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Kiel Linker fordert Verbot von Feuerwerken
Kiel Linker fordert Verbot von Feuerwerken
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09:59 19.06.2019
Von Michael Kluth
Das Abschlussfeuerwerk auf der Förde ist für viele der Höhepunkt der Kieler Woche. Quelle: Ulf Dahl
Kiel

Feuerwerke sind ohne Frage eine schöne Sache – allerdings weder für Tiere noch für die Umwelt“, so Thoroe. „Deshalb muss der Wildwuchs während der Kieler Woche eingeschränkt werden. Ein Abschlussfeuerwerk reicht!“ Und auch da müsse nach verträglichen Alternativen wie Lasershows gesucht werden.

Im Programm der zehntägigen Kieler Woche 2019 finden sich neun Feuerwerke an acht Tagen.

Kieler Wissenschaftler warnt wegen Feinstaub vor Feuerwerk

Zuvor hatte die Stadt Konstanz am Bodensee, die als erste deutsche Stadt den Klimanotstand ausgerufen hatte, angekündigt, das Seenachtfest mit Feuerwerk 2020 abzusagen. Bereits vor Silvester 2018/19 hatten Wissenschaftler wie Prof. Edmund Maser vom toxikologischen Institut am UKSH vor Feuerwerken gewarnt: „Das Einatmen von Feinstaub gefährdet die menschliche Gesundheit.“

Die satirische "Partei" in Kiel findet, zwei Feuerwerke sind genug

In der Kieler Kommunalpolitik stößt Thoroes Verbotsforderung weitgehend auf Ablehnung. Einzig Jens Wemhöner von der satirischen „Partei“ pflichtet Thoroe bei – ganz ernsthaft. Ein Feuerwerk zum Anfang und eines zum Schluss der Kieler Woche reichten aus, sagt Wemhöner. Alle anderen sollten abgesagt werden.

Zur Kieler Woche gibt es traditionell viele Feuerwerke. Ist das angesichts der Umweltbelastungen noch zeitgemäß?
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Kieler Grüne will Feuerwerke hinterfragen

Die Grünen-Chefin Swaantje Bennecke findet, die Stadt müsse Feuerwerke „kritisch hinterfragen“ und „sehen, was man da in die Luft bläst“. Sie spricht sich aber gegen ein Sofortverbot aus.

Kieler SPD-Chefin glaubt, dass es weniger Feuerwerke werden

Die Kieler SPD-Vorsitzende Gesine Stück sagt für die Kieler Woche 2020 voraus: „Ihre Zahl wird sich im nächsten Jahr ändern.“ Die Kieler Woche werde in diesem Jahr schon an anderen Stellen nachhaltig, etwa mit dem neuen Pfandsystem.

Kieler CDU-Chef will "den Menschen nicht die Freude nehmen"

Scharfe Kritik daran, „den Menschen die Freude zu nehmen“, äußert CDU-Chef Thomas Stritzl. Zudem habe Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) „ja selbst gesagt, dass der Klimanotstand nicht wörtlich zu nehmen ist“.

Kieler FDP-Chef sieht im Feuerwerk eine "gute Tradition"

FDP-Chef Ingmar Soll sieht in den Feuerwerken eine „gute Tradition“. Der Ratsbeschluss zum Climate Emergency sage darüber nichts aus, sondern sehe das Vorziehen von Maßnahmen aus dem Klimaschutzprogramm vor.

Hintergrund

Was ist eigentlich Feinstaub?

Stäube sind feste Teilchen der Außenluft, die nicht sofort zu Boden sinken, sondern eine gewisse Zeit in der Atmosphäre verweilen. Nach ihrer Größe werden Staubpartikel in verschiedene Klassen eingeteilt. Als Feinstaub (PM10) bezeichnet man Partikel mit einem aerodynamischen Durchmesser von weniger als zehn Mikrometer. Der größte Teil der von Menschen verursachten Feinstaubemissionen stammt aus Verbrennungsvorgängen (Kfz-Verkehr, Gebäudeheizung) und Produktionsprozessen, zu dem auch der Schüttgutumschlag gehört. Feinstaub stammt auch aus natürlichen Quellen, wie zum Beispiel der Gesteinserosion, Waldbränden oder (fliegenden) Pollen.

Kieler SSW-Chef findet, es gibt Wichtigeres als Feuerwerk

SSW-Chef Marcel Schmidt sieht in Feuerwerken symbolische Einzelereignisse. Da gebe es keinen vordringlichen Handlungsbedarf. Viel wichtiger für den Klimaschutz seien strukturelle Verbesserungen wie Stadtbahn, Busse, Fähren und Radwege.

Kieler-Woche-Chef Philipp Dornberger kündigt nichtpyrotechnische Elemente an

Kieler-Woche-Chef Philipp Dornberger teilt auf Nachfrage mit: "Feuerwerke gehören seit vielen Jahren zur Kieler Woche und sind beliebt." Er versichert: "Zum Weg, die Kieler Woche langfristig nachhaltiger zu gestalten, gehört es natürlich auch, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Daher werden wir nach der 125. Kieler Woche die drei Feuerwerke, die die Stadt veranstaltet, auf den Prüfstand stellen." Und für dieses Jahr kündigt er an: "Schon zum Abschlussfeuerwerk der 125. Kieler Woche werden wir zum ersten Mal auch nichtpyrotechnische Elemente einsetzen, um diese zu testen.“

Kieler Linke kritisiert auch Hauptsponsor Audi

Der Linke Thoroe äußert unterdessen auch scharfe Kritik am Kieler-Woche-Hauptsponsor Audi. „Audi ist ein Konzern, der mit krimineller Energie auf Kosten der Gesundheit der Bevölkerung Schummelsoftware eingesetzt hat, um Feinstaubwerte einzuhalten. Dieser Konzern sollte nicht Partner der Stadt Kiel sein.

Unser Themendossier zur Kieler Woche 2019 finden Sie hier.

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