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Kiel Markthändler wollen frische Ideen
Kiel Markthändler wollen frische Ideen
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07:00 06.02.2015
Von Günter Schellhase
In der Mitte des Wochenmarktes auf dem Blücherplatz klaffen große Lücken. Der Initiativkreis möchte, dass die Stadt die Stände konzentriert, um Parkstreifen zu schaffen. So könnten die Kunden in unmittelbarer Nähe parken. Quelle: Frank Peter
Kiel

Die Straßen rund um den Wochenmarkt auf dem Blücherplatz haben die Kunden zugeparkt. Aber zwischen den bunten Ständen mit frischem Obst, Gemüse, Brot, Blumen, Fleisch, Fisch, Käse und Spezialitäten aus mediterranen Ländern klaffen große Lücken. „Warum konzentriert die Stadt die Händler nicht in einem Bereich und schafft auf der Freifläche Parkstreifen für unsere Kunden?“, fragt Holzofenbäcker Andreas Vorbeck, Sprecher des Initiativkreises der Händler. Das würde auch das Gesamtbild auf dem Blücher verbessern, wenn die Stände näher zusammenrückten und dem Einkäufer ein geschlossenes Bild böten.

 Auf dem Exerzierplatz, dem von der Händleranzahl größten Markt in Schleswig-Holstein, sei so Stellfläche für Pkw geschaffen worden, die die Einkäufer gut annähmen. Aus Sicherheitsgründen macht sich Vorbeck hier aber für eine Einbahnstraßenregelung stark, weil es schon oft brenzlige Situationen gegeben hätte. Mehr Stromkästen wünscht sich der Initiativkreis auf dem Blücherplatz. „Wir könnten noch einige Händler aufnehmen, so gibt es aber zu wenige Steckdosen“, sagt Vorbeck: „Dafür sind die meisten von uns bereit, mehr Standgebühr zu zahlen.“ Jetzt würden überall auf der Fläche Kabel herum liegen, die als Stolperfalle eine Gefahr für die Kunden darstellten.

 Neben diesen „Kleinigkeiten“ fehlt den Händlern ein Gesamtkonzept. Sie wünschen sich einen lebendigen Markt mit Attraktionen wie zum Beispiel Musiktagen, Kochevents oder anderen Vorführungen. Zudem könnte in Broschüren für saisonale Höhepunkte wie Erdbeertage oder Spargelwochen geworben werden. Um so etwas auf die Beine zu stellen, fehlt es den Beschickern an Kompetenz und Zeit. „Kiel Marketing hat das Know-how mit der Organisation vieler Veranstaltungen und könnte helfen“, meint der Holzofenbäcker.

 Überhaupt: Mit Fördermitteln könne ein externer Moderator engagiert werden, der Kunden, Anwohner und Händler aller Kieler Märkte nach ihren Erwartungen befragt und ein Konzept entwickelt. Nach einer Planungsphase von einem halben Jahr, schlägt Vorbeck vor, könnte man sukzessive die Märkte in den folgenden Jahren weiter entwickeln. Als ein gutes Beispiel führt er Eckernförde an. Dort habe sich die Stadt der Beschicker angenommen und mit ihnen gemeinsam an der Attraktivität gefeilt.

 Der Ökomarkt freitags auf dem Asmus-Bremer-Platz fristet mit den drei Ständen ein tristes Dasein. Vorbeck sieht hier ein großes Potenzial, wenn die Stadt den Platz für andere Anbieter öffnet: „Das würde eine Nahversorgungslücke in der Innenstadt schließen, wenn es ein größeres Angebot mit zwei Schlachtern, Brothändler, Gemüseständen und Käsewagen geben würde.“ Ein großer Stadt-Markt könnte auch für mehr Frequenz in der Holstenstraße sorgen, ist sich der Holzofenbäcker sicher.

 „Wir werden Gespräche mit den Marktbeschickern führen und freuen uns über gute Ideen“, sagte Arne Gloy vom städtischen Presseamt. Vor möglichen Veränderungen seien aber diverse Aspekte und die Wünsche möglichst aller Beschicker zu bedenken.