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Kiel Gemeinschaft in stürmischen Zeiten
Kiel Gemeinschaft in stürmischen Zeiten
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19:30 08.12.2019
Von Karina Dreyer
Trotzten dem Sturm und Regen vor der Pauluskirche (von links): Dorit Hamer, Dorothee Thomanek, Heidrun Ahrens, Doris Freue, Michaela Peschel und Babette Ney. Quelle: Karina Dreyer
Kiel

Glühwein, Erbsensuppe, Tannenbäume und Kekse: Trotz des rauen Wetters zog es viele zu einem der schönsten Weihnachtsmärkte Kiels, der im Laufe der Jahre 316.000 Euro für den guten Zweck gesammelt hat. Alle neun Serviceclubs und sämtliche Institutionen waren wieder beteiligt und bereiteten den Markt liebevoll vor. „Gerade in einer Zeit, in der immer mehr Menschen nur an sich selber denken, wird es immer wichtiger, zusammenzurücken“, sagte Organisatorin Sabine Romann.

Brustkrebs ist längst kein Tabuthema mehr

In diesem Jahr gibt es „erstmals ein reines Frauenthema, das wir unterstützen“, sagte Andrea Lindemann, Präsidentin des Inner Wheel Clubs Kiel. Sie hatte den Verein als diesjährigen Spendenempfänger vorgeschlagen. Ganz leicht sei es nicht gewesen, die Männer zu überzeugen. „Früher war Brustkrebs ein Tabuthema, das hat sich verändert. Der Verein macht klar, dass es auch junge Frauen treffen kann“, sagte Vizepräsidentin Christine Hassenstein.

55 Mitglieder hat der Kieler Inner Wheel Club. „Ursprünglich waren die Mitglieder nur weibliche Familienangehörige von Rotariern, seit 2003 ist das keine Voraussetzung mehr“, sagt sie. Stolz ist Andrea Lindemann über das Engagement:  "Wir Frauen machen alles selbst und finanzieren uns darüber“, sagt sie und verweist auf die zahlreichen weihnachtlichen Produkte in der Pagode.

Brustkrebs Sprotten entstanden aus Selbsthilfegruppe

Im Foyer der Pauluskirche stellte sich der Verein Kieler Brustkrebs Sprotten vor. Nina Hübner bekam 2015 die Diagnose Brustkrebs und fand zwei weitere Betroffene, mit denen sie eine Selbsthilfegruppe gründete. „Daraus ist der Verein entstanden. Es gibt unter anderem Treffen für Frauen, die vor der Menopause erkrankt sind und Treffen für Frauen zwischen 50 und 60 Jahren, alles unter dem Motto: Jetzt erst recht“, sagt sie. Hinzu kommt der Sprottensport.

Um Frauen während des Weihnachtsmarktes zu zeigen, wie wichtig das regelmäßige Abtasten der eigenen Brüste ist, gab es drei Brustimitate mit und ohne Knoten, um erste Anzeichen besser erkennen zu können. „Das Geld wollen wir für eine Sprottensprechstunde im UKSH verwenden, um Frauen schon bei dem leisesten Verdacht zu begleiten“, sagte sie. Angeschafft werden sollen unter anderem Büromöbel, Computer, Kinderspielecke und Anschauungsmaterial.

Adventliche Musik in der Kirche

Angelika Volquartz, ehemalige Oberbürgermeisterin, erklärte, dass für diese Sprechstunde im Frühjahr Räume im UKSH zur Verfügung gestellt werden sollen. Sie unterstrich die große Bedeutung dieser Unterstützung bei der „Verdachtsdiagnose, den Untersuchungen in dieser quälenden, gefühlt schier endlosen Wartezeit, mit Hoffen und Bangen“.

Viele zog es auch zum musikalischen Programm in der Kirche, das immer mit einem Gottesdienst beginnt. Dabei waren die Suchsdorfer und die Reventlou-Schule, die Camerata Academica und zum Abschluss die Heinrich-Schütz-Kantorei mit Adventsliedern. Alle einte der Gedanke an den guten Zweck und eine kräftige Spende. Wie im Vorjahr: Da kamen 24.000 Euro für Mutter-Kind-Apartments im Antonius-Haus zusammen. „Wenn Paulus das hier gesehen hätte, was sich um seine Kirche herum tut, dann hätte er in einem Brief an die Kieler geschrieben: Das habt Ihr toll gemacht“.

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