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Kiel Denkmalschützer grätschen dazwischen
Kiel Denkmalschützer grätschen dazwischen
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23:07 15.11.2018
Von Martin Geist
Der Iltisbunker in Kiel-Gaarden soll samt Revolutionsbild unter Denkmalschutz gestellt werden. Quelle: Ulf Dahl
Kiel-Gaarden

Bastian Müller hat beim Landesamt als Dezernent für Inventarisation ein entscheidendes Wort bei der Beurteilung mitzureden, ob ein Objekt schutzwürdig ist oder nicht. Im Fall des Gebäudes an sich ist ein Denkmalwert des Iltisbunkers nach seiner Einschätzung sowohl unter geschichtlichen als auch unter städtebaulichen Gesichtspunkten nicht von der Hand zu weisen. „Länger nachgedacht“ habe man dagegen über das seit 1989 am Bunker prangende Bild „Revolution und Krieg“, erläutert Müller. Zwar kann das Werk aus seiner Sicht nicht mit filigraner Tafelmalerei des 17. Jahrhunderts verglichen werden und kommt „eher plakativ und mit collagenartiger Technik daher“, doch stelle es das einzige derart große Freiluftgemälde in ganz Schleswig-Holstein dar. „Auch sonst in Deutschland gibt es nicht viel Vergleichbares“, betont Müller.

Bunkerbild-Initiative hat die Denkmalschützer eingeschaltet

Warum aber kommen die Denkmalschützer erst jetzt auf die Idee, das 1943 erstellte Bauwerk und das auch schon fast 30 Jahre alte Bild daran unter ihre Obhut zu nehmen? Geschehen sei das „im Rahmen der Entwicklung“, deutet Müller an, dass die jüngsten Diskussionen um den Erhalt des bisherigen Bunkerbildes den Ausschlag gaben. Klarer sagt es Andreas Meyer von der Initiative zum Erhalt des Bunkerbildes. „Wir haben den Denkmalschutz eingeschaltet, weil es auf der Hand liegt, dass ein Schutz wichtig und nötig ist.“ Dass die Experten des Landesamtes diese Meinung teilen, findet Meyer erst einmal „wunderbar“. Entscheidend sei jetzt aber, wie die Stadt Kiel mit der Sache umgeht.

Im Rathaus reagiert man zurückhaltend

Dort reagieren die Verantwortlichen zurückhaltend auf die neue Sachlage. „Noch ist unklar, was die Aktivitäten des Denkmalschutzes für das weitere Verfahren des neuen Wandgemäldes von Prof. Piotr Nathan bedeutet“, schreibt die zuständige Dezernentin Renate Treutel in einer Mail an die Mitglieder des Ortsbeirats Gaarden. Bunkerbildkämpfer Meyer baut derweil schon mal vor. Sollte das alte Bild trotz Denkmalschutzes verhängt werden, wäre das „ein Unding: Wenn man das Bild nicht mehr sehen kann, ist es weg.“

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