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Kiel Verzögerungen kosten 20 Millionen Euro
Kiel Verzögerungen kosten 20 Millionen Euro
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20:45 27.08.2019
Von Frank Behling
Die Levensauer Hochbrücke ist ab Freitag auch für den Straßenverkehr wieder frei. Quelle: Frank Behling
Kiel

Da eine andere Brückenkonstruktion gewählt wurde und die allgemeinen Kosten kräftig gestiegen sind, werde jetzt mit Projektkosten von etwa 68 Millionen Euro gerechnet. Bei der Vorstellung des Projekts 2009 war man noch von einer Fertigstellung 2014 oder 2015 ausgegangen. „Eine derartige Preissteigerung ist in diesem Zeitraum nicht ungewöhnlich.“

Die alte Levensauer Hochbrücke wird spätestens am Freitag wieder für den Autoverkehr freigegeben. Die Asphaltierungsarbeiten waren bereits gestern abgeschlossen. Damit endet die erste Phase des Ersatzbaus der alten Hochbrücke. 2024, so die derzeitige Planung, wird die älteste der zehn Kanalhochbrücken ersetzt. Die Brücke ist nicht nur in die Jahre gekommen, sie stellt für die Schifffahrt auch eine Engstelle dar.

Gewölbebauwerk der Levensauer Hochbrücke bleibt erhalten

Der erste Schritt war die Sicherung des Widerlagers auf der Suchsdorfer Seite. Das fast 20 Meter hohe Gewölbebauwerk wird auch nach dem Abriss der Hochbrücke erhalten bleiben. In dem Widerlager befindet sich eines der größten Fledermaus-Winterquartiere des Landes.

Bis zu 8000 Zwerg-, Wasser- und Fransenfledermäuse sowie Große Abendsegler wohnen dort zwischen Oktober und April. Für die Sicherung dieses Winterquartiers wurden etwa 2,3 Millionen Euro ausgegeben. Parallel dazu wurde eine Zufahrt für den Bauverkehr zur Bundesstraße 76 angelegt.

Vorarbeiten an der Hochbrücke blieben im Zeitplan

Seit Mitte April 2019 war die alte Levensauer Hochbrücke gesperrt. Danach hatten Arbeiter begonnen, die alte Fahrbahn aufzubrechen und einen neuen Brückenübergang für Radfahrer und Fußgänger herzustellen. Und obwohl es eine ganze Reihe unerwarteter Komplikationen gab, blieben die Arbeiten im Zeitplan. „Es war eine wirklich gute Zusammenarbeit mit einem Unternehmen aus der Region“, sagt Malte Seppmann, Projektingenieur beim Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Kiel-Holtenau.

Der Vorteil der Sicherung liege in der Konstruktion. Der Neubau könne jetzt ohne Berührung über das Fledermaus-Widerlager errichtet werden. Das bedeute auch mehr Ruhe für die Tiere im Winterquartier. Der Schutz der Fledermäuse war ein wichtiges Kriterium während der Planung. Jahrelang war das Verhalten der Tiere durch den Naturschutzbund Deutschland (Nabu) studiert worden.

Zweite Bauphase startet

Jetzt startet die zweite Phase des Projekts. Im Winter werden an den Ufern die Gründungsarbeiten für die neuen Brückenpfeiler beginnen. Diese Stahlbetonbauwerke werden über 20 Meter tief in den Boden getrieben. „Es wird aber keine Rammarbeiten geben. Alles wird gebohrt und ohne Erschütterungen eingebracht“, sagt Jörg Brockmann von der Planungsgruppe.

Mit dem Bau der Stahlkonstruktion der neuen Brücke wird ab 2022 begonnen. Die Montage des Neubaus ist für 2024 vorgesehen. Sie wird als kombinierte Eisenbahn-, Straßen- und Fußgängerbrücke gebaut. Die Aufträge für diese Arbeiten sind noch nicht vergeben.

Die alte Levensauer Hochbrücke wurde 1893 und 1894 als eine von damals zwei Hochbrücken über den Kaiser-Wilhelm-Kanal gebaut, dessen Einweihung am 21. Juni 1895 erfolgte.

Der Neubau der Levensauer Hochbrücke rückt näher. Die erste Baumaßnahme wurde abgeschlossen.

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