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Kiel Neues Kraftwerk wird noch später fertig
Kiel Neues Kraftwerk wird noch später fertig
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09:51 01.08.2019
Von Ulrich Metschies
Wie die langfristige Kühllösung für das neue Kraftwerk in Kiel aussieht, ist noch offen. Quelle: Thomas Eisenkrätzer
Kiel

Bis eine langfristige Lösung gefunden ist, wollen die Stadtwerke Kiel und der Generalunternehmer Kraftanlagen München (KAM) das Gasmotorenkraftwerk mit einer veränderten Anlagensteuerung vor Überhitzung schützen. Weil für diese Zwischenlösung eine ausreichende Fernwärmelast benötigt wird, kann das Kraftwerk nun erst im November seinen 20-tägigen Testbetrieb beginnen. Bis Ende Dezember soll dann der kommerzielle Betrieb starten.

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Küstenkraftwerk Kiel: Neues Kühlkonzept muss erarbeitet werden

Ursprünglich hatten die Techniker von Stadtwerken und KAM erwogen, den Abstand zwischen Dach und Rückkühler zu vergrößern, um dessen Leistung zu verbessern. Nun ist jedoch klar, dass langfristig ein neues Kühlkonzept erarbeitet werden muss.

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„Die Anlage, die wir jetzt auf dem Dach haben, genügt den Anforderungen nicht und muss abmontiert werden“, sagte Stadtwerke-Technik-Chef Jörg Teupen KN-online. Die Kosten für eine neue Kühllösung beziffert er auf 16 bis 20 Millionen Euro. Zur Frage der finanziellen Verantwortung werde es Gespräche mit dem Generalunternehmen geben. Teupen: „Ich bin sehr zuversichtlich, dass sich für uns am Kostenrahmen des Projektes nichts ändern wird.“

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Seewasserkühlung soll geprüft werden

Auf die Strom- und Wärmeversorgung in Kiel habe die erneute Verzögerung keinerlei Auswirkungen, versichern die Stadtwerke. Ursprünglich sollte das Vorzeigeprojekt im Herbst 2018 ans Netz gehen. Wegen massiver Probleme beim Baustellenmanagement wurde der Start dann auf Frühjahr 2019 verschoben und der Betrieb des alten Gemeinschaftskraftwerkes auf dem Ostufer um ein Jahr verlängert. Seit der Kohlemeiler im April abgeschaltet wurde, ist Kiel ohne eigene Stromerzeugung.

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Die Elektrizitätsversorgung ist über das Verbundnetz und Stromeinkäufe an der Börse gesichert, die Fernwärme kommt aus den dezentralen Heizwerken im Stadtgebiet. Um auf Nummer sicher zu gehen, werden auf dem Kraftwerksgelände vier mobile, mit Gas betriebene Heizcontainer aufgestellt und mit dem Fernwärmenetz verbunden.

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Wie die langfristige Kühllösung für das neue Kraftwerk aussieht, ist noch offen. Geprüft wird vorrangig die Option, den Rückkühler eines anderen Herstellers auf dem Dach der vier Motorenhallen zu montieren. Sobald ein Konzept dazu vorliegt, soll nach Angaben Teupens auch die Möglichkeit einer Seewasserkühlung geprüft werden. Umweltprobleme sieht Teupen dadurch nicht. Im Idealfall werde man die Abwärme des Kraftwerkes so nachhaltig nutzen, dass das zurückgeleitete Wasser kaum wärmer sei als das entnommene.

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