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Kiel Gnadenfrist für die „Gorch Fock“
Kiel Gnadenfrist für die „Gorch Fock“
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19:40 24.01.2017
Von Frank Behling
Die Zukunft des Segelschulschiffs „Gorch Fock“ soll sich nach in der kommenden Woche klären. Quelle: Frank Behling (Archiv)
Kiel/Berlin

Entweder wird das Schiff trotz ständig steigender Sanierungskosten ein weiteres Mal repariert oder zugunsten eines Neubaus außer Dienst genommen. „Wir müssen die Entscheidung der Ministerin abwarten, welche Alternative greift“, sagte Kapitän zur See Johannes Dumrese, Sprecher des Marinekommandos in Rostock. Die „Gorch Fock“ liegt seit inzwischen einem Jahr in der Werft. Weil die Sanierung des 60 Jahre alten Schiffes immer teurer wird, wachsen die Spekulationen, dass von der Leyen einen Schlussstrich ziehen könne. In Marinekreisen wird aber weiterhin davon ausgegangen, dass an dem Schiff vorerst festgehalten wird.

Bartels würde Neubau begrüßen

Das für die Bauaufsicht bei der Überholung zuständige Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr in Koblenz war am Dienstag zu keiner Stellungnahme bereit. Eine klare Position für die „Gorch Fock“ bezog dagegen der Wehrbeauftragte des Bundestags, Hans-Peter Bartels (SPD). „Das Schiff ist ein maritimer Botschafter der Bundesrepublik und ein Wahrzeichen für die Marine und muss erhalten bleiben“, sagte Bartels. Er sprach sich für die Fortsetzung der Sanierung aus. Die Arbeiten an dem 1958 in Hamburg bei Blohm+Voss gebauten Schiff ruhen seit dem Jahreswechsel. Die Besatzung der „Gorch Fock“ bewacht derzeit das Schiff im Dock der Bremerhavener Bredo-Werft. Mittelfristig sieht auch Bartels den Bedarf für ein neues Schiff. „Ein Neubau wäre gerade unter dem Gesichtspunkt einer europäischen Zusammenarbeit bei der Ausbildung der Soldaten zu begrüßen“, so Bartels.

Der segelnde Patient

Die „Gorch Fock“ ist das derzeit älteste Schiff der deutschen Marine. Die 1958 von der Hamburger Werft Blohm + Voss gebaute Bark ist zugleich das letzte deutsche Marineschulschiff – von allen blieb nur die „Gorch Fock“ übrig. Seit dem 50. Dienstjubiläum 2008 ist das Schiff aber zu einem Stammkunden der Elsflether Werft geworden. In festen Abständen wurde saniert und repariert. Wie das Rüstungsamt der Bundeswehr mitteilte, wurden seit 2008 rund 30 Millionen Euro investiert, um Verschleißerscheinungen am Rumpf, dem Deck und der Maschine auszubessern oder das Schiff an neue Vorschriften des Arbeitsschutzes und der Betriebssicherheit sowie interne Vorgaben der Bundeswehr anzupassen.

Auf dem internationalen Schiffbaumarkt ist ein vergleichbarer Neubau für 20 bis 30 Millionen Euro mit einer Bauzeit von drei bis vier Jahren zu bekommen. Zuletzt hatten Indien, Oman, Algerien und Brasilien neue Segelschulschiffe für ihre Seestreitkräfte bauen lassen. Sollte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen die Sanierung stoppen und die Außerdienststellung anordnen, würde aber auch dieser Schritt mit erheblichen Kosten verbunden sein. Natürlich müssten alle vom Bundesamt für Ausrüstung vergebenen Aufträge zur Sanierung der Bark bezahlt werden. Auch hier wird in Werftkreisen ein zweistelliger Millionen-Betrag genannt.

Substanz wäre für zehn Jahre gesichert

Konkret wird beispielsweise bei einer Werft in Bremerhaven am Bau der neuen Masten gearbeitet. Im März sollen sie nach Elsfleth gebracht werden, wo derzeit auch die alten Masten gelagert sind. In Elsfleth soll das Schiff nach derzeitiger Planung auch wieder aufgetakelt werden. Wenn die Arbeiten nach der Zustimmung der Ministerin nächste Woche fortgesetzt würden, könnte das Schiff im Spätsommer wieder in Fahrt kommen. Zumindest für zehn Jahre wäre die Substanz der „Gorch Fock“ gesichert.

Ein Neubau wäre nach europaweiter Ausschreibung frühestens in vier bis fünf Jahren einsatzbereit. Der Einsatz eines Ersatzseglers scheiterte, da keines der weltweit zur Verfügung stehenden Segelschulschiffe den hohen Sicherheitsvorgaben der Bundeswehr entsprach. Selbst die „Eagle“, eine von der US-Küstenwache betriebene Schwester der „Gorch Fock“, gilt demnach als unsicher. Derzeit absolvieren einige deutsche Offizieranwärter kurze praktische Abschnitte der Ausbildung bei der Royal Navy auf einem Hubschrauberträger sowie auf einem Aufklärungsschiff der deutschen Marine.

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