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Kiel Ich will da rein!
Kiel Ich will da rein!
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20:00 27.06.2014
Von Imke Schröder
Das kann ja nichts werden: Das schwedische Schlachtschiff will nicht so recht in die vorhandenen Lücken passen. Quelle: Frank Peter
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Kiel

Das Wetter ist schön, die Leute sind hungrig, Mittagspause auf dem Internationalen Markt scheint eine gute Idee zu sein. Normalerweise meide ich die Autofahrt zur Redaktion an der Fleethörn: Schon der Wochenmarkt auf dem Exer verwandelt mittwochs die Parkplatzsuche in einen Albtraum, den man sich auch nicht mit Herbert Grönemeyers Mambo „Ich drehe schon seit Stunden hier so meine Runden...“ schönsummen kann. Jetzt lautet die Devise: Parkplatzsuche extrem. Und mein Auto ist länger als ein VW-Bus. Zum Glück habe ich eine Servolenkung.

 Fröhlich gluckernd tuckert der Volvo über das Kopfsteinpflaster im Jungfernstieg. Mehr als Schritttempo ist nicht drin, Zweite-Reihe-Parker und Mitsuchende machen die Jagd zum Slalomkurs. Leider können manche Mitmenschen auch mit weniger großen Autos nicht unbedingt besser einparken. Da möchte ich nach dem fünften gelungenen Anlauf fast applaudieren.

 Langsam schiebe ich den Volvo an den Hindernissen vorbei, von einem freien Parkplatz keine Spur. Selbst am kleinen Ende der Eckernförder Straße ist nichts zu holen: Die einzige Lücke, die sich auftut, würde gerade für das halbe Auto reichen. Ich starte einen zaghaften Parkversuch – und werde sofort angehupt und Richtung Wilhelmplatz gedrängelt. Da sollte was frei sein. Aber es sieht schlecht aus: Viele Besucher starten von dort, statt sich in die nähere Umgebung der Kieler Woche zu trauen. Schön schlau. Also rein ins Getümmel. Rund um die Humboldtschule habe ich sonst manchmal Glück, doch jetzt bremst mich ein Müllauto aus, der erste freie Parkplatz geht an einen Konkurrenten. Chapeau! Mir kommt ein schwarzer Polo entgegen, wir nicken uns zu, man kennt sich aus dem Jungfernstieg.

 Aber da: Meine Chance. Ach, doch nicht. Schon wieder ein Halteverbotsschild für einen Umzug. Die halbe Nachbarschaft um den Schrevenpark scheint untereinander Wohnungen zu tauschen, anders ist die Masse an geplanten Umzügen nicht zu erklären. Doch dann entdecke ich in der Klopstockstraße einen Parkplatz ohne Zeitbegrenzung. Und ich bin stolz wie Bolle. Besser geht’s nicht. Der Bummel über den Internationalen Markt ist nach einer Stunde Suche gerettet. Nur ist die Verabredung dann vermutlich schon weg.