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Kiel Unterwegs im Dienst der Hygiene
Kiel Unterwegs im Dienst der Hygiene
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00:44 30.06.2014
Von Jana Ohlhoff
Risiko Sahnemaschine: Kritisch überprüft Thomas Rutkowski die Sauberkeit des Rahmbehälters. Quelle: Frank Peter
Kiel

Zusammen mit sechs weiteren Kontrolleuren nimmt er die rund 500 Getränke- und Essensstände im Kieler Innenstadtbereich und in Schilksee genau unter die Lupe. Irgendwie beruhigend, dass Thomas Rutkowski auch privat immer noch gerne auf den Internationalen Markt geht. Schließlich weiß der Lebensmittelkontrolleur der Stadt Kiel genau, wie es um die Hygiene der Stände bestellt ist. Heute steht ein Besuch bei Annika Salonen, der Betreiberin des Finnland-Standes, auf dem Programm. Die quirlige Finnin begrüßt den unangemeldeten Gast, der regelmäßig während der Kieler Woche nach dem Rechten sieht, herzlich. „Wir kennen uns schon seit Jahren und haben ein gutes Verhältnis“, erzählt Salonen: „Rutkowski hat uns schon oft Tipps gegeben.“ Von Unbehagen und Berührungsängsten überhaupt keine Spur.

 Rutkowski macht sich an die Arbeit. Ein routinierter Blick auf den mit Linoleum ausgelegten Fußboden und die Nachfrage, ob der grobe Dreck gerade von den Schuhen reingetragen worden sei. Weiter geht es mit Kühlschränken: „Hier achte ich vor allem darauf, was drin ist und wie es mit den Haltbarkeitsdaten aussieht“, erklärt der Prüfer. Auch die frisch zubereitete Senfsauce auf der Arbeitsfläche sieht er: „Wird die gekocht?“ und „was ist da eigentlich drin?“ – Fragen über Fragen. Gelassen erläutert Annika Salonen alles.

 Vorne im Verkaufsraum nimmt Rutkowski die Sahnemaschine in Augenschein: „Das ist immer ein kritischer Bereich in puncto Hygiene“, weiß der gelernte Koch und entnimmt eine Probe. „Die wird in unserem Labor überprüft.“ In der Spülküche zeigt sich schnell, dass die Arbeitsplatzbeschreibung „Lebensmittel kontrollieren“ viel zu eng gefasst ist. Rutkowski kontrolliert alles. Er schaut sich die Spülmaschine an, achtet auf die Abgrenzung des reinen vom unreinen Bereich und überprüft Eichstriche auf Gläsern. „Super“, lobt Rutkowski: „So soll das sein.“

 Rund eine Dreiviertelstunde guckt der Kontrolleur in jede Ecke, misst die Temperatur im Kühlanhänger, achtet auf Möglichkeiten zum Händewaschen und kontrolliert die Frische des Lachses. Sehr freundlich, aber auch sehr bestimmt geht Rutkowski seiner Aufgabe nach: „Ich bin immer froh, wenn alles gut läuft. Denn Verunreinigungen können fatale Folgen haben“, sagt der Beamte und erinnert an den überlagerten Cocktail aus dem vergangenen Jahr.

 Am Ende zeigt er sich sehr zufrieden: „Hier gibt es kaum etwas zu meckern. Annika Salonen hat den Stand vor einigen Jahren von ihrem Vater übernommen und seitdem vorbildlich weiterentwickelt.“ Aber auch bei den anderen Ständen gibt es meist nur kleinere Mängel: „Viele Betreiber haben sich in den letzten Jahren eine Spülmaschine zugelegt. Diese reinigt das Geschirr bei 70 bis 80 Grad“, sagt Rutkowski. „Das ist ganz wichtig, um Keime abzutöten.“ Trotzdem sind seine Besuche natürlich nur Momentaufnahmen: „Wir können nicht jeden Tag an jedem Stand sein.“ Bevor der Inspekteur sich dann von Annika Salonen verabschiedet, lässt er sich noch von allen Angestellten das Gesundheitszeugnis zeigen. Ordnung muss sein.