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Kiel Lierhaus brachte Geschenke mit
Kiel Lierhaus brachte Geschenke mit
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00:17 09.12.2012
Von Karin Jordt
Ein offenes Ohr hat Monica Lierhaus beim Keksebacken auch für die Berufswünsche von Marcel (rechts) und Philipp.  Quelle: dt
Kiel

Philipp und Marcel aus dem Kinderhaus können ihr Glück kaum fassen: „Mögt ihr Fußball und St. Pauli?“, hatte die Moderatorin gefragt und fröhliches Nicken geerntet. „Dann haben wir jetzt eine Verabredung, ich lade euch ein zu einem Fußballspiel beim FC St. Pauli.“ Auch Monica Lierhaus ist sportbegeistert und hat ein großes Ziel: „WM 2014 in Brasilien – da möchte ich hin.“ Um wieder als Journalistin bei der Fußball-Weltmeisterschaft arbeiten zu können, trainiert sie täglich, hat Ergotherapie und Physiotherapie. Vom Fortschritt ihrer Genesung können sich Millionen Menschen am Bildschirm überzeugen, wenn sie sonntags in der ARD die Gewinnzahlen der Fernsehlotterie bekanntgibt. „Ich bereite mich sehr gut vor“, berichtet die 42-Jährige.

 Sie übt mit eiserner Disziplin. „Ich will gesund werden“, das hat sie sich fest vorgenommen. Seit die beliebte Sportmoderatorin 2009 nach einer Aneurysma-Operation im Kopf vier Monate im Koma lag, ist nichts mehr wie vorher. Mühsam musste sie sich ins Leben zurückkämpfen – und der Kampf ist noch nicht vorbei. „Mein Mann, mein Hund und meine Familie geben mir Kraft“, betont sie – wobei von Hochzeit nicht mehr die Rede ist. So spektakulär der öffentliche Heiratsantrag an ihren Lebensgefährten Rolf Hellgardt bei der Verleihung der Goldenen Kamera auch war, so wenig ist das Thema jetzt angesagt: „Über die Hochzeit mache ich mir keine Gedanken.“ Wichtiger ist ihr die Tätigkeit als Botschafterin; sie besucht geförderte Einrichtungen und macht Werbung für den guten Zweck.

 So war auch die Tour nach Kiel ein Arbeitseinsatz, um im St. Antoniushaus an der Rüsterstraße einen vorweihnachtlichen Spot für die Fernsehlotterie zu drehen. In der Einrichtung des Sozialdienstes katholischer Frauen, die auch von der Fernsehlotterie gefördert worden ist, leben fast 130 Mütter, Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit Behinderungen. „Alles, wobei ich helfen kann, macht mir Freude“, versichert Monica Lierhaus, besonders wenn es um Kinder gehe. Auch in Elmschenhagen richtet sich ihr Augenmerk vor allem auf die Jüngsten: „Ich habe einen kleinen, schwerbehinderten Jungen kennengelernt, die Ergotherapeutin hat ihm sehr geholfen“, erzählt sie und ist schon wieder beim eigenen Lebenslauf: Sie weiß, wie es ist, wenn man auf Hilfe angewiesen ist und möchte Mut machen, nicht aufzugeben.