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Kiel Neuer Kommandeur und viele Bauprojekte
Kiel Neuer Kommandeur und viele Bauprojekte
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22:10 25.09.2019
Von Frank Behling
Kommandoübergabe: Fregattenkapitän Lars Petersen, Kapitän zur see Richard Ernst Kesten und Fregattenkapitän Alexander Koch (von links) bei der Übergabe. Quelle: Frank Behling
Kiel

„Es ist schön, dass ich einen Stützpunkt übergeben darf, für den die Weichen gestellt sind“, sagte Koch. Investitionen über 150 Millionen sind eingeleitet, Bauarbeiten zu Lande und im Wasser laufen. Unterkunftsgebäude entstehen bereits, und die Planungen für den Bau einer großen Feuerwache und eines Sozialgebäudes mit Küche und Freizeiteinrichtungen laufen. 

Liegeplätze müssen ausgebaggert werden

Im Fokus stehe das Tagesgeschäft, mit der Bereitstellung von Liegeplätzen, Hafenschleppern und Gabelstaplern. Die sich radikal veränderte Lage im Ostseeraum lässt sich auch in der Leistungsbilanz ablesen: 2200 Aufträge wurden für deutsche und ausländische Schiffe abgeleistet, 3,1 Millionen Liter Kraftstoff wurden aus den Tanks in Schiffe und Boote gepumpt und mehr als 150 Tonnen Proviant und Ausrüstung auf Schiffe geliefert, zählt Koch auf. 

Höhepunkt sei für ihn ganz klar das Manöver US Baltops in diesem Jahr gewesen, bei dem Kiel als einziger Marinehafen der Nato an der Ostsee in der Lage war, die mehr als 50 Einheiten und mehr als 7000 Soldaten aufzunehmen. Dabei zeigten sich auch Schwachstellen an den Liegeplätzen, die zum Teil im Laufe der Jahre zuvor versandet sind.

„Die wieder zunehmenden Größen bei den Schiffen machen eine Vertiefung der Liegeplätze erforderlich“, sagte Koch an die Adresse des für die Infrastruktur des Stützpunktes zuständigen Infrastrukturamts der Bundeswehr in Bonn

500 Schiffsabfertigungen pro Jahr

Mit rund 500 Abfertigungen von Schiffen ist Kiel der am meisten frequentierte deutsche Marinestützpunkt an der Ostsee. „Der Schwerpunkt der Nato hat sich wieder in die Ostsee verlegt. Kiel spielt dabei eine zentrale Rolle. Es wiegt dabei aber schwer, dass Deutschland mehr mit logistischer Unterstützung als mit operativen Einheiten dabei ist“, sagte Kapitän zur See Richard Ernst Kesten in der Ansprache zum Wechsel der Kommandeure.

Der Kieler Stützpunkt habe als „Logistikdrehscheibe“ heute eine sehr wichtige Aufgabe im Ostseeraum. In dem Hafen in der Wik sind rund 20 Einheiten mit 1700 Besatzungsmitgliedern. Neben zwölf Minensucheinheiten, drei Tendern, mehreren Minensuchdrohnen, Arbeitsbooten und vier Schleppern gehört seit kurzem auch das aus Warnemünde nach Kiel verlegte Ölbekämpfungsschiff „Bottsand“ dazu. 

Nur die "Gorch Fock" fehlt

Mit Blick auf ein Schiff wurde der gelernte U-Boofahrer Koch aber wehmütig. So wird er als erster Kieler Stützpunktkommandeur in die Geschichte der deutschen Marine eingehen, der in seiner gesamten dreijährigen Amtszeit nicht ein einziges Mal die „Gorch Fock“ an ihrem Liegeplatz im Stützpunkt zu sehen bekam. „Dabei weiß ich nur zu gut, dass ein Hafen mit einem Segelschulschiff einfach besser aussieht“, so Koch, der selbst als Kadett auf der Bark fuhr.

Die Besuche von Segelschulschiffen aus den USA, Mexiko und Spanien seien dabei zwar ein schöner Ausgleich gewesen, das ersetze aber eben nicht die „Gorch Fock“. Sie liegt seit Dezember 2015 in der Werft. Schwer wird ihm der nächste Schritt fallen. So wechselt Koch zum Kommando Cyber- und Informationsraum nach Bonn. Damit ist dann für ihn die Zeit in der Marineuniform vorbei, da dort Flecktarn-Uniform getragen wird. 

Für den neuen Kommandeur Lars Petersen (50) ist es eine Rückkehr in den Hafen, wo seine Dienstzeit in der Marine auf dem Schnellboot „Nerz“ einst begann. Der erfahrene Logistikexperte hat eine Vielzahl an Verwendungen durchlaufen und gehörte zuletzt zum Marinekommando in Rostock. Die Versetzung nach Kiel gibt ihm jetzt wieder mehr Möglichkeiten zur Gestaltung. 

500 Schiffe, 150 Tonnen Material  und 3,1 Millionen Liter Kraftstoff werden pro Jahr im Tirpitzhafen abgefertigt.

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