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Kiel Kienecker liest Simonis in Kiel
Kiel Kienecker liest Simonis in Kiel
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11:00 07.09.2019
Von Annette Göder
Üben mithilfe von Zeichen im Manuskript: Die Schauspielerin Marie Kienecker bereitet sich auf die Lesung des Werks "Drei Rheintöchter" von Heide Simonis vor, das sie als Hörbuch eingesprochen hat. Quelle: Annette Göder
Kiel-Dietrichsdorf

Vor zwei Jahren kam das Projekt ins Rollen: Marie Kienecker, die beim Theater Kiel arbeitet, hatte in Dietrichsdorf und im Schauspielhaus aus dem Werk „Alles Märchen! Insider packen aus“ der ehemaligen Ministerpräsidentin Heide Simonis gelesen. Kienecker erzählt: „Ihr Ehemann Udo fragte mich, ob ich mir vorstellen könnte, ihr Buch ,Drei Rheintöchter' als Hörbuch einzusprechen. Den bevorstehenden 75. Geburtstag seiner Frau sah er als wunderbaren Anlass dafür.“

Es folgten Besuche bei dem Ehepaar, um Absprachen zu treffen. Die Kindheitserinnerungen hat Heide Simonis gemeinsam mit ihren beiden Schwestern verfasst. „Heide und Udo wollten ursprünglich drei Sprecherinnen und einen Erzähler, doch sie ließen sich überzeugen, dass eine einzige Sprecherin dem Hörbuch eine Einheit verleiht“, berichtet die Schauspielerin. Für die Aufnahmen konnten sie den Hamburger Audiolino-Verlag gewinnen, für den Kienecker bereits an Hörbuchproduktionen mitgewirkt hatte. „Das Buch musste gekürzt werden, sodass für das bessere Verständnis auch Kapitel umgestellt wurden“, erzählt die 38-Jährige.

Die Geschichte der „Drei Rheintöchter“  spielt in Bonn

Dann begann für sie die Arbeit: „Ich habe mir knifflige Stellen im Manuskript markiert, unter anderem die Ausdrücke im rheinischen Dialekt“, berichtet sie. Pänz? Piesepampel? Was war damit gemeint, und wie sollte sie die Worte aussprechen? Das Buch spielt in den Nachkriegsjahren in der damaligen Bundeshauptstadt Bonn. Kieneckers Verwandtschaft bot Hilfe an: „Ich habe eine Tante in Königswinter bei Bonn“, berichtet die in Münster geborene Schauspielerin. „Über Whatsapp gingen Sprachnachrichten hin und her.“ Alle Stellen, deren Nuancen ihr unklar waren, besprach sie mit dem Aufnahmeleiter: Ist es Ironie oder Ernst?

Für jede Rolle wählte Kienecker im Manuskript eine unterschiedliche Farbe, und Einschnitte zum Atmen markierte sie ebenfalls. „Das Ergebnis ähnelt einer Partitur“, sagt die Schauspielerin. Dann hieß es: Üben, üben, üben. „Ich lese den Text immer wieder laut, damit er flüssig klingt und Spannungsbögen zum Ausdruck kommen“, schildert Kienecker. Nach drei Monaten war es so weit: Im Tonstudio hat sie an zweieinhalb Tagen die drei CDs eingesprochen.

In ihrer Stimme stecken viele Emotionen

Die Sprecherin legt Heiterkeit, Ekel, Scham, Abscheu und Liebenswürdigkeit in ihre Stimme, wenn sie von Hamsterkäufen, kratzigen Wollstrümpfen, Sonntagskleidern und der täglichen Ration Lebertran spricht. Schon im Studium hat sie in der Radio-Kindersendung "Mikado" fantastischen Wesen ihre Stimme verliehen und in einer Wissenssendung für kleine Leute einem „Babyblutkörperchen“ Leben eingehaucht. Das Eintauchen in die unterschiedlichen Stimmen ist ihr so in Fleisch und Blut gegangen, dass ihre kleine Tochter sie beim Vorlesen manchmal bittet, doch „ganz normal“ zu lesen.

In ihrer Schauspielausbildung in Hamburg habe der Schwerpunkt auf dem Bereich „Sprechen“ gelegen, berichtet sie. Ihre Stimme charakterisiert sie selbst als „lebendig und hauchig“. Andere würden sagen: jung und frisch, meint sie.

Übereinstimmungen zwischen Simonis und Kienecker

Zu einer engagierten Lesung trägt in ihren Augen – oder besser Ohren –, bei, „dass der Sprecher oder die Sprecherin die Personen liebt.“ In diesem Fall: „Es gefällt mir, dass Heide Simonis spitzbübisch und schelmisch erzählt.“ Und sie findet die Politikerin „beeindruckend“: „Sie verbindet Stärke mit Sanftheit und sagt geradeheraus ihre Meinung.“ Zwischen Simonis und Kieneckers Kindheit liegen rund vier Jahrzehnte. Und doch sieht die Schauspielerin, die ebenfalls zwei Geschwister hat, Parallelen: „Eiskunstlaufen im Wohnzimmer, Schrecken im Keller und strenge Blicke der Mutter – das kenne ich auch.“

Bei der Lesung im Strohredder 17 werde die an Parkinson erkrankte Heide Simonis nicht dabei sein können, wohl aber ihr Ehemann, teilte Peter Schümann mit. Der Vorsitzende des Büchereivereins Dietrichsdorf und sein Team veranstalten die Lesung. Der Eintritt ist kostenlos, eine Spende wird erbeten. Anmeldungen sind möglich unter kontakt@ichlesegern.de.

Eine Hörprobe ist verfügbar unter: 

http://www.audiolino.de/joomla/Joomla_3/index.php/produkte/alle-hoerbuecher/product/view/8/481

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