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Kiel Nord-Politiker bekennen sich zur "Gorch Fock"
Kiel Nord-Politiker bekennen sich zur "Gorch Fock"
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07:07 20.12.2018
Foto: Das Schulschiff wird seit Anfang 2016 saniert.
Das Schulschiff wird seit Anfang 2016 saniert. Quelle: Frank Behling (Archiv)
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Kiel

Zwei Tage vor einem Krisentreffen von Verteidigungsministerium und Marine zur „Gorch Fock“ haben Spitzenpolitiker aus dem Norden für einen Erhalt des Segelschulschiffs der Marine geworben. Die Bark sei nicht nur ein Schiff, sondern im „In- und Ausland ein nationales Symbol“, sagte Schleswig-Holsteins Landtagspräsident Klaus Schlie (CDU) am Dienstag. Der Landtag in Kiel ist dem Dreimaster der Marine seit 1982 durch eine Patenschaft verbunden.

Schlie: "Hohes Ansehen im In- und Ausland"

„Meiner Ansicht nach verbietet es sich, mit seemännischen Traditionen zu brechen und die „Gorch Fock“ auf eine Position im Bundeshaushalt zu reduzieren“, sagte Schlie. Die Bark genieße hohes Ansehen, sei Besuchermagnet und Sympathieträgerin. Sie breche diplomatisches Eis. „Es wäre völlig abstrus, die Sanierung des Schiffes jetzt abzubrechen und über einen Neubau nachzudenken, der mindestens 15 Jahre dauern würde.“

Für FDP-Fraktionschef Christopher Vogt ist zweitrangig, ob das Schiff zu Ende saniert oder neu gebaut wird. „Es steht für uns aber außer Frage, dass die "Gorch Fock" als Segelschulschiff der Marine erhalten bleiben muss.“

Marinebund: Schiff ist unerlässlich

Der Deutsche Marinebund (DMB) fordert von der Bundespolitik Klarheit. „Aus guten Gründen hoffen wir auf eine Entscheidung zugunsten der Bark“, sagte DMB-Präsident Präsident Heinz Maurus. Die Ausbildung auf dem Segelschiff sei für den Dienst an Bord der modernen Boote und Schiffe unerlässlich. „Es wäre es ein grober Fehler, mit dieser Tradition zu brechen.“

Zuvor hatte bereits Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) die Bedeutung des Schiffs betont. "Die Gorch Fock steht für eine große Tradition in der Marine", sagte sie. Korruptionsvorwürfe, die im Zusammenhang mit der Sanierung zuletzt gegen einen Mitarbeiter des Marinearsenals Wilhelmshaven erhoben wurden, müssten aber aufgeklärt werden.

Die Elsflether Werft hat unterdessen nach eigenen Angaben eine unabhängige Untersuchung der Vorwürfe eingeleitet. Eine erste Bestandsaufnahme habe bestätigt, dass der Verdacht der Vorteilsnahme eines Mitarbeiters des Marinearsenals nicht im Zusammenhang stehe mit den Kostensteigerungen bei der Sanierung der „Gorch Fock“, teilte die niedersächsische Werft am Dienstag mit. Dafür spreche schon die begrenzte Zuständigkeit des Mitarbeiters.

Leyen nennt keine Schmerzgrenze für Kosten

Das Schulschiff wird seit Anfang 2016 saniert. Die Kosten werden mittlerweile auf 135 Millionen Euro beziffert. Ob dieser Betrag ausreicht, ist noch offen. Eine Schmerzgrenze für die Instandsetzungskosten wollte von der Leyen am Dienstag nicht nennen.

Am Donnerstag treffen sich unter anderem von der Leyen und der Inspekteur der Marine, Andreas Krause, um über die "Gorch Fock" zu sprechen.

Von dpa

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