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Kiel Der Kieler CC-Club sucht Koch-Nachwuchs
Kiel Der Kieler CC-Club sucht Koch-Nachwuchs
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08:00 27.12.2018
Von Karina Dreyer
Treffen sich, um dem Kochen zu frönen: (von links) Rainer Finnern, Aloisius Hubert und Jörg Junghans vom Kieler CC-Club kochende Männer. Quelle: Karina Dreyer
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Kiel

Auf dem Weg zum 1000. Kochabend suchen sie nun Nachwuchs. „Zunächst treffen wir uns zum Klönabend, bei dem die Speisefolge und die dafür jeweils verantwortlichen Köche festgelegt werden, beim zweiten Treffen geht es dann für ein Vier- bis Fünf-Gänge-Menü an den Herd“, erklärt Jörg Junghans, Leiter der Chuchi Kiel, das Procedere. Chuchi ist das Schweizer Wort für Küche, denn dort wurde der Club 1959 im „Zunfthaus zum Rüden“ in Zürich gegründet. Der Hintergrund: Die Sitzungen des dortigen Gemeinderates wurden abends immer länger, woraufhin der Koch sich weigerte so spät noch zu kochen. Die Mitglieder des Gemeinderates stellten sich fortan selber an den Herd. Mit der Folge, dass „die Sitzungen kürzer wurden, dafür aber mehr gekocht wurde. Und so entstand der erste Club,“ berichtet der 64-Jährige.

Immer mehr Bruderschaften entstanden, in Deutschland gibt es mittlerweile 120 Gruppen in 100 Orten mit rund 1300 Männern, die nicht nur gerne kochen, sondern auch festliche Tafeln und gute Tischmanieren mögen. Fünf Kochclubs mit 45 Mitgliedern gibt es in Schleswig-Holstein. Sie nennen sich Marmiten in Anlehnung an das französische Wort „la marmite“ für Kochtopf. Zu erkennen sind sie an den weißen Jacken, auf denen das Emblem mit den zwei blaue Cs und einem roten Hummer auf goldfarbenem Grund zu sehen ist. Die Kieler Marmiten treffen sich zum Kochabend im DRK-Seniorenzentrum in Kronshagen, wo ihnen eine große Küche und ein Speisesaal zur Verfügung stehen. Vom Aperitif, Entree, Vorspeise, Hauptgang bis zum Dessert: „Bei uns werden Gerichte gezaubert, die durchaus mit der gehobenen Gastronomie mithalten können“, so Junghans.

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Ob das Mahl dann gelungen oder nicht gelungen ist, darüber urteilen die Mitglieder mit dem Daumenzeichen nach oben oder nach unten. „Meistens geht er natürlich nach oben, es gibt deutlich mehr Lob“, so Hubert. In der kochenden Bruderschaft gelten auch sonst strenge Regeln und Hierarchien. Wer dabei sein möchte, muss sich durch die Zubereitung eines sehr fluffigen Schaum-Omeletts erst als würdig erweisen. Im Club nimmt jeder Neue zunächst den Rang eines „Apprentis“, eines Lehrlings, ein. Er kann aber durch seine Kochleistungen zum „Chef de Chuchi“ mit einem blauen Halsband, dann „Maitre“ mit einem gelben oder gar „Grand Maitre“ mit einem grünen werden.

Um diese Kultur in Kiel zu wahren, sucht die Chuchi Kiel kreativen Nachwuchs, der sich die Zeit zum Kochen und Schlemmen nimmt, der Monatsbeitrag liegt bei 36 Euro. Nähere Infos bei Jörg Junghans unter Tel. 04346/601166.

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