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Kiel Ortsbeirat unterstützt Penny-Planung
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11:43 14.02.2020
Von Martin Geist
Gern mit dem Rad oder zu Fuß kommen die Kunden zu Penny an der Werftstraße. Als Nahversorger gilt der Markt trotzdem nicht. Quelle: Martin Geist
Kiel

Ein Ausfransen der Einkaufslandschaft zu verhindern, um die Geschäfte in der City und den Zentren der Stadtteile zu schützen, das ist der Sinn des Einzelhandelskonzeptes von 2010. Dieses Anliegen unterstützt zwar auch der Ortsbeirat Gaarden, im Fall der von Rewe angestrebten Vergrößerung des Penny-Marktes an der Werftstraße fordert er aber eine großzügigere Herangehensweise. 

Der Wunsch, die Verkaufsfläche von 800 auf 1000 Quadratmeter zu erhöhen, ist zwar schon vier Jahre alt, wird aber jetzt wieder aktuell, weil die Stadt ihr in die Jahre gekommenes Einzelhandelskonzept aktualisieren will. „Penny sollte erweitert werden“, befand dazu am Mittwochabend nicht nur Ute Kohrs (SPD), sondern die komplette Stadtteilvertretung. Anders als bislang das Stadtplanungsamt sehen Kohrs und Co. den Standort an der Ecke Werftstraße/Preetzer Straße durchaus als bedeutend für die Nahversorgung an. Jede Menge Kundschaft aus dem Umfeld der Preetzer Straße, aus Gaarden-Süd und ebenso aus Teilen des Stadtteilzentrums komme zu Fuß oder mit dem Fahrrad zum Einkaufen, damit sei das wichtigste Merkmal für einen Nahversorgungscharakter erfüllt.

Markt als Nahversorger

Fedor Mrozek (CDU) bezeichnete das dem Entwurf zur Fortschreibung des Konzeptes zugrunde liegende Gutachten als „völlig realitätsfern“. Die Vorgabe, dass Nahversorgung nur dann gegeben sein soll, wenn der betreffende Markt an drei Seiten von Wohnbebauung umgeben ist, widerspricht aus Mrozeks Sicht dem tatsächlichen Verhalten der Kundschaft. Wenn ein Unternehmen von sich aus zugunsten einer Vergrößerung die Zahl der Parkplätze von 100 auf 70 reduzieren will, spricht das für den Ortsbeirat klar für die Bedeutung des Marktes in der Nahversorgung. Auch wenn der – wie beim aktuellen Fall – nur an zwei Seiten Wohnbebauung vorzuweisen habe.

Ortsbeiratsvorsitzender Bruno Levtzow (SPD) fordert die Verantwortlichen der Ratsversammlung und der Verwaltung ebenfalls zum Umdenken auf. Eine Ausweitung des Sortiments sei mit der Vergrößerung nicht verbunden, betonte er; „Penny will ja nicht sein Sortiment vergrößern, sondern nur seine Fläche. Das sollten wir zulassen.“ Tatsächlich werden auch nach Darstellung der Eigentümer innerhalb des Konzepts „Penny 2020“ lediglich breitere Gänge, eine gefälligere Präsentation der Waren, eine größere Backstation und eine komfortablere Pfandannahme geplant. 

Stadtplaner befürchten eine Welle ähnlicher Forderungen

Die moderate Erweiterung befürwortet der Ortsbeirat nicht zuletzt, weil die beabsichtigten großen Wohnungsbauprojekte auf dem Posthof und an der Hörn noch mehr Bedarf an Einkaufsmöglichkeiten bringen werden. Wenn die Leute nicht ins Auto gezwungen werden sollen, seien attraktive Angebote in Wohnortnähe unerlässlich, betont das Gremium. Ob der Ortsbeirat mit seinen Argumenten durchkommt, ist allerdings ungewiss. Die Stadtplaner fürchten besonders eine Welle ähnlicher Forderungen, wenn von der sonst geltenden 800-Quadratmeter-Obergrenze abgewichen wird. 

Realistisch hoffen dürfen die Ortsbeiräte dagegen, dass ihr Wunsch nach einer Stele für den Bahide-Arslan-Platz erfüllt wird. Wo sich Kaiser- und Wikingerstraße treffen, dient der Platz dem Gedenken an die Familie Arslan, deren Haus in Mölln am 23. November 1992 von Neonazis in Brand gesteckt wurde. Bahide Arslan und zwei ihrer Enkel kamen bei diesem Anschlag ums Leben. Geprägt ist der Platz in Gaarden von einer in Form eines Schiffsrumpfes gehaltenen Granitskulptur des Künstlers Ben Siebenrock, künftig soll nach dem Willen des Ortsbeirats zusätzlich eine mit Erläuterungen versehene Stele darauf hinweisen, dass es sich um einen besonderen Erinnerungsort handelt. 

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