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Kiel Beste Segelmacher-Gesellin ist aus Kiel
Kiel Beste Segelmacher-Gesellin ist aus Kiel
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13:33 04.02.2019
Von Laura Treffenfeld
Die 26-jährige Lütjenburgerin Liisa Michelsen hat sich im bundesweiten Vergleich als beste Segelmacherin durchgesetzt. Sie arbeitet in der Segelmacherei Schultz auf dem Kieler Ostufer. Quelle: eis - Thomas Eisenkrätzer
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Bei dem Gedanken daran muss sie lächeln. 20 Schüler waren sie in ihrem Jahrgang. Längst nicht alle kamen von der Küste. „Wir hatten auch zwei vom Bodensee dabei“, sagt sie. „Für den Blockunterricht mussten die aber zu uns in den Norden hochkommen.“ Liisa Michelsens Spezialität sind Akryl-Schutzhüllen für Segel. Die großen Taschen, die am Boot direkt an den Mast und den dazu querliegenden Baum angebracht werden, sind zum Schutz der Segel elementar. Aber auch ganze Schutzbezüge für Boote, Persenningen, gehören zu ihrem Handwerk.

Unzählige Stoffrollen liegen herum

Gesellschaft leisten ihr ab und an die Kollegen, vor allem aber unzählige Stoffrollen- und pakete, die überall herumliegen. Am Rand des Raumes thront ein Gebilde, das an ein überdimensionales Zeichenbrett erinnert. „Hier können wir die Segelstoffe einspannen und darauf Zuschnitt-Linien anzeichnen“, erklärt sie. Die Maße werden vorher in den Computer eingegeben und dann arbeitet die Maschine, der Plotter, von alleine.

Hier gibt es nicht von der Stange

Am Anfang jeder Arbeit steht jedoch erst einmal ein Bootsbesuch an. Im Hafen trifft sie sich mit den Kunden, bespricht ihre Wünsche und nimmt alle Daten auf. Danach werden in der Werkstatt die Maße auf den Stoff übertragen. „Wir klappern die Häfen von Wendtorf bis Strande ab.“ Jedes Segel, jede Plane und jede Segeltasche wird nach Auftrag gefertigt. Von der Stange kommt hier nichts, dazu sind die Gegebenheiten der Boote und deren Besatzungen zu unterschiedlich.

Wenn alle Maße übertragen und der Stoff – zumeist Polyester – zugeschnitten ist, sind noch diverse weitere Komponenten nötig, um das Segel am Ende auch dem Wind übergeben zu können. „Da müssen noch Gurte, Reißverschlüsse, Schlaufen, Leinen und Sichtfenster verarbeitet werden“, erklärt Liisa. Ein Segel ist kein zweidimensionales Gebilde, wie manche denken, sondern dreidimensional.

Die Saison beginnt Ende Februar

Die Gesellin ist nicht die erste Bundessiegerin, die in der Firma Schultz-Segel arbeitet. Auch Geschäftsführer Uwe Kock hat die Auszeichnung seinerzeit entgegengenommen. „Wir freuen uns absolut für Liisa“, sagt der Chef. Und ich denke, dass sie ein Vorbild für zukünftige Bewerber sein kann.“ Aktuell gibt es in der Firma keine Auszubildenden. Der Fachkräftemangel ist ein Problem. „Wir haben zwar noch Bewerber“, sagt Uwe Kock, „aber wir können leider niemanden einstellen, der noch nie in seinem Leben ein Boot betreten hat.“

Michelsen ist auch privat auf dem Wasser unterwegs. „Ich habe schon als Kind mit dem Segeln angefangen, erst mit dem Opti und später mit der Jolle. Irgendwann habe ich mich mal gefragt, wo eigentlich die Segel herkommen.“ Ein Gedanke, der nach der Schule und einer Zeit im Ausland die Berufswahl bestimmte. „Wenn ich jetzt mit meinem Boot rausfahre, sehe ich ständig Segel, die von uns kommen. Das ist ein schönes Gefühl.“

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