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Kiel 160 Tiere bei Zwangsräumung gefunden
Kiel 160 Tiere bei Zwangsräumung gefunden
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16:47 21.01.2019
Von Karina Dreyer
Foto: Über 100 Tiere wurden nach der Zwangsräumung in einer Gaardener Wohnung ins Tierheim gebracht: Darunter Katzen, Kaninchen, Meerschweinchen und Vögel.
Über 100 Tiere wurden nach der Zwangsräumung in einer Gaardener Wohnung ins Tierheim gebracht: Darunter Katzen, Kaninchen, Meerschweinchen und Vögel. Quelle: Karina Dreyer
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Kiel

Eine Mutter und ihre Tochter haben scheinbar über einen längeren Zeitraum Katzen, Kaninchen, Meerschweinchen, Hamster und Vögel regelrecht gehortet. Bei einer Zwangsräumung der Dreizimmer-Wohnung in Kiel-Gaarden wurden mehr als 160 Tiere gefunden. Nun werden die Tiere erst einmal versorgt, untersucht und behandelt, bevor sie in ein neues Zuhause vermittelt werden können.

"Es war in der Wohnung sehr vermüllt und somit sehr schwierig, die scheuen Tiere überhaupt einzufangen, denn sie ließen sich teilweise gar nicht anfassen", beschreibt Elisabeth Haase, Leiterin des Tierheims Uhlenkrog, den Einsatz mit dem Veterinärsamt in der Gaardener Wohnung. Auch die Staatsanwaltschaft ist eingeschaltet.

Krankhaftes Sammeln von Tieren

"Animal Hoarding" bezeichnet der englische Begriff das krankhafte Sammeln von Tieren. Durch die große Anzahl der Tiere entsteht großes Leid, denn meist wird von den Menschen nicht für genügend Nahrung, Hygiene und tierärztliche Versorgung gesorgt. "Die Menschen meinen es eigentlich gut, registrieren aber irgendwann nicht mehr, dass ihre Tiere und sie selbst ja auch im Elend leben", beschreibt sie die psychische Störung.

Zwei Tiere mussten eingeschläfert werden

Für die Katzen, Meerschweinchen und Kaninchen, Vögel wie Wellensittiche, Unzertrennliche, Zebrafinken und andere Rassen hat das Leid nun ein Ende. "Wir müssen sie von Parasiten befreien, einige sind sehr mager, zwei Tiere mussten leider wegen Tumore eingeschläfert werden", bedauert sie. Tierpflegerin Sandra Giese, die die Tiere mit zwei Kolleginnen den ganzen Tag über umsorgt, ist entsetzt. "Es ist echt krass, die Tiere sind super verschüchtert und teilweise in einem schlimmen Zustand", beschreibt sie.

Im Tierheim selber musste Platz geschaffen werden, um die Tiere überhaupt unterbringen zu können. "Aber es ist schön zu sehen, wie sie sich langsam erholen, sich über die Sauberkeit oder das frische Heu freuen", beschreibt sie.

Über 100 Tiere wurden nach der Zwangsräumung in einer Gaardener Wohnung ins Tierheim gebracht: Darunter Katzen, Kaninchen, Meerschweinchen und Vögel.
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