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Kiel Machtkampf an der Uni: Kempken attackiert Kipp
Kiel Machtkampf an der Uni: Kempken attackiert Kipp
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12:57 05.09.2019
Von Ulf Billmayer-Christen
Das Scheitern in der Exzellenzinitiative wirkt nach. Auch die anschließende Attacke gegen die Landesregierung scheint für Uni-Präsident Prof. Lutz Kipp (rechts) zum Bumerang zu werden. Prof. Frank Kempken (links) nennt die Forderungen Kipps „grotesk“. Quelle: Frank Peter
Kiel

Prof. Lutz Kipp hatte den Schwarzen Peter der Regierung zugeschoben, mehr Geld und ein eigenes Wissenschaftsministerium gefordert. „Bei dem Antrag in der Exzellenzinitiative gab es Schwachpunkte“, sagte Frank Kempken. „Hinzu kamen handwerkliche Fehler.“ So habe die Hochschule im Wettbewerb um den Elite-Status eine erforderliche Stärken-Schwäche-Analyse nicht vorgelegt.

Mit dieser Verfahrenskritik steht Kempken in der Uni nicht allein da. Bemängelt wird unter anderem, dass die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel ihren Antrag anders als die im Sommer gekürten Elite-Unis nicht über mehrere Jahre vorbereitet habe.

Frank Kempken: "Landesmittel zu verdoppeln, ist grotesk"

Kein gutes Haar ließ der frühere Uni-Vizepräsident an Kipps Attacke auf die Landesregierung. Seine Forderung, die Landesmittel auf 360 Millionen Euro im Jahr zu verdoppeln, sei grotesk. „In Anbetracht der begrenzten Landesmittel ist ein solcher Vorschlag völlig unrealistisch. Das würde ja bedeuten, dass für alle anderen Hochschulen in Schleswig-Holstein kein Geld mehr übrig wäre.“ Das Land habe seinen Zuschuss an die Uni bereits vor Jahren um mehrere Millionen Euro erhöht und plane für die nächsten Jahre einen Nachschlag. Kipps Wunsch nach einem eigenständigen Wissenschaftsministerium bezeichnete Kempken als „kontraproduktiv“.

CAU Kiel: Status einer Elite-Uni zum Greifen nah

Aus Sicht von Kempken hätte die CAU eine gute Chance, in der nächsten Wettbewerbsrunde 2026 den Status einer Elite-Uni und damit Zusatzfördermittel zu erhalten. „Wenn die Uni das will, müssen die Vorarbeiten aber schon demnächst beginnen.“ Vom Wissenschaftsrat festgestellte Schwachstellen, etwa eine mangelnde internationale Kooperation, seien nur langfristig zu beheben. „Eine Bewerbung kann außerdem nur erfolgreich sein, wenn wir Hand in Hand mit der Landesregierung vorgehen.“

Lesen Sie auch: Regierung verärgert über CAU-Präsidenten

Kempken kündigte an, dass er im Fall seiner Wahl zum Uni-Präsidenten als Erstes die Informationspolitik der Hochschule ändern werde. „Wir brauchen eine offene, klare und überparteiliche Kommunikation in der Universität sowie mit unseren Partnern in Stadt und Land.“ Gemeint sind damit neben dem Kieler Oberbürgermeister und den Ratsvertretern auch die Industrie- und Handelskammer sowie auf Landesebene die anderen Hochschulen sowie die Regierungskoalition und die Opposition. „Gespräche mit der AfD werde ich allerdings nicht führen.“

Gewählt wird spätestens im Januar 2020

Kempken, 59 und Biologe, ist seit mehr als 30 Jahren CDU-Mitglied und hat seine Bewerbung für das Präsidentenamt bei der Uni-Findungskommission eingereicht. Der parteilose Amtsinhaber Kipp, 56 und Physiker, hatte sich 2014 unter anderem gegen den damaligen Vize-Präsidenten Kempken als Uni-Präsident durchgesetzt. Eine vorgezogene Amtsverlängerung scheiterte allerdings im Frühjahr. Wie im Landeshaus zu hören war, hat sich eine Handvoll weiterer Kandidaten auch aus anderen Hochschulen bei der Findungskommission gemeldet – angeblich ausschließlich Männer. Gewählt wird spätestens im Januar.

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