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Kiel Albrecht droht mit Fahrverbot
Kiel Albrecht droht mit Fahrverbot
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13:53 26.11.2019
Von Kristian Blasel
Umweltminister Jan Philipp Albrecht (links) hält Pläne der Stadt für unzureichend und verlangt Nachbesserungen. Oberbürgermeister Ulf Kämpfer ist über die Kritik „verwundert“. Quelle: Ulf Dahl (2), Frank Peter | Montage: Lina Schlapkohl
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Kiel

Das Fahrverbot würde Diesel-Pkw der Klassen Euro 1 bis 5 betreffen und in Fahrtrichtung Westen auf beiden Spuren zwischen Lübscher Baum und Waldwiesenkreisel gelten.

„Alle bislang neu aufgebrachten Alternativmaßnahmen sind weder ausreichend wirksam noch hinreichend von der Stadt dargelegt worden“, sagt Albrecht. Nach Berechnungen des Umweltministeriums würde ohne ein Fahrverbot und ohne die Sperrungen der Stickstoffdioxidgrenzwert in Höhe von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft sowohl im nächsten Jahr als auch 2021 an dem kritischen Straßenabschnitt weiterhin deutlich überschritten werden.

Stadt will Stellungnahme in Ruhe prüfen

Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer zeigte sich über die öffentliche Kritik „irritiert und verwundert“. Die Stadt werde die Stellungnahme des Landes, die sie erst gestern Abend erreicht habe, „in Ruhe prüfen“.

Die Verwaltung hatte nach massivem Protest von Geschäftsleuten im Mai die Sperrung der Zufahrt zum Gewerbegebiet Stormarnstraße zurückgenommen und in ihrer Stellungnahme zum Luftreinhalteplan im Juli auch angekündigt, die Abfahrt Waldwiesenkreisel vorerst doch geöffnet zu lassen.

Absauganlagen und Jobticket statt Fahrverbot

Kämpfer setzt stattdessen darauf, mit Hilfe von Absauganlagen sowie dem Einsatz eines landesweiten Jobtickets die Schadstoffbelastung zu mildern. Kämpfer hatte gleichzeitig von der Idee Abstand genommen, die rechte Fahrspur für Diesel-Fahrzeuge zu sperren.

Das Umweltministerium, das derzeit an der finalen Version des Luftreinhalteplans arbeitet, hat diese Kehrtwende nicht überzeugt. „Die Stadt Kiel hat sich entschieden, ihre eigenen Vorschläge zur Luftreinhaltung am Theodor-Heuss-Ring zurückzunehmen. Damit ist sie offenbar bereit, die einzig verbleibende Alternative einer Umleitung von alten Diesel-Pkw hinzunehmen“, kritisiert Albrecht.

Grenzwerte müssen spätestens 2020 eingehalten werden

„Sollte die Stadt nicht sehr kurzfristig andere wirksame emissionssenkende Maßnahmen für den Theodor-Heuss-Ring ergreifen, ist ein Umfahrungsgebot für etwa fünf bis zehn Prozent der Fahrzeuge auf dem etwa 200 Meter langen Abschnitt unausweichlich“, sagt Albrecht. Dies ergebe sich allein aus der rechtlichen Verpflichtung, dass die Einhaltung der gesetzlichen Grenzwerte im Jahr 2020 spätestens erreicht werden müsse.

Mit Karte: Prognosen für die Entwicklung der Stickstoffdioxid-Belastung am Theodor-Heuss-Ring

Kommentar: Kristian Blasel zum Luftreinhalteplan

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