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Kiel Krieger und Kreuzfahrer an allen Kais
Kiel Krieger und Kreuzfahrer an allen Kais
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21:00 08.06.2019
Von Frank Behling
Kriegsschiffe, Kreuzfahrer und Fähren bestimmen am Sonnabend das Bild im Kieler Hafen. Im Ostuferhafen haben der Marinetanker "Rhön", der Kreuzfahrer "MSC Meraviglia" und die Frachtfähre "SCA Östrand" festgemacht. Quelle: Frank Behling
Kiel

Während die Kreuzfahrtschiffe "Aidaprima", "Mein Schiff 4" und "MSC Meraviglia" ihre Passagiere in Kiel tauschen, packen auf den Marineschiffen die Soldaten Proviant und Ausrüstung. Gleichzeitig müssen Tausende Soldaten und Passagiere mit den Shuttlebussen zwischen den Liegeplätzen und der Innenstadt transportiert werden.

Busse aus ganz Norddeutschland

Für die Abfertigung der Kreuzfahrtschiffe und die Shuttleverkehre der Marineschiffe sind in Kiel Busse aus ganz Norddeutschland zusammengezogen worden. Sogar aus Niedersachsen sind Busse nach Kiel geholt worden.

"Das ist schon eine Herausforderung", sagt Jens-Broder Knudsen von der Maklerei Sartori & Berger. Sein Unternehmen gehört zusammen mit den Firmen UCA und KSK zu den Unternehmen, die die Logistik für Kreuzfahrer und Marineschiffe organisieren.

 Die Kapazitäten der regionalen Busunterneghmen stoßen aber an ihre Grenzen, zumal ab Sonnabendnachmittag auch viele der rund 7000 Soldaten zusätzlich Landgang haben und mit Bussen in die Stadt fahren wollen.

Die bislang größte Zusammenballung von Marineschiffen seit 30 Jahren lockte am Wochenende auch viele Tagestouristen an. An der Kiellinie waren alle Parkplätze belegt und die Hafenrundfahrten mit dem Fördeschiff "Schilksee" waren gut ausgebucht.

Auslaufen beginnt ab 7 Uhr

Für die Besatzungen der Kieler Hafenschlepper startet der Dienst am Pfingstsonntag kurz nach dem Hellwerden. Ab 7 Uhr soll das Auslaufen der großen Einheiten im Tirpitzhafen beginnen. Für dieses Vorhaben sind alle Schlepper der Marine und der Reederei SFK bereit.

Bis zum frühen Nachmittag soll der Tirpitzhafen sich geleert haben. Der Flugzeugträger "Juan Carlos I" soll gegen 9 Uhr ablegen. Danach sollen die Schiffe im Stundentakt folgen. Nur eine kleine Nachhut bleibt bis zum Sonntag.

"Der erste Abschnitt des Manövers erfolgt hier vor Kiel. Dabei geht es darum, aus den Einheiten einen Verband zu formen", sagte Vizeadmiral Andrew Lewis von der US Navy. Der ehemalige Kampfpilot aus Kalifornien hat das Kommando über das Manöver.

Briten bleiben noch bis zum Juli in der Ostsee

Mit dabei ist Konteradmiral Andrew Burns von der britischen Marine. Die Briten sind mit 3000 Soldaten an dem Manöver Baltops beteiligt. Sie wollen bis zur Kieler Woche gemeinsam auf der Ostsee üben. Die Briten stärken seit Jahren ihr Engagement in der Ostsee.

Anders als für die US Navy, geht für die Briten der Einsatz auf der Ostsee nach der Kieler Woche weiter. "Unsere Einheiten gehören zu dem Verband Baltic Protector, wir werden fünf Wochen in der Ostsee bleiben", sagt Burns.

Der Brite ist nicht das erste Mal in Kiel. "Ich war 1989 als junger Kadett mit dem Zerstörer 'Bristol' erstmals in Kiel", sagt Burns. Zeit für Landgang hat er jetzt an diesem Wochenende nicht. "Dafür ist noch zu viel zu tun", sagt er.

Technik aus Lübeck fährt auch mit

Die Briten haben in ihrer Task Force auch die größte Hubschrauberflotte dabei. Allein an Bord des Unterstützungsschiffes "Argus" stehen fünf Hubschrauber. Außerdem gibt es an Bord des 30 Jahren alten Schiffes auch das größte Hospital - ausgestattet mit Technik von Dräger aus Lübeck.

Im Kieler Hafen mussten für die Unterbringung der Schiffe von der Marine auch zwei Liegeplätze im Ostuferhafen gebucht werden. Der Tanker "Rhön" und der Versorger "Bonn" machten dort zwischen Fähren und Kreuzfahrern fest. Auch diese Schiffe werden Kiel am Sonntag verlassen.

Parallel zu den Schiffen in Kiel erfolgt auch der Transport von Militärausrüstung ins Baltikum weiter. Aus Italien kommend passierte am Morgen die belgische Frachtfähre "Capucine" den Nord-Ostsee-Kanal. Der große US-Materialtransporter "Medgar Evers" passierte am Sonnabend den Großen Belt.

Im Kieler Hafen war am Sonnabend viel los. Kreuzfahrer, Kriegsschiffe und Fähren sorgten für Hochbetrieb.
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