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Kiel Marineschlepper ist 50 Jahre alt
Kiel Marineschlepper ist 50 Jahre alt
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11:42 25.08.2018
Von Frank Behling
Der Marineschlepper "Spiekeroog" ist seit 50 Jahren im Dienst der Marine. Quelle: Frank Behling
Kiel

Die Besatzung des in Kiel stationierten Marineschleppers "Spiekeroog" feierte jetzt im kleinen Kreis das runde Jubiläum des Tags der Indienststellung. Eine offizielle Feier gab es bei der Marine noch nicht. Sie soll im nächsten Jahr nachgeholt werden, heißt es auf nachfrage. Der Grund: Die "Spiekeroog" liegt seit Dezember 2016 in Wolgast in der Werft. Die Überholung des Schleppers ist, ähnlich wie bei der "Gorch Fock", komplexer und langwieriger als zunächst gedacht. 

Am 14. August 1968 war das anders, als die "Spiekeroog" als leistungsstarker Seeschlepper beim 1. Versorgungsgeschwader der Bundesmarine in Kiel in Dienst gestellt wurde. Damals gab es ein Doppelevent, da die "Spiekeroog" an dem Tag zusammen mit der "Langeoog" in Dienst gestellt wurde.

Mit dem Dienstjubiläum der "Spiekeroog" steigt der Kreis der größeren Einheiten der "Ü50"-Klasse in der Deutschen Marine jetzt auf vier Schiffe. Neben der "Spiekeroog" haben bereits die Schwester "Wangerooge", der Schlepper "Fehmarn" und die "Gorch Fock" die Marke von 50 Dienstjahren überschritten.

Die "Spiekeroog" wurde mit fünf Schwesterschiffen 1968 bis 1971 von der Werft Schichau Unterweser in Bremerhaven an die Bundesmarine geliefert. Vier der sechs Einheiten sind heute noch Teil der Flotte. Die "Spiekeroog" ist dabei als Schlepper in Kiel stationiert und beim Trossgeschwader beheimatet. Das Trossgeschwader ist auch für die im April 1968 in Dienst gestellte Schwester "Wangerooge" zuständig. Die etwas jüngeren Schwestern "Juist" und "Baltrum" sind als Taucherschulboote in Neustadt/Holstein beim dortigen Schiffssicherungszentrum stationiert. Die Schlepper "Langeoog" und "Norderney" wurden inzwischen ausgemustert.

In der Deutschen Marine erfüllen die Schlepper der Klasse 722 heute wichtige Aufgaben bei der Ausbildung von Seeleuten sowie als Sicherungsfahrzeuge bei Manövern. Darüber hinaus dienen sie auch als schwimmende Übungsziele für Spezialkräfte und U-Boote. 

Kummer bereiten aufgrund des hohen Dienstalters die Wartungsarbeiten der aus Maybach-Motoren bestehenden Antriebsanlagen. So liegt neben der "Spiekeroog" auch die Schwester "Baltrum" gegenwärtig bei der Peenewerft zur Überholung, letztere allerdings erst seit Oktober.

In der Nato gehören die "Spiekeroog" und ihre drei Schwestern zu den ältesten Marine-Seeschleppern. Übertroffen werden sie nur von einem Hochseeschlepper der türkischen Marine, der 1946 in Dienst gestellt wurde und inzwischen auf 72 Dienstjahre zurückblicken kann. Wann es neue Schlepper für die deutsche Marine geben wird, steht noch in den Sternen. 

Eine schnelle Ersatzbeschaffung dieser Bootsklasse, wie bei anderen Marinen sonst möglich, ist für die Deutsche Marine aufgrund der komplexen Beschaffungsbürokratie nicht machbar. Nach der umfangreichen Überholung plant die Marine jetzt weiter bis 2025 mit dem Arbeitsschiff.

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