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Kiel Historische Zeitreise in fünf Gängen
Kiel Historische Zeitreise in fünf Gängen
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08:55 17.11.2019
Von Jürgen Küppers
Sie sind die Gastgeber (v.li.) des "letzten Dinners auf der Titanic": Kiel-Marketingchef Uwe Wanger, Malte Fiebing-Petersen, Vorsitzender Deutscher Titanic-Verein, und Hoteldirektor Eggert Harms vom Kieler Yacht Club. Quelle: Sven Janssen
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Kiel

 Auch die servierten Speisen entsprechen den historischen Fakten ebenso exakt wie die „Zwischengänge“ mit vielen Anekdoten zum wohl berühmtesten Schiffsuntergang aller Zeiten. Erzählt werden diese Geschichten von Malte Fiebing-Petersen – Historiker, Schulleiter und als Vorsitzender des Deutschen Titanic-Vereins ausgewiesener Fachmann zum damals weltgrößten Dampfschiff und seiner zum Mythos stilisierten Havarie durch einen Eisbergzusammenstoß in der Nacht vom 14. zum 15. April 1912.

Was die Legendenbildung nicht unwesentlich beförderte, war der Kontrast zwischen dieser Tragödie mit fast 1500 ertrunkenen Passagieren und ihrem Glauben an die Unsinkbarkeit des Schiffes verbunden mit einem gewaltigen Luxus an Bord. Dazu gehörte auch das letzte Gala-Dinner mit sagenhaften 14 Gängen – allerdings nur für die 250 Passagiere der ersten Klasse.

Speisen waren damals extrem fettig und schwach gewürzt

Ein Mahl dieser Opulenz wollten die Initiatoren des Kieler Titanic-Dinners den maximal 100 Gästen im KYC dann aber doch nicht zumuten. „Viele dieser damals gereichten Speisen der englischen Küche mit französischem Einschlag würden uns heute gar nicht mehr schmecken. Denn sie entsprachen dem Geschmack der Zeit, waren deshalb kaum gewürzt und extrem fettig“, erklärte Malte Fiebing-Petersen bei der Vorstellung des von Kiel- Marketing, Titanic-Verein und KYC organisierten Events.

So wählten die Veranstalter zumindest aus den 14 Original-Gängen des letzten Titanic-Dinners fünf aus, die den heutigen Geschmacksvorstellungen noch entsprechen: zum Beispiel gratinierte französische Zwiebelsuppe mit Oban Single Malt Whisky, gegrillte Riesengarnele auf Zuckererbsenpüree oder ein Rinderfilet Wellington. Fleischlose Speisen erhalten Vegetarier, wenn sie das bei ihrer Anmeldung (siehe Text unten) angeben.

Wo es Tickets gibt und was sie kosten

Tickets für „Das letzter Dinner auf der Titanic“ am Sonnabend, 29. Februar, im KYC kosten 85 Euro pro Person. Im Preis enthalten ist das Fünf-Gänge-Menü, ein Glas Sekt und Mineralwasser. Beginn ist um 19 Uhr, Veranstaltungsende etwa 23 Uhr. Tickets gibt es ausschließlich bei Kiel-Marketing, Infos und Buchung unter www.kiel-sailing-city.de/titanic.

Festliche Kleidung wird von den Veranstaltern ausdrücklich empfohlen, gerne im Stil der damaligen Zeit (1912). Geplant ist auch eine Fotowand, vor der sich Gäste ablichten lassen können. Die Mindestteilnehmerzahl liegt bei 48 Personen, maximal finden 100 Gäste Platz.

Unbekannte "Titanic"-Geschichten zum Zwischengang

Zwischen den Gängen reicht Malte Fiebing-Petersen den Gästen leicht Verdauliches zum historischen Hintergrund des denkwürdigen Dinners am Katastrophenabend. Dafür hat sich der Pädagoge etwas Besonderes ausgedacht: Auf allen Tischen im KYC-Kaisersaal stehen Fotos von Titanic-Passagieren, zu denen der Historiker meist unbekannte Geschichten zu erzählen weiß, die er aus dem Wust an historischem "Titanic"-Material ausgegraben hat.

Zum Beispiel die über den Herrn Baron von Drachenstedt, einer von zwölf deutschen Passagieren an Bord der Titanic. Der Mann war aber kein Adliger, sondern ein Hochstapler aus Köln auf der Flucht Richtung New York. „Weil er kurz zuvor ein Hausmädchen geschwängert hatte“, wie Fiebing-Petersen mit einem Schmunzeln im Gesicht berichtete.

Wie ein Bluffer mit dem Leben davonkam

Sein offenbar stark ausgeprägter Hang zum Bluff rettete dem Falschspieler aber das Leben. Denn statt in den Speisesaal zog es ihn am Katastrophenabend in den Rauchsalon zum Kartenspiel. „Von dort aus konnte der Herr Baron durch die Bulleyes den nahenden Eisberg und damit die Gefahr rechtzeitig erkennen und als einer der ersten eines der Rettungsboote erreichen.“

Einen gewissen makabren Beigeschmack der lukullischen Zeitreise angesichts der Tragödie, mit der die Reise damals endete, leugnet Fiebing-Petersen zwar nicht: „Andererseits bietet die "Titanic" und ihr Untergang so viele spannende Aspekte und Geschichten, dass man daraus einen unterhaltsamen wie lehrreichen Abend gestalten kann.“

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