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Kiel Bewährung für diebische Justizangestellte
Kiel Bewährung für diebische Justizangestellte
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19:50 08.07.2015
Von Thomas Geyer
Eine diebische Justizangestellte bekommt eine Bewährungsstrafe. Quelle: dpa
Kiel

Die langjährige Mitarbeiterin (42) der Jugendstrafabteilung im Kieler Amtsgericht hatte nach eigenem Geständnis von Juni 2009 bis März 2012 immer wieder fiktive Aktenzeichen erstellt und Zahlungsanweisungen über Einzelbeträge bis 3550 Euro in Gang gesetzt. Dies gelang laut Urteilsbegründung des Vorsitzenden Stephan Worpenberg, obwohl in der Behörde das Vier-Augen-Prinzip befolgt worden war.

Den für Genehmigung und Buchung der fingierten Zahlungen verantwortlichen Kolleginnen sei offenbar nicht aufgefallen, dass bis zu drei Mal täglich Geldbeträge an ein und dieselbe Empfängerin flossen. Als Adressatin hatte die Angeklagte mehrfach ihren eigenen Namen eingetragen. „Dass dies Aufmerksamkeit erzielen musste, ist eigentlich klar“, stellte der Vorsitzende fest. Doch sei der Schwindel wohl in der Masse der Vorgänge nicht aufgefallen.

Die jetzt „in ein schlechtes Licht gerückten“ Kolleginnen der Serviceabteilung hatten gemutmaßt, die Angeklagte habe ihre EDV-Passwörter ausgespäht und die Überweisungen unter falschem Namen selbst am PC „überprüft, genehmigt und gebucht“. Eine solche Taktik hatte die nicht vorbestrafte Angeklagte im Prozess bestritten.

Das Gericht hielt diese Vorgehensweise für möglich, aber nicht beweisbar: Eine nachträgliche Überprüfung der Dienstpläne habe ergeben, dass sämtliche an den Vorgängen beteiligten Kolleginnen zu den betreffenden Buchungszeiten auch Dienst hatten.

Mehrere ehemalige Justizmitarbeiterinnen und Richterinnen, deren Vertrauen die Angeklagte jahrelang missbraucht hatte, verfolgten zeitweise den zweitägigen Prozess. Die Frau entschuldigte sich bei ihnen. Dass sie als Amtsträgerin gewerbsmäßig handelte, wog laut Urteil besonders schwer. Die Frage nach Hintergrund und Tatmotiv der Betrugsserie blieb weitgehend unbeantwortet.

Mit einer etwas anderen Konferenz hat die Kiel Region drei Zukunftsthemen aufgegriffen, die Kiel wie den Kreisen Rendsburg-Eckernförde und Plön auf den Nägeln brennen: Mobilität, Standortmarketing und Fachkräftesicherung.

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