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Kiel Bauruine statt Luxuswohnungen?
Kiel Bauruine statt Luxuswohnungen?
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07:01 26.05.2018
Von Karen Schwenke
Der erste Spatenstich für den Bau in der Kieler Rathausstraße war im Dezember 2014. Das Investitionsvolumen wurde damals mit vier Millionen Euro beziffert, der Quadratmeterpreis für Käufer der Eigentumswohnungen sollte 3800 Euro betragen. Quelle: Frank Peter
Kiel

Es sollte ein Vorzeigeprojekt werden. Auf der Homepage werden die „neun exklusiven Eigentumswohnungen“ noch immer mit Superlativen angepriesen: „Beste Lage, modernste Architektur, hochwertige Ausstattung, Tiefgaragenplätze mit Autolift“. Die Fertigstellung wird für den Herbst 2017 angekündigt. „Fünf der neun Wohnungen mit einer Größe zwischen 106 und 170 Quadratmetern sind verkauft“, sagt Immobilienmakler Thomas Franke aus Flensburg, der für den Vertrieb des Neubaus zuständig war.

Bauherren haben Insolvenz angemeldet

Doch wann und ob überhaupt jemals ein Einzug in die Wohnungen möglich sein wird, steht noch infrage. Die Bauherren Thomas Quidde und Sven Reinhart haben mit ihrer für den Bau gegründeten Projektentwicklungsgesellschaft am 16. März 2018 Insolvenz wegen Zahlungsunfähigkeit angemeldet. Beide waren trotz mehrfacher Nachfragen für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Baukosten wurden überschritten

Warum die Eigentümer zahlungsunfähig sind, erklären Insider mit Überschreitungen der Baukosten. Von Nachforderungen in einer Höhe einer halben Million Euro ist die Rede. Kai-Hermann Reese, Geschäftsführer der zuständigen Rohbaufirma aus Bordesholm, erklärt: „Die Bauherren können den Mehrkosten, die entstanden sind, nicht nachkommen.“ Dies betreffe nicht nur sein Gewerk. Die erhöhten Kosten seien entstanden durch „planerische Fehlleistungen".

Beste Lösung für die Gläubiger gesucht

Der vorläufige Insolvenzverwalter Reinhold Schmid-Sperber von der Kanzlei Reimer Rechtsanwälte steht derzeit mit Projektentwicklern, Banken, Handwerkern, Lieferanten, Wohnungskäufern und Kaufinteressenten im Austausch. Ob es einen Weiterbau geben werde, und wer ihn zukünftig verantwortet, könne er derzeit nicht sagen. Möglich sei die Fertigstellung des Wohnhauses durch einen externen Investor oder durch die Eigentümergemeinschaft oder der Verkauf des Rohbaus.

Ruine wäre Katastrophe

Ausschließen lässt sich also nicht, dass der Bau zur Ruine verkommt. Das wäre eine Katastrophe, findet Makler Thomas Franke. Er hoffe sehr, dass das Projekt zu Ende geführt wird: „Ein Jammer, dass dieses Leuchtturmprojekt in Kiel in so unruhiges Fahrwasser geraten ist.“

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