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Kiel Gift des Coop-Erpressers war Insektenmittel
Kiel Gift des Coop-Erpressers war Insektenmittel
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20:31 19.09.2016
Von Kristian Blasel
Nahmen bei einer Pressekonferenz Stellung zur Festnahme (v.l.n.r.): Joachim Gutt (stellvertretender Landespolizeidirektor), Michael Bimler (Staatsanwaltschaft Kiel) und Rolfpeter Ott (Kriminalpolizei Kiel). Quelle: Ulf Dahl
Kiel

Der 38 Jahre alte mutmaßliche Täter war am frühen Morgen festgenommen worden. Er soll nach Angaben der Staatsanwaltschaft an diesem Dienstag dem Haftrichter vorgeführt werden. Offen sei noch, ob Haftbefehl beantragt werde oder die Unterbringung in der Psychiatrie. Es liefen Untersuchungen, ob der Mann psychisch krank sei. Die Polizei ist sicher, dass es sich um einen Alleintäter handelt. Er ist deutscher Herkunft.

Gleichzeitig erklärten die Ermittler, dass sie über die Marzipanstücke auf die Spur des mutmaßlichen Täters gestoßen sind. Sie konnten rückverfolgen, in welchem Kieler Supermarkt die Süßigkeit gekauft wurde und den Gesuchten mit Hilfe von Videoaufnahmen identifizieren. Der 38-Jährige wurde seit Freitag observiert. Polizei und Staatsanwaltschaft gehen davon aus, dass es sich um einen Einzeltäter handelt.

SEK stürmte die Wohnung

Aktuell befindet sich der 38-Jährige im Polizeigewahrsam. Am Montagmorgen um vier Uhr hatte ein Sondereinsatzkommando der Polizei eine Erdgeschoss-Wohnung in der Innenstadt von Kiel gestürmt und den Mann festgenommen, wie LKA-Sprecherin Jana Maring vor Ort bestätigte. Der Mann wurde gegen 6.20 Uhr abgeführt und mit einen Streifenwagen zur Polizei gebracht.

Zeitlgeich zum Einsatz an der Fleethörn wurde am Montagmorgen eine Wohnung an der Kiellinie gestürmt – und zwar die der Eltern des mutmaßlichen Epressers. Das LKA bestätigte gegenüber den Kieler Nachrichten, dass die Durchsuchung im Zusammenhang mit dem Erpressungsfall stünde. Eine Festnahme habe es nicht gegeben.

Erpresser drohte mit weiteren Gift-Anschlägen

Der Erpresser hatte am Wochenende erneut mit Gift-Anschlägen gedroht und von Coop drei Millionen Euro in der Internetwährung Bitcoin verlangt.

Bitcoin

Bitcoin ist eine digitale Währung, die im Internet entstand. Sie ist seit 2009 im Umlauf. Bitcoins werden in komplizierten Rechen-Prozessen erzeugt, können aber auch im Internet mit etablierten Währungen wie Dollar oder Euro gekauft werden. Sie kommen vor allem bei Zahlungen im Internet zum Einsatz. Bitcoins sollen einen Zahlungsverkehr ermöglichen, der unabhängig von Regierungen und Banken funktioniert. Wegen geringer Kontrolle und großer Schwankungen sind Bitcoins umstritten. Als Urheber des Bitcoin-Konzepts gilt eine Figur namens Satoshi Nakamoto. Wer sich dahinter verbirgt, ist ungeklärt.

Gleichzeitig stellte der Marzipan-Erpresser am Wochenende erstmals einen Zusammenhang zu der geplanten Fusion zwischen Coop und dem Lebensmittelkonzern Rewe her.

Chronologie der Coop-Erpressung

Die Erpressung begann in der vergangenen Woche: In der Nacht zum Dienstag hatte die Reventlou-Schule in Kiel eine Mail mit dem Hinweis bekommen, dass auf dem Hof vergiftete Marzipan-Herzen ausgelegt worden seien. Sie waren mit einer Substanz versetzt, die gesundheitliche Beschwerden hätte auslösen können. Schwere Folgen oder gar Lebensgefahr schlossen Experten aber aus.

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Der mutmaßliche Marzipan-Erpresser, der drei Millionen Euro von Coop forderte, ist am Montagmorgen in seiner Wohnung festgenommen worden. Der 38-Jährige hatte nach Informationen der Kieler Nachrichten erneut mit Gift-Anschlägen gedroht. Zeitgleich gab es eine weitere Durchsuchung in Kiel.

Kristian Blasel 20.09.2016

Im Erpressungsfall Coop hat der Täter seine Forderungen konkretisiert und erneut mit Gift-Anschlägen gedroht. Nach KN-Informationen verlangt der Erpresser von der Handelskette erneut, drei Millionen Euro über die Internetwährung Bitcoin zu zahlen. Wieder drohte der Unbekannte, Süßwaren mit Gift zu versetzen.

Kristian Blasel 19.09.2016

Im Erpressungsfall Coop äußert sich die Polizei erstmals zum Täter. Der stellvertretende Landespolizeidirektor Joachim Gutt verurteilt das Vorgehen des Erpressers als "besonders hinterhältig".

KN-online (Kieler Nachrichten) 18.09.2016

Das in Lübeck gebaute Müllsammelschiff „Seekuh“ soll beim 35. Deutschen Seeschifffahrtstag in Kiel getauft werden. Das teilte die Bauwerft Lübeck Yacht Trave Schiff GmbH am Montag mit. Demnach soll die Taufe am 25.September stattfinden.

19.09.2016

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Der Nordhafen ist eigentlich nicht die erste Adresse für Kreuzfahrer im Kiel. Erstmals seit Jahren besuchte am Sonntag wieder ein Passagierschiff den Hafen am Nord-Ostsee-Kanal. Das norwegische Hurtigruten-Schiff „Nordstjernen“ machte dort am Abend außerplanmäßig fest.

Frank Behling 19.09.2016