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Kiel UKSH Kiel testet neue Krebstherapie
Kiel UKSH Kiel testet neue Krebstherapie
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09:55 30.09.2019
Von Christian Trutschel
Das UKSH Kiel wendet die neue CAR-T-Zelltherapie bei ausgewählten Patienten an. Quelle: Daniel Karmann/dpa (Symbolfoto)
Kiel

Als einziges Klinikum in Schleswig-Holstein und eines von wenigen ausgewählten Innovationszentren in Deutschland wendet das UKSH Kiel zwei extrem teure zelluläre Immuntherapien für schwerstkranke Erwachsene mit Lymphdrüsenkrebs und schwerstkranke Kinder und Erwachsene bis 25 Jahre mit Leukämie an.

„Es sind Patienten, bei denen bewährte Standardtherapien nicht funktioniert haben und die sonst mit hoher Wahrscheinlichkeit verloren wären“, erklären Prof. Claudia Baldus, Direktorin der Kieler Klinik für Innere Medizin II, Hämatologie und Onkologie, und Prof. Gunnar Cario, Vize-Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin I.

Ein Patient am UKSH Kiel wurde bereits entlassen

Die Kosten der reinen Zelltherapie liegen nach Angaben des Verbandes der Uniklinika und des Verbandes der Ersatzkassen bei mindestens 275.000 Euro pro Patient. Behandlungskosten in gleicher Höhe können hinzukommen, je nachdem, wie schwer ein Patient betroffen ist und ob er intensivmedizinisch behandelt werden muss.

An der Kieler Klinik von Prof. Baldus wurde bereits ein Patient mit der neuen Therapie versorgt und nach Hause entlassen. Zurzeit behandeln die Kinder-Onkologen ein Kind mit Akuter Lymphatischer Leukämie.

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CAR-T-Zelltherapie wurde in den USA entwickelt

Beide Mittel der neuen CAR-T-Zelltherapie wurden in den USA entwickelt und vor einem Jahr in Europa zugelassen. Bei dieser speziellen Form der Immuntherapie werden Abwehrzellen der Patienten, sogenannte T-Zellen, im Labor gentechnisch modifiziert und „scharf geschaltet auf B-Zellen“, so Claudia Baldus. Der Aufwand ist immens und begründet zum Teil die extrem hohen Kosten pro Patient.

In den bisherigen Studien sind Patienten über drei bis maximal fünf Jahre behandelt und beobachtet worden. 40 bis 50 Prozent der schwerstkranken Patienten haben teils erstaunliche Besserung erfahren. Doch die Therapie gegen aggressive Formen von Lymphdrüsenkrebs und Blutkrebs ist selbst aggressiv: Nebenwirkungen können dramatisch und sogar tödlich verlaufen, es traten Multiorganversagen, schweres Hirnödem, Koma und epileptische Anfälle auf. „Es sind ja keine normalen T-Zellen mehr, die die Patienten per Infusion bekommen, sondern nun maximal aktive, sobald sie auf den Feind treffen“, erklärt Claudia Baldus.

Andere Behandlungen schlugen fehl

Bei dem Kind, das aktuell in der Kinder- und Jugendmedizin mit der neuen Methode behandelt wird, haben drei als hochwirksam bewährte Therapien nicht funktioniert. Zurzeit bekommt es in der Klinik eine Chemotherapie, „um Platz zu schaffen für die scharfgeschalteten T-Zellen“, sagt Prof. Cario. Er ist zuversichtlich: „Wir machen diese Therapie mit der festen Absicht, dieses Kind dauerhaft zu heilen.

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Prof. Gunnar Cario und seine Kollegin Claudia Baldus erproben am UKSH Kiel die extrem aufwendige und teure CAR-T-Zelltherapie. Damit will man das Leben eines Kindes retten, das an Akuter Lymphatischer Leukämie erkrankt ist. Ein Lymphdrüsenkrebs-Patient wurde nach der Therapie bereits entlassen.

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