Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Kiel Engpässe in Kroog und Wellsee
Kiel Engpässe in Kroog und Wellsee
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:47 28.08.2014
Von Günter Schellhase
Volle Regale: Im Supermarkt haben die Kunden freie Auswahl. Doch nicht überall ist ein Discounter zu Fuß zu erreichen. Quelle: Patrick Pleul
Kiel

Kein Laden, kein Bäcker, keinen Kiosk: In Kroog gibt es nichts mehr. Das Gutachten sollte prüfen, ob es sich lohnt, dort einen Lebensmittelmarkt anzusiedeln. Als möglicher Standort kam der Bereich Reichenhaller/Sonthofener Straße in Frage. Die Einschätzung der Experten ist aber negativ: Das Einzugsgebiet sei zu gering. Für einen Discounter werden im Nahbereich (500 Meter im Umkreis) im Durchschnitt 7000 Einwohner benötigt. Der favorisierte Platz kommt aber nur auf 2800 Krooger. Nun sind Alternativen gefragt. „Sollten Anfragen etwa von kleinflächigen Anbietern wie Nachbarschaftsläden kommen, werden wir diese unterstützen“, sagt Bürgermeister Peter Todeskino.

 Im Stadtteil Hammer sieht es ähnlich mau aus. Auch hier leben nicht genügend Menschen, die für eine Kette einen Markt rentabel erscheinen lassen. Doch die Hammeraner haben es nicht weit: In Russee an der Rendsburger Landstraße gibt es mehrere Lebensmittelmärkte mit einem vielfältigen Angebot. Wellsee gilt auch als unterversorgt, trotz der Nähe zum Einkaufszentrum in Neumeimersdorf. Nach langen Verhandlungen hat jetzt Penny (Rewe) Interesse bekundet, an der Ecke Liselotte-Hermannn-Straße/Segeberger Landstraße einen großen Discounter zu bauen. Penny setzt dabei auf die Einwohner, die zu Fuß kommen, weil sie kein Auto haben.

 Aufgewertet werden soll der Rungholtplatz in Suchsdorf. Derzeit werden neue Betreiber für den Mini-Markt gesucht, der im Frühjahr dieses Jahres den Betrieb eingestellt hat. Auch das ist nicht einfach, da im Nahbereich nur 1400 Suchsdorfer leben. Marktbetreiber, die mit mindestens 5000 Einwohner im Einzugsgebiet für ihre Wirtschaftlichkeit kalkulieren, haben bereits abgesagt.

 Entwicklungsmöglichkeiten sieht die Expertise für den Bebelplatz in Elmschenhagen: 650 Quadratmeter zusätzliche Verkaufsfläche würden sich an dem Standort rechnen. Oberste Priorität hat allerdings die Versorgungslücke am Andreas-Hofer-Platz. Hier hatte der Edeka-Markt Ende April geschlossen. Erste Gespräche haben bereits stattgefunden.

 In Holtenau stehen mehrere Ladenlokale leer – so auch der ehemalige Kloppenburg-Drogeriemarkt. Ihren täglichen Bedarf können die Holtenauer weiterhin im Sky-Markt decken, der erweitert wurde. Die Verwaltung erhofft sich vom Stadtteilentwicklungskonzept dennoch eine Verbesserung. „Es gibt bereits erste Überlegungen für eine Neugestaltung des Eckener Platzes“, so Todeskino. Das könnte Holtenau attraktiver machen und Investoren locken.

 In anderen Stadtteilen ist die Versorgung sichergestellt. Der neue Vollsortimenter Markant an der Alten Weide und der gerade eröffnete Sky-Markt an der Gutenbergstraße bieten am Schreventeich ein reichhaltiges Angebot. Famila in Russee plant, den Markt von 2600 auf 4200 Quadratmeter zu erweitern. Die Mettenhofer müssen auch nicht verhungern: Kaufland bietet seit Anfang Mai Waren in einer Filiale mit 4300 Quadratmetern. Auch Famila hat dort seinen Laden vergrößert.

 Mit Perfetto im Karstadthaus schließt demnächst ein Lebensmittelgeschäft in der Innenstadt. Mit den beiden Rewe-Märkten im Hauptbahnhof und im Nordlicht sowie einem Edeka im Sophienblatt gibt es in der City ausreichend Einkaufsmöglichkeiten. Die Stadt prüft jetzt die Möglichkeit, einen Cap-Markt anzusiedeln. In diesen Märkten arbeiten Menschen mit und ohne Behinderungen. Der Name leitet sich von Handicap ab.

Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!