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Kiel Letzte Chance für Möbel Höffner in Kiel
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18:26 06.03.2020
Von Michael Kluth
Der Berliner Möbelmilliardär Kurt Krieger erläuterte im Bauausschuss die aktuellen Pläne für die Möbelhausansiedlung am Prüner Schlag. Quelle: Frank Peter
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Kiel

Krieger hatte im Ausschuss nach jahrelanger Bauverzögerung erstmals einen Eröffnungstermin genannt: den 5. August 2021. Klar ist aber auch: Wenn Krieger jetzt nicht baut, dann baut er nimmermehr.

Noch eine Vertragsverlängerung ist mit der Kieler Kooperation nicht zu machen

„Jetzt muss er liefern. Noch eine Vertragsverlängerung wird es mit uns nicht geben“, sagt der SPD-Ratsherr André Wilkens. Das sei auch mit der Ampel-Kooperation nicht zu machen.

Wilkens begrüßt, dass Krieger in der strittigen Frage der Fassadengestaltung schließlich eingelenkt und Nachbesserung versprochen hat. Er traut dem Frieden aber noch nicht: „Das werden wir sehr genau beobachten.“

An der schreiend gelben Sconto-Fassade scheiden sich die Geister

Es geht um die Fassade des Nebengebäudes. Darin soll die Zweitmarke Sconto ihr preiswertes Angebot feilbieten. Die schreiend gelbe Fassade stieß im Bauausschuss auf einhellige Ablehnung von Verwaltung und Selbstverwaltung.

Er verstehe ja, sagt Wilkens, dass dahinter eher billige Ware angeboten werde, „aber das muss man ja nicht außen schon erkennen“. 

Auch die CDU gibt Krieger Kontra

Sein CDU-Kollege Florian Weigel pflichtet fast wortgleich bei: „Nur weil’s billig ist, muss es ja nicht billig aussehen.“

Der junge Ratsherr sagte im Bauausschuss zu Krieger den denkwürdigen Satz: „Ich verstehe, dass Sie hier Geschäfte machen wollen – aber wir müssen in Kiel ja auch noch wohnen!“ Da dürfe die städtebauliche Wirkung der Fassade nicht egal sein. Krieger müsse schon deshalb nachbessern, um verlorene Akzeptanz für sein Vorhaben in Kiel wieder herzustellen. 

"Heute würde man da kein Möbelhaus mehr bauen"

Für Weigel ist klar: „Heute würde man das Gelände nicht mehr an ein Möbelhaus vergeben.“ Aber die Stadt sei jetzt an ihre Beschlüsse gebunden.

Die CDU hatte im Oberbürgermeisterwahlkampf 2019 schon mal gefordert, das Gelände der ehemaligen Kleingartenkolonie Prüner Schlag zurückzukaufen und dort Wohnungen zu bauen, wenn Krieger nicht endlich loslegt. 

Grüne Fachberatung in Sachen Design

Der Grünen-Fraktionschef Arne Langniß lieferte Krieger im Ausschuss fachliche Beratung. Der Druckereibetreiber versteht etwas von Form und Farbe und versicherte dem Investor: „Das Emblem von Sconto ist unverwechselbar genug, da brauchen Sie nicht auch noch diese schreiend gelbe Fassade.“ 

Kurt Krieger argumentiert mit Corporate Design

Krieger beharrte zunächst auf dem „Corporate Design“, also dem bundesweit einheitlichen Erscheinungsbild der Marke Sconto. Genau so habe die Fassade zum Beispiel auch im Ostseepark in Raisdorf ausgesehen, wo Sconto vor geraumer Zeit mit dem Ziel Kiel ausgezogen war. Der Möbelmann musste im Laufe der Debatte aber erkennen, dass er auf verlorenem Posten steht. Er gelobte eine Überarbeitung.

Doris Grondke will Kurt Krieger jetzt beim Wort nehmen

Mit dem Argument „Corporate Design“ konnte Krieger bei Doris Grondke ohnehin nie landen. Die Kieler Stadtbaurätin hält dagegen: „Er bekommt in Kiel eine exklusive Lage, da ist es für mich selbstverständlich, dass er hier nicht mit einer 08/15-Fassade aufwarten kann.“

Grondke ist entschlossen, Krieger nun beim Wort zu nehmen. Sie kündigt an, den Berliner schon kommende Woche anzurufen und festzunageln. Sie werde da „engmaschig dranbleiben“ und wolle das leidige letzte Streitthema binnen drei bis vier Wochen vom Tisch haben, am liebsten schon zur nächsten Bauausschusssitzung am 26. März.

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