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Kiel In Kiels Mobilität kommt Bewegung
Kiel In Kiels Mobilität kommt Bewegung
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12:39 25.07.2019
Von Martin Geist
Grüne E-Tankstelle auf dem Lidl-Parkplatz in Russee: Weitere derartige Angebote in Kiel sollen folgen. Quelle: Martin Geist
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Kiel

„Wir sind da noch in der Feinabstimmung“, erläutert eine Lidl-Sprecherin den Sachstand und verweist darauf, dass gerade die einigermaßen leistungsstarken Stationen nicht ohne weiteres aufgestellt werden können. Geklärt werden muss stets, ob das Stromnetz an der ins Auge gefassten Stelle mitspielt. Was konkret für Kiel bedeutet: Die Stadtwerke müssen ihren Segen dazu geben oder entsprechend nachrüsten. An der Rendsburger Landstraße 360 hat der Discounter nun jedenfalls die ersten beiden Parkplätze mit einer 22-Kilowatt-Station ausgerüstet. Ein leerer Renault Zoe mit einer Batteriekapazität von 41 Kilowattstunden wäre demnach in gut zweieinhalb Stunden wieder voll und für etwa 300 Kilometer Reichweite gut. Das allerdings nur theoretisch, denn erstens rollt in der Praxis niemand mit fast leerem Akku an, und zweitens ist das Laden nur während des Einkaufs erlaubt. Dafür ist der Strom in dieser Zeit kostenlos, was nach Auskunft von Lidl zumindest vorerst auch so bleiben soll.

Lidl plant Hunderte Stromtankstellen

Wie es mit der Preispolitik langfristig weitergeht, ist noch nicht entschieden. Gewiss ist aber, dass Lidl in großem Maßstab in die Elektromobilität einsteigen wird. Bis März 2020 will das Unternehmen an 400 seiner 3200 Filialen in Deutschland E-Ladesäulen errichten. Abgegeben werden soll dabei durchweg zu 100 Prozent Ökostrom. Dass solcher Service auch dem Unternehmensimage dienlich sein soll, ist nicht nur bei Lidl so. Kostenlos und öko gezapft werden kann neuerdings auch bei Ikea, Citti als Vorreiter hat vor kurzer Zeit ausgebaut und bietet jetzt acht Gratis-Lademöglichkeiten mit regenerativem Strom. Autohäuser wie VW Schmidt & Hoffmann am Königsweg, das Porschezentrum in der Projensdorfer Straße oder Renault Süverkrüp im Holzkoppelweg sind aus naheliegenden Gründen ebenfalls schon seit Jahren auf Stromfahrer eingestellt.

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Markant-Markt als weiterer Standort?

Bartels-Langness als großer Akteur in der schleswig-holsteinischen Lebensmittelbranche hat inzwischen bereits 16 Stationen errichtet, allerdings noch keine in Kiel. „Wir gehen da tatsächlich erstmal nach dem Bedarf, und in Kiel ist die Abdeckung schon recht gut“, erklärt Unternehmenssprecherin Bärbel Hammer. Konkret ins Auge gefasst ist in der Landeshauptstadt dennoch der Markant-Markt Alte Weide, zu den Famila-Märkten in Kiel gibt es noch nichts Spruchreifes zu verkünden. Unterdessen gehen die Manager von Lidl schon einen Schritt weiter. Zusammen mit Kaufland hat der Discounter in Berlin 70 Säulen mit 140 Ladepunkten geschaffen. Nachts werden diese E-Tankstellen für die WeShare-Flotte von VW genutzt. So innovativ geht es in Kiel zwar noch nicht her, Kooperationen mit allerdings von Verbrennern angetriebenen Leihfahrzeugen von Mazda gibt es aber unter anderem an der Rendsburger Landstraße und auch an der Werftstraße.

Clever Shuttle als Baustein der Mobilitätswende

Die Mobilität in Kiel wandelt sich derzeit erheblich. Zumal das Unternehmen Nextbike - koordiniert von der Kiel-Region und unterstützt von der Stadt Kiel - mit seiner „Sprottenflotte“ erst jüngst 250 Leihfahrräder in Kiel verteilt hat und dazu ein Start-up mit 60 flexibel mietbaren E-Rollern im Vespa-Stil an den Markt gegangen ist. E-Fahrzeuge von Clever Shuttle machen in der Landeshauptstadt einen weiteren Baustein der Mobilitätswende aus. Ziemlich öko unterwegs sind diese Autos dabei schon deshalb, weil die Idee hinter dem Konzept ist, dass sich Fahrgäste eine Strecke teilen („Ridepooling“) und die Fahrtkosten dadurch gesenkt werden. Clever Shuttle hat seinen Sitz auf dem Gelände der Stadtwerke Kiel, die gerade dabei sind, 41 E-Ladestationen in Kiel und Umgebung zu schaffen.

Stadt Kiel plant Mobilitätsstationen

Darüber hinaus mischt nicht zuletzt die Stadt Kiel unter dem Stichwort Mobilitätsstationen mit. Unter anderem sollen für alle sieben Kieler Bahnhaltepunkte (Suchsdorf, Russee, Hassee, Elmschenhagen, Schulen am Langsee, Ellerbek, Oppendorf) Bike-and-Ride-Angebote geschaffen werden, also analog zum Hauptbahnhof so etwas wie ein Umsteiger light. Dafür und ebenfalls für Carsharing will die Stadt die Infrastruktur bereitstellen, die entsprechenden Fahrzeuge soll der freie Markt beisteuern. „Da sind wir natürlich offen für Kooperationen“, versichert Baudzernentin Doris Grondke.

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