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Kiel Serientäter ließ sich nicht blicken
Kiel Serientäter ließ sich nicht blicken
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07:00 22.05.2019
Von Thomas Geyer
Tatort St. Johannes in Kiel-Gaarden: Hier stahl der Angeklagte einer Kirchenbesucherin das Handy und besprühte einen Tatzeugen mit Reizgas. Quelle: Thomas Geyer
Kiel

Gegen seine Verurteilung zu zwei Jahren Freiheitsstrafe auf Bewährung und 3360 Euro Schadenersatz hatte der Angeklagte Rechtsmittel eingelegt. Er folgte jedoch nicht der Ladung zum Prozess im Kieler Landgericht.

Auch in der Kirche machte er lange Finger

Die Folge: Seine Berufung wird verworfen. Damit wird das erstinstanzliche Urteil des Schöffengerichts vom November 2018 rechtskräftig. Mindestens sieben Smartphones hatte der drogenabhängige Asylbewerber, der seit März 2017 in Deutschland lebt, gestohlen. In Linienbussen der KVG griff er in Jacken-, Hosen- oder Handtaschen, fischte auch mal ein Handy aus einem Kinderwagen.

Zum Revier des Angeklagten gehörte neben Hauptbahnhof und Rotlichtviertel auch eine Kirche in Kiel-Gaarden. Hier hatte der 26-Jährige am Erntedanksonntag 2017 einer Besucherin das Smartphone aus der Handtasche gezogen. Als die Frau den Diebstahl bemerkte, ließ er das Handy fallen und flüchtete. Am schwersten fiel seine Reizgas-Attacke auf einen Tatzeugen ins Gewicht, der ihn in der Kirche festhalten wollte.

Reizgas-Attacke auf einen Tatzeugen

Zudem schlug er dem Geschädigten mindestens dreimal die Faust gegen den Kopf. Wie der Zeuge im ersten Prozess aussagte, wurde er von dem großen, kräftigen Mann hochgehoben und mit einem Schulterwurf zu Boden geschleudert. Mit Verdacht auf ein Schädel-Hirn-Trauma lag er zwei Tage in einer Klinik. Seinen Angaben zufolge war die Sehkraft seines linken Auges noch ein Jahr nach dem Vorfall eingeschränkt.

Der zeitweise obdachlose Angeklagte will damals nicht bemerkt haben, dass er sich in einer Kirche aufhielt. Sein Angriff auf den Zeugen tue ihm leid. „Er hat mich am Hals gepackt, ich wollte nur fliehen.“ Verurteilt wurde er wegen Diebstahls mit Waffen, gefährlicher Körperverletzung und Widerstands. Als Auflage für die dreijährige Bewährungszeit muss er 150 Stunden gemeinnützige Arbeit verrichten und sich regelmäßigen Urinkontrollen zum Nachweis seiner Drogenfreiheit unterziehen.

Diebstahl der Rolex-Uhren nicht zu beweisen

 Bei der Festnahme im Mai 2018 am Hauptbahnhof hatte sich der Angeklagte gegen einen Polizeibeamten zur Wehr gesetzt, nachdem er einer jungen Mutter an der Bushaltestelle ihr Smartphone aus dem Kinderwagen gezogen hatte. Danach saß er sechs Monate in U-Haft. Jetzt soll ein Bewährungshelfer sicherstellen, dass er die Auflagen des Urteils einhält. 

Der Diebstahl der teuren Rolex-Uhren war ihm nicht nachzuweisen, befand das Schöffengericht. Die Strafe entsprach der Obergrenze einer Absprache, auf die sich die Prozessbeteiligten für den Fall eines Geständnisses verständigt hatten.

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