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Kiel Mehr Streifen auf Wiks Straßen
Kiel Mehr Streifen auf Wiks Straßen
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20:04 10.02.2016
Von Günter Schellhase
Veit Meixelsperger, Stationsleiter in der Wik, bleibt auch nach der Schließung der Außenstelle mit der Polizei im Stadtteil präsent. Quelle: Frank Peter
Kiel

Die geplante Schließung nahmen Ortsbeirat und die etwa 40 Besucher vor dem Hintergrund der ungelösten Fälle mit gemischten Gefühlen auf. Für mehr Sicherheit im Stadtteil hatte ein Mann schon einen Aufruf zur Gründung einer Bürgerwehr gestartet.

 Bauchrowitz sprach von zwei äußerst verwerflichen Taten innerhalb der vergangenen viereinhalb Monate, die angezeigt worden seien. Wie der Opferschutzverband mitteilte, habe sich eine weitere Geschädigte gemeldet, die Tat aber nicht angezeigt. In allen drei Fällen hätten die Opfer jeweils von drei Tätern gesprochen. In den beiden bei der Polizei bekannten Überfällen hatten die Frauen die Täter als „Südländer“ bezeichnet. Die Veröffentlichung von Phantombildern brachte bisher keine konkreten Hinweise. Einer Bürgerwehr bedürfe es nach Aussage des Polizeichefs nicht: „Sie können auf die Polizei vertrauen.“ Gleich nachdem der Aufruf in dem sozialen Netzwerk Facebook erschienen war, besuchten Beamte den Initiator und sprachen mit ihm über mögliche Folgen. Eine entsprechende Seite findet man im Internet jetzt nicht mehr – dafür sind aber mehr Beamte auf den Straßen im Stadtteil. „Die Polizei hat reagiert, weil die Straftaten tragisch für die Opfer und sehr auffallend für die Öffentlichkeit sind“, sagte Ralf Schwertfeger, stellvertretender Leiter des ersten Polizeireviers.

 „In den vergangenen Tagen habe ich vermehrt Streifen beobachtet“, bestätigte auch ein Wiker Bürger. „Wir nehmen die Angstgefühle ernst. In den letzten drei Wochen sind vier Mann täglich unterwegs“, sagte Schwertfeger. Dass die Wik nach der Polizeistatistik ein sicherer Stadtteil ist, erklärte Stationsleiter Veit Meixelsperger: „Seit dem 1. Oktober 2015 hatten wir nicht einmal zehn Ladendiebstähle und fünf Handgreiflichkeiten.“ Den letzten Zwist unter Flüchtlingen in der ehemaligen Marinetechnikschule hätten die Betroffenen vor dem Eintreffen der Polizei unter sich geschlichtet. „Das wird jetzt von Beamten mit der Unterstützung von Sprachmittlern aufgearbeitet“, so der Stationsleiter. Viele Straftaten würden im Umfeld des Holsteinstadions begangen, dennoch aber der Wik zugerechnet.

 Bauchrowitz stellte zum Thema Zusammenlegung der Stationen klar, dass die Wiker und die Polizei gut vernetzt blieben. Die Entscheidung sei bereits fortgeschritten. „Sie können mir aber gerne Ideen und Anregungen zusenden, die ich prüfen werde“, sagte er. Er halte die Möglichkeit für gering, dass seine Revierleiter, die die Pläne erarbeitet haben, etwas übersehen haben sollten. Das Vorhaben soll bis Ende 2017 umgesetzt werden. „Wenn wir die Station schon abgeben müssen, erwarten wir, dass die Präsenz verstärkt wird“, sagte Ortsbeiratsvorsitzender Jürgen Engel (Grüne). Es sei schon ein anderes Gefühl, wenn abends vier bis fünf Polizisten auf den Straßen unterwegs seien. Ein positiver Aspekt für die Wiker: Ein Büro in der Flüchtlingsunterkunft an der Arkonastraße wird mit zwei Beamten besetzt. Fünf Polizisten sind in der künftigen Erstaufnahmeeinrichtung im ehemaligen Wehrbereichskommando an der Kiellinie präsent.

 Weiterer Tagesordnungspunkt war die Lage in der ehemaligen Marinetechnikschule. Hier ist es nach Angaben von Leiterin Semra Basoglu ruhig. „Etwa 500 Flüchtlinge leben jetzt dort. Der Umbau des zweiten Gebäudes ist bald abgeschlossen“, sagte sie. Die Zusammenarbeit mit den ehrenamtlichen Helfern funktioniere sehr gut. „Zum Beispiel kümmert sich eine Gruppe von Studenten um die Sprachförderung der Kinder. Und Wiker Frauen treffen sich regelmäßig mit Asylbewerberinnen. Da wird gequatscht, getanzt und gekocht“, erzählte Basoglu. Die Stadt steht vor der großen Herausforderung, weiteren Platz für Flüchtlinge zu schaffen. „Wir wollen die Bundeswehrfachschule für 500 Menschen umbauen“, sagte Arne Leisner vom Amt für Wohnen und Grundsicherung. In einem ehemaligen Sanitätsgebäude der Bundeswehr an der Feldstraße könnten 80 Menschen unterkommen. „Dann gibt es keine Gebäude mehr in der Wik. Bei Vollbelegung leben hier etwa 1200 Flüchtlinge in den städtischen Unterkünften“, sagte Leisner.

Auf der Tagesordnung stand das Thema Flüchtlingsunterkunft in der Nähe zum Neubaugebiet Suchsdorf an der Au zwar nicht, aber es wurde zum Hauptthema. Gefordert wurden vor allem Wohnideen für eine dezentrale Lösung, mehr Transparenz und ein Ortsbeirat, der sich zu diesem Thema positionieren soll.

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