Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Kiel Liebenswerte Orte in und um Kiel herum
Kiel Liebenswerte Orte in und um Kiel herum
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:33 16.06.2015
Von Jürgen Küppers
Länger als ein Jahr recherchierte Karen Lark für ihr Buch über Lieblingsplätze in Kiel und im Umland. Einen besonderen Stellenwert haben dort Plätze am oder auf dem Wasser. Quelle: Thomas Eisenkrätzer
Kiel

Lieblich ist Kiel nicht. Aber liebenswert schon, findet die Autorin Karen Lark. Und weil auch die Wahlkielerin erst beim genauerem Hinsehen die schönen Seiten der Stadt entdeckte, hat sie die dabei gefundenen „Perlen“ in einem Buch über ihre Lieblingsplätze aufgereiht – 29 davon in Kiel, 37 im Umland. Aber in „Kiel: Stadt, Land, Wasser“ entdecken Leser nicht nur verborgen-schöne Seiten, sondern auch manche wenig bekannte Information.

 Einfach nur Fotos ihrer Lieblingsplätze zeigen und Eindrücke darüber schildern, das war der promovierten Anglistin in Diensten des Ozeanforschungszentrums Geomar dann doch zu wenig. Länger als ein Jahr recherchierte die 48-Jährige im Internet oder Büchern nach solch besonderen Orten und ihrer Geschichte, stieß dabei auf so manches selbst gestandenen Kielern verborgen gebliebenes Detail.

 Da wäre zum Beispiel die Geschichte des Dichters Klaus Groth, der in Bronze gegossen in der Mitte eines Brunnens im Ratsdienergarten thront. 1912 gestiftet, drohte dem Denkmal wie so vielen anderen auch im Zweiten Weltkrieg ein unrühmliches Ende als Kanone. Das blieb dem Dichter zwar erspart, trotzdem landete er nach dem Krieg auf einem Hamburger Schrottplatz mit der Bezeichnung „Unbekannter alter Mann, großer Zivilist.“ Die Stadt kaufte den Kieler Ex-Professor und Ehrenbürger schließlich für den Schrottpreis von 801,90 DM zurück. Seitdem blickt er wieder von seinem Sockel ernst und versonnen auf uns hernieder.

 Auch im Umland entdeckte Karen Lark eine verborgene „Perle“. Wer weiß schon noch, dass einst Stars der Musikszene wie Lys Assia („Oh mein Papa“) oder Blödelbarde Mike Krüger regelmäßig nach Nortorf kamen Denn hier siedelte sich in den 50er-Jahren die Plattenfirma Teldec an. Busseweise wurden Angestellte damals aus umliegenden Dörfern abgeholt, um in Nortorf Musik in Vinyl-Scheiben zu pressen. Von dieser ruhm- wie arbeitsreichen Zeit erzählt noch das Museum Nortorf mit einer Riesensammlung von Musik-Abspielgeräten bis hin zu seltenen Vinylplatten. In eine davon wurde sogar ein 20-Mark-Schein eingepresst: ein Geschenk mit Hintersinn an einen offenbar geizigen Teldec-Kollegen, der sich zum Geburtstag nur Geld wünschte.

 Karen Lark hat den Begriff Lieblingsplätze allerdings kräftig erweitert. Außer Klassikern wie Asmus-Bremer-Platz, Kieler Kloster oder Hiroshimapark zählen auch die Schwentinetalfahrt, eine Kieler-Woche-Regattabegleitfahrt und die Rendsburger Schwebefähre dazu. „Das Buch sollte eine Mischung sein aus locker geschriebenem Erlebnisbericht, Reiseführer und Freizeitratgeber“, erklärt die Autorin, die neben ihrem Brotberuf auch ein paar Erzählungen, Kurzgeschichten und Lyrik veröffentlichte.

 Bei der Frage nach ihrem eigenen Lieblingsplatz muss Karen Lark nicht lange überlegen: die geografische Mitte Schleswig-Holsteins etwa einen Kilometer hinter dem Ortsschild von Nortorf in Richtung Brammer. Unglaubliche Ruhe und Gelassenheit strahle der windgeschützte und meist menschenleere Ort zwischen Wiesen unter einem Knick aus Eichen aus. Ruhe und Gelassenheit, das passe ja auch wunderbar zu den hier lebenden Menschen.

Steine über Steine – nirgendwo sonst auf der Welt kann man so vielfältigen geologischen Fragestellungen nachgehen, wie an den Stränden der Ostsee zwischen Dänemark und Mecklenburg-Vorpommern. Buchautor Frank Rudolph lädt am Dienstag zu einem Ausflug ein, der die Teilnehmer steinreich machen kann.

Thomas Lange 16.06.2015

Lübeck macht es vor, Kiel soll nach dem Willen von Stadtkämmerer Wolfgang Röttgers (SPD) nachziehen: Erstmals seit rund 20 Jahren soll der Gewerbesteuer-Hebesatz in der Landeshauptstadt erhöht werden. Die Anhebung um 20 Prozentpunkte auf dann 450 Punkte gehört zu Röttgers’ Konsolidierungskonzept, um angesichts klammer Kassen an Finanzhilfen des Landes zu kommen.

Martina Drexler 15.06.2015

Bürgermeister Peter Todeskino sieht sich mit harten Vorwürfen in Form einer Dienstaufsichtsbeschwerde konfrontiert. Die hatte eine Meimersdorfer Bürgerin bereits am 29. Mai gestellt, weil sie dem Bürgermeister im Zusammenhang mit dem Aufbau eines Windparks in Meimersdorf/Flintbek einen „gravierenden Verstoß“ gegen seine Neutralitätspflicht vorwirft.

Jürgen Küppers 15.06.2015