur Entmilitarisierung und mehr Mulitnationalität der Kieler Woche, die von Grünen und Linken genannt werden. „Der multinationale Umgang gehört für uns zur Lebensnormalität seit Jahren dazu, die wir in den jungen Menschen auch gleich verankern, die bei uns zur Marine kommen“, so Fischborn.

Grüne aus Kiel fordern Kieler Woche ohne Manöver

Die Kieler Grünen hatten verlangt, dass Marinemanöver auf der Ostsee vor, während und nach dem Volksfest unterbleiben und dass die Bundeswehr auf ihre jährliche Nachwuchswerbung auf dem „Karriere-Truck“ an der Kiellinie verzichtet. Sie distanzierten sich auch von der Sicherheitskonferenz der Kieler Uni und von Kriegsschiffen auf der Kieler Woche. Die Kieler Linke begrüßte den Vorstoß.

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„Soldaten mögen es, gemeinsam zu reden und auch gemeinsam zu feiern. Das Treffen der Marineeinheiten und der Austausch der Soldaten sind für mich deshalb ein Kernelement der Kieler Woche. Das ist auch in der Tradition begründet. Ohne Marine gäbe es keine Kieler Woche“, sagt Flottillenadmiral Christian Bock, Kommandeur der Einsatzflottille 1 in Kiel.

Die Bedeutung der Festwache ist bei den Marinen inzwischen weltweit bekannt. „Wenn man sieht, dass sogar die Chinesen mit Schiffen zur Kieler Woche kommen, dann macht das die Bedeutung dieses Fests als Treffpunkt für die Soldaten deutlich“, so Bock.

Vor der Kieler Woche: Baltops-Mannöver in der Ostsee

Das Seemanöver Baltops gilt inzwischen als größtes Seemanöver der Nato in der Ostsee. Die Organisation dafür liegt bei der 2. US-Flotte der USA, die jedes Jahr alle Nato-Staaten sowie Schweden und Finnland einlädt. Auch für dieses Jahr will Vizeadmiral Andrew „Woody“ Lewis wieder möglichst viele Soldaten nach dem Manöver in Kiel auf Landgang schicken. „Die Kieler Woche ist für die Begegnung der Soldaten wirklich sehr gut geeignet“, hatte Lewis vergangenes Jahr gesagt.

„Ich habe mit Kiel und der Kieler Woche nur positive Assoziationen. Das Miteinander und die Wettfahrten sind einfach jedes Jahr schön“, sagt Kapitänleutnant Thomas Geburzky. Seit 30 Jahren organisiert er die Wettfahrten der Marinekutter. Die schnellen Zweimaster mit bis zu neun Besatzungsmitgliedern haben ihren Ursprung in den großen Kriegsschiffen des 19. Jahrhunderts. „Die Wettfahrten der Soldaten mit den Marinekuttern waren damals ja der Anstoß für die Segelregatten der Kieler Woche. Zuerst haben die Soldaten gesegelt, dann kamen die Regattasegler“, so Geburzky.

Wettfahrten machten Reiz der Kieler Woche aus

In frühen Jahren waren es genau diese Wettfahrten der Schiffsbesatzungen, die den Reiz der Festwoche ausmachten. In diesem Jahr werden sie zum 131. Mal gestartet, Kieler Wochen gab es erst 125. „Bei den Kutterregatten kommen im Stützpunkt jedes Jahr 1200 bis 1300 Teilnehmer zusammen, das sind fast 20 Prozent der Segler, die zur Kieler Woche kommen“, sagt Geburzky. Bei den Sportevents haben Fußball-, Rugby- oder Volleyball-Turniere aber inzwischen großen Zulauf bei den Besatzungen.

Bei der Organisation der Kieler Woche steht auch die Öffnung des Stützpunktes für die Bevölkerung inklusive der Nachwuchswerbung im Fokus. „Wir sehen da seit Jahren steigende Zahlen beim Open Ship. Das ist quasi eine Abstimmung mit den Füßen, wenn jedes Jahr mehr als zehntausend Besucher hier in den Stützpunkt kommen“, sagt Fischborn.

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