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Kiel Lieber Fahrverbot als Absauganlagen in Kiel?
Kiel Lieber Fahrverbot als Absauganlagen in Kiel?
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07:52 04.12.2019
Von Michael Kluth
Der Hersteller Air2public will seine Filteranlage SmartAir1 fest installieren und mit digitalen Werbetafeln refinanzieren. Quelle: air2public GmbH
Kiel

Mit seinen mobilen Stadtluftreinigern wäre Kiel das Stickoxid-Problem an der Stadtautobahn auf einen Schlag los, versichert Robert Krüger vom Trittauer Anbieter Purevonto. Seine Firma werde notfalls dafür geradestehen.

Jan Philipp Albrecht hatte bezweifelt, dass solche Luftfilteranlagen ausreichen, um den gesetzlich geforderten EU-Grenzwert von 40 Mikrogramm Stickoxid pro Kubikmeter Luft zu erreichen.

Krügers Mitbewerber Christoph Kronhagel vom Bonner Anbieter Air2public beschwört die gleiche Wirkung mit seinem System SmartAir, das er unter dem Mittelstreifen oder unter der Fahrbahn fest einbauen will. Im Angesicht der mobilen Konkurrenz aus Trittau bietet Kronhagel alternativ jetzt auch Filterboxen am Fahrbahnrand an.

Gutachten: Absauganlagen auf dem Theodor-Heuss-Ring ausreichend wirksam

Beide Hersteller berufen sich auf Gutachten des Karlsruher Ingenieurbüros Lohmeyer. Dessen Untersuchungen bestätigen nach Informationen der Kieler Nachrichten, dass die Absauganlagen wirksam genug sind, um auf dem Theodor-Heuss-Ring den EU-Grenzwert zu unterschreiten. Für Air2public sagt Lohmeyer im Jahresmittel eine Minderung des Stickstoffdioxid-Ausstoßes um acht bis 16 Prozent an der nördlichen Häuserfront voraus. Für Purevento läge die Prognose noch deutlich besser, versichert Krüger.

Das Umweltministerium ist gleichwohl nicht überzeugt. Minister Albrecht droht wie berichtet mit Fahrverbot für Diesel-Fahrzeuge der Euro-Norm eins bis fünf.

Die beiden Luftfilter-Hersteller vermuten dafür politische Gründe. Dem grünen Lager passe die technische Lösung per se nicht in den Kram. Der Verdacht steht im Raum, dass interessierte Kräfte im Ministerium es viel lieber auf ein Fahrverbot ankommen lassen wollen.

Luftfilter-Container werden schmaler als im Test

Fachlich wähnen die Hersteller sich auf der sicheren Seite. Beide ermuntern die Stadt Kiel, endlich den Luftfilter-Auftrag auszuschreiben. Das Angebot von Purevento liegt eh schon auf dem Tisch: 80.000 Euro koste ein Anlagencontainer, bestätigt Krüger. Sechs Anlagen sollten ausreichen, um den Schadstoff-Ausstoß auf der fraglichen Strecke zwischen Barkauer Kreuz und Waldwiesenkreisel unter 40 Mikrogramm zu senken. Aber wenn Kiel mehr Anlagen wolle, könne er mehr liefern. Seine Luftfilter seien jetzt serienreif, sagt Krüger. Er produziert in Schwerin. Krüger erwähnt, er verhandele gerade mit möglichen Abnehmern in den Niederlanden und in Indien.

Auf Kieler Wunsch hin seien die Container jetzt mit zwei Metern Breite 50 Zentimeter schmaler als die Testanlage, die im April am Theodor-Heuss-Ring gestanden hatte, sagt Krüger. Vor allem aber sei die Umwälzleistung von 40.000 auf 60.000 Kubikmeter Luft pro Stunde erhöht worden, und das bei gleichem Stromverbrauch.

So lange sollen die Absauganlagen in Kiel stehen

Krüger ist sich bewusst, dass die nachträgliche Luftreinigung nur eine Übergangstechnologie ist. Seine Anlagen würden im günstigsten Fall zweieinhalb, im ungünstigsten Fall fünf bis sechs Jahre am Theodor-Heuss-Ring stehen, glaubt er. Dann werde das Problem sich erledigt haben, schon weil es dann weniger ältere Diesel-Autos gebe. Krüger: „Dann packen wir sie an die Anhängerkupplung und fahren sie wieder weg.“

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