Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Kiel Zehn Einbrüche in 24 Stunden in Kiel
Kiel Zehn Einbrüche in 24 Stunden in Kiel
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:13 13.12.2016
Von Günter Schellhase
Nach wie vor bei Einbrechern beliebt ist der Einsatz einer Brechstange, mit der sich mühelos viele Fenster und Türen öffnen lassen. Quelle: Frank Peter
Kiel

Insgesamt gehen die Zahlen im Vergleich zu 2015 zwar zurück. Doch seit dem 1. Oktober verzeichnet die Kieler Polizei wieder einen Anstieg der sogenannten Dämmerungseinbrüche – auch die Umlandgemeinden sind stark betroffen.

 Die ersten Einbrüche geschahen in Mettenhof. „Wir haben in diesem Jahr sehr frühzeitig reagiert und waren dort gleich mit acht Streifenwagen präsent“, sagte Hannes Vogel, der die Vorgänge in der Polizeidirektion Kiel digital aufbereitet und auswertet. Bis heute gab es dort 22 Taten (davon zwei Versuche; elf Taten in 2015, davon vier Versuche). Nachdem die Polizei starke Präsenz zeigte, suchten sich die Täter andere Ziele: Nach der ersten Einbruchswelle herrschte etwa zwei Woche Ruhe, bis die Einbrecher Suchsdorf heimsuchten. Und der Anstieg dort ist ebenfalls hoch: Waren es vom 1. Oktober bis 5. Dezember 2015 nur neun Taten (drei Einbrüche, sechs Versuche), sind die Zahlen im Vergleichszeitraum dieses Jahres auf 17 angestiegen – darunter sieben Versuche. Ein Fall sticht besonders hervor: „Ein älteres Ehepaar hatte gegen 19 Uhr das Licht ausgeschaltet, um sich kurz auszuruhen. In der Zeit kamen die Täter ins Haus, sind aber gleich geflohen, als der Mann plötzlich vor ihnen stand“, sagte Vogel. Sogar in die Polizeistation in Suchsdorf wollte Unbekannte einsteigen, sie scheiterten allerdings an der Sicherung des Hauses.

 Wie das Lagebild der Polizei zeigt, sind die Täter hauptsächlich in den Kieler Außenstadtteilen und im Umland unterwegs. Jetzt steht womöglich die Nachbargemeinde Melsdorf im Fokus der ungebetenen Besucher: „Seit Anfang Oktober registrierte die Polizei dort zehn Taten, allein am 6. Dezember drei“, sagte Sönke Hinrichs, Sprecher der Polizeidirektion Neumünster. Auch in Neuwittenbek (fünf), Achterwehr (ein) und Ottendorf (zwei) waren Einbrecher aktiv. Der Höhepunkt der diesjährigen Einbruchssaison in Kiel war der vergangene Donnerstag, 8. Dezember, mit zehn Taten: Sieben Einbrüche zählen die Ermittler für Mettenhof und Hassee auf, einen in Suchsdorf und zwei im Stadtgebiet. Die Polizei nimmt an, dass es sich um organisierte Banden handelt. Im vergangenen Jahr stellten die Ermittler fest, dass ein Fahrer seine Komplizen zu den Häusern fuhr und sie später samt Beute wieder abholte. „Auch in diesem Jahr gibt es Hinweise darauf, dass auf diese Weise vorgegangen wird“, so Vogel.

 In den meisten Fällen hebeln die Täter Haus- und Terrassentüren auf. Es gibt aber auch Spezialtechniken wie das Kittfalzstechen, das die Ermittler albanischen Banden zuordnen. Das ist in diesem Jahr aber noch nicht vorgekommen: Dabei wird mit einem Schraubendreher in den Kitt des Fensters gestochen und so die Scheibe präzise gebrochen. „Dann wird durch das Loch gegriffen und die Tür mit dem Hebel geöffnet“, sagte der Polizeiexperte. In Berlin, so berichtete Vogel, würden die Einbrecher bei Einfamilienhäusern mittlerweile durch Fenster im ersten Stock einsteigen, weil sie davon ausgingen, dass Türen und Fenster im Erdgeschoss schon gut gesichert seien. Abgesehen haben es die Einbrecher vor allem auf Geld und Schmuck. Aber auch Unterhaltungselektronik und andere Wertgegenstände nehmen sie mit. Um ihre Beute zu Geld zu machen, bieten sie das Diebesgut im Internet an oder veräußern es bei An- und Verkaufsläden. „Das haben wir aber im Blick. Einige Sachen sind so auch schon wieder aufgetaucht“, so Vogel.

 Dass die Kieler sich gegen ungebetene Besucher schützen wollen, merkt Lars Tappendorf vom Sachgebiet Prävention deutlich: „Seit Anfang Oktober haben wir bereits mehr als 50 Haushalte beraten.“ Immer wichtig sei, dass Sicherungstechnik von zertifizierten Unternehmen und Fachbetrieben installiert werde. „Um uns zu unterstützen, sollten Bürger sofort jede verdächtige Person über den Polizeinotruf 110 melden. Wir kontrollieren die Person, nehmen die Daten auf und sehen, ob der Betreffende schon einmal auffiel“, so Tappendorf.

 Lars Tappendorf gibt unter Tel. 0431/160-2140 Tipps zum Schutz vor Einbrechern.

 Weitere Infos unter

 www.polizei.schleswig-holstein.de; s. Einbruchschutz

Kiel Konzert in Kiel am 13.12.2016 - Keine Advent ohne Godewind

Alle Jahre wieder – in diesem Jahr erhält der Begriff bei Band Godewind gleich eine doppelte Bedeutung.

Thomas Lange 13.12.2016

Am Anfang waren es Farbbeutel, dann wurden die Fensterscheiben der AfD-Geschäftsstelle im Walkerdamm eingeworfen. Nun sind in jüngster Zeit auch Menschen angegriffen worden.

Karen Schwenke 13.12.2016
Kiel Große Hilfsbereitschaft nach Feuer-Drama Schon fast 28000 Euro für Söhne gespendet

Die Hilfsbereitschaft unserer Leser ist weiterhin groß. Nach dem Brandanschlag in Kronshagen und dem Aufruf der Kieler Nachrichten, für die beiden Kinder der getöteten Delali Assigbley zu spenden, wollen viele Menschen helfen.

Susanne Färber 13.12.2016