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Kiel Supernasen geht es nur um Belohnung
Kiel Supernasen geht es nur um Belohnung
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07:00 28.12.2015
Von Karina Dreyer
Der drei Jahre alte Magyar Vizsla Nemo ist lernfreudig, wesensfest, gesund und leicht motivierbar. Quelle: Karina Dreyer
Kiel

Gute Nasen haben die meisten Hunderassen, ebenso Spaß daran, sie einzusetzen. „Hunde haben ein 40 Mal größeres Riechzentrum als Menschen“, erklärt sie. Und genau das kommt zum Einsatz, wenn der Mensch verschwunden ist, sein Individualgeruch wie Schweiß, Hautschuppen und Atmung aber noch bis zu zehn Tage irgendwo haften bleibt. Ob Wald, Wiese, Gebäude oder Flughafen: Für Hunde gibt es eine Menge zu erschnüffeln, denn der Mensch verliert pro Minute rund 40000 Hautzellen.

 Doch Mantrailen will gelernt sein, zwei Jahre dauert die Ausbildung zum Personensuchhund. „Je jünger der Hund ist, desto besser. Er sollte jedoch nicht älter als zwei Jahre sein, wenn er mit der Ausbildung beginnt“, erklärt sie. Dabei sei das Team Hundehalter und Hund sehr wichtig, denn „der Halter muss seinen Hund lesen können“. Zudem sollte der Vierbeiner lernfreudig, wesensfest, gesund und leicht motivierbar sein. Der Halter muss bereit sein, viel zu trainieren, auch nachts für Einsätze aufzustehen, und er muss psychisch belastbar sein. Angefangen wird mit kleinen Strecken. Bei einer der Prüfungen stehen dann 1200 Meter Suchstrecke an – mit einer 24 Stunden alten Geruchsspur. Dann heißt es noch, alle zwei Jahre die Einsatztauglichkeit wieder unter Beweis zu stellen. Auch das Geld spielt eine wichtige Rolle: Kleidung, Ausrüstung und Ausbildung müssen für diesen ehrenamtlichen Einsatz selbst bezahlt werden.

 Carola Döring aus Preetz hat in ihrer Staffel, den Eagledogs, derzeit drei ausgebildete Hunde und drei Nachfolger. „Die Hundeführer bei uns in der Staffel haben eine Ausbildung zum Ersthelfer, sind Sanitäter, Krankenschwester oder Ärzte“, sagt die 41-Jährige. Die meisten von ihnen trainieren zwei Mal in der Woche, Carola Döring sogar bis zu sechs Mal. Gerne auf realen Schauplätzen mit vielen Menschen wie zum Beispiel auf Flughäfen oder Märkten. „Da machen wir aber nur kurze Trails, denn die Geräuschkulisse, die Gerüche und der Stress sind für den Hund enorm“, sagt sie.

Ehrenamtlich und kostenfrei

 Alarmiert wird die Staffel von den Einsatzleitstellen der Polizei oder Feuerwehr, auch Altenheime oder Krankenhäuser rufen sie direkt an. „Das machen wir alles ehrenamtlich und kostenfrei“, betont Carola Döring. Bevor die Suche los geht, braucht es den Individualgeruch der vermissten Personen, bei denen es sich meist um an Demenz erkrankte Menschen, Suizidverdächtige oder Personen handelt, die beispielsweise nach einem Unfall unter Schock stehen.

 Damit der Hund den Geruch des Menschen erfasst, reichen Kleidungsstücke, Taschentücher oder Schlüsselbund des Vermissten. Die Dinge darf nur kein anderer berührt haben. Bei einem Unfall gab es einmal keinen Geruchsträger, da hat das Team das Lenkrad im Unfallwagen mit einer sterilen Kompresse abgewischt. Für den Hund hat das als Hinweis tatsächlich gereicht.

 Die Motivation des Hundes ist nicht die Liebe zum Menschen, sondern ihm geht es um die Wurst, seine Belohnung, wenn er die vermisste Person gefunden hat. „Das ist natürlich schon skurril, wenn der Hund einen Menschen tot entdeckt und sich trotzdem freut“, erzählt sie.

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