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Kiel Der Kühler muss wieder runter
Kiel Der Kühler muss wieder runter
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05:48 01.08.2019
Von Ulrich Metschies
Die Leistung reicht nicht aus: Die gesamte Kühlanlage auf dem Dach des Küstenkraftwerks in Kiel muss wieder abgebaut werden. Quelle: eis - Thomas Eisenkrätzer
Kiel

Die Leistung der installierten Anlage ist derart unzureichend, dass der Erfolg einer Nachbesserung fraglich ist. „Wir wollen nicht basteln, sondern ganz in Ruhe nach einer optimalen Dauerlösung suchen“, sagt Stadtwerke-Technik-Chef Jörg Teupen. Konsequenz: Der Kühler muss wieder abgebaut werden.

Derzeit wird untersucht, wo der Fehler liegt

Der Aufwand ist erheblich: Um die Kühlung seiner 20 Gasmotoren auch an heißen Tagen zu gewährleisten, ist der Kraftwerksneubau mit einem aufwendigen System ausgestattet – installiert in 21 Metern Höhe auf dem Dach der vier Motorenhallen. Für einen Gasmotor arbeiten vier Rückkühlerblöcke mit jeweils 16 Ventilatoren. Die Dimensionen sind beeindruckend: Ein Block ist ungefähr zwölf Meter lang, 2,30 Meter breit, 1,50 Meter hoch und wiegt rund 2,3 Tonnen. Insgesamt sollen also 80 Rückkühler dafür sorgen, dass das Kraftwerk nicht auf Null gefahren werden muss, um die teuren Jenbacher Gasmotoren vor Überhitzung zu bewahren.

Doch genau das leistet die Anlage nicht. Wo genau der Fehler liegt und wer dafür verantwortlich ist, wird derzeit noch untersucht. Angesichts der technischen Komplexität des Kraftwerks hält Teupen sich mit Schuldzuweisungen zurück: „Hinterher ist man immer schlauer“. Allerdings deute einiges darauf hin, dass es sich der Partner aus München bei der Weitergabe des Auftrages an den Kühler-Hersteller „etwas zu leicht gemacht hat“.

Stadtwerke arbeiten an einer Übergangslösung

Weil es Jahre dauern kann, bis ein neues Kühlkonzept installiert ist, arbeiten die Stadtwerke und ihr Generalunternehmer Kraftanlagen München (KAM) an einer Übergangslösung. Bislang können die 20 Gasmotoren in der sensiblen Hochlaufphase überschüssige Wärme nicht über das Fernwärmenetz loswerden. Das wird geändert: Für den Fall, dass die Temperatur eine kritische Marke überschreitet, wird sich dank der neuen Steuerung ein Ventil öffnen, über das Wärme ins Fernwärmenetz abgeleitet wird.

Die neue Zeitplanung sieht damit so aus: Mitte September ein 48-Stunden-Test, Anfang Oktober Abnahmemessungen durch den Tüv und ab 1. November Start für den 20-Tage-Dauertest. Wenn der erfolgreich verläuft, könnte das Kraftwerk bis Ende Dezember den kommerziellen Betrieb aufnehmen. Wie eine Dauerlösung für das Kühlproblem aussieht, muss sich noch zeigen. Die Kosten dafür veranschlagt Teupen auf 16 bis 20 Millionen Euro. Der Technikchef ist zuversichtlich, dass man gemeinsam mit dem Generalunternehmer eine Einigung findet: „Am Gesamtbudget von 290 Millionen Euro wird sich nichts ändern.“

Größtes Investitionsprojekt der Stadtwerke

Kiels Bürgermeisterin Renate Treutel bezeichnet die erneute Verzögerung als „nicht schön“. Entscheidend sei aber, „dass die Kielerinnen und Kieler gut mit Strom und Wärme versorgt werden und dass das Kraftwerk in Zukunft stets sicher arbeiten wird.“ Das Küstenkraftwerk ist das größte Investitionsprojekt in der Geschichte der Stadtwerke. Durch die hohe Flexibilität und einen im Vergleich zum alten Kohlekraftwerk um 70 Prozent reduzierten CO2-Verbrauch soll es die Energiewende in Kiel ein großes Stück voranbringen.

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