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Kiel Legionellen-Alarm in Mettenhof
Kiel Legionellen-Alarm in Mettenhof
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07:00 19.08.2016
Von Lutz Timm
Ohne Ankündigung wurde bei Andreas Dowers ein neuer Duschkopf installiert. Dass es sich um einen Filter gegen Legionellen handelt, erfuhr er erst später. Quelle: Frank Peter
Kiel

Das Unternehmen habe zu spät gehandelt und die Menschen nicht richtig informiert, sagt Anwohner Andreas Dowers. Der Düsseldorfer Immobilienriese weist die Kritik zurück, verspricht aber schnelle Abhilfe für die vermeintliche Ursache.

 „Am Mittwochabend standen plötzlich Monteure aus Bochum vor der Tür und wollten die Duschköpfe austauschen. Die haben nur gesagt, dass wir Bakterien im Wasser haben“, erzählte Andreas Dowers verärgert. Von einer Nachbarin erfuhr der 54-Jährige, dass es sich um Legionellen handeln soll. Auf Nachfrage bestätigte ihm eine Vonovia-Mitarbeiterin seinen Verdacht. Warum die Bewohner nicht sofort informiert worden seien? „Sie sagte nur, dass ich mich ja schriftlich beschweren könne. Dabei weiß ich als gelernter Heizungs- und Lüftungsbauer, wie gefährlich die Bakterien sein können“, sagte Dowers. „Die wollen hier nur keine Panik, aber das hat mit Panikmache gar nichts zu tun. Hier geht es um unsere Gesundheit.“ In dem elfstöckigen Haus mit 33 Parteien wohnten viele Kinder und alte Menschen, die besonders anfällig für das Bakterium seien. Auch Dowers ist zurzeit mit einer schweren Erkältung gesundheitlich angeschlagen.

 Ein Schreiben der Vonovia erreichte die Bewohner dann am Donnerstag: Eine Trinkwasseruntersuchung habe für das Haus Werte von 4600 KBE (Kolonienbildende Einheiten) je 100 Milliliter Wasser ergeben. „Der maximal in der gesamten Trinkwasserversorgungsanlage, die mehrere Wohngebäude in Ihrer Siedlung speist, gemessene Wert beträgt 34500 KBE/100ml“, heißt es darin zudem. Als Sofortmaßnahme seien daher von den Monteuren spezielle Duschfilter eingebaut worden. Bei Legionellen liegt der sogenannte technische Maßnahmenwert bei 100 KBE je 100 Milliliter, darüber müssen Maßnahmen zur Bekämpfung und eine Meldung ans Gesundheitsamt erfolgen. „Als ich meinem Hausarzt von den Legionellen erzählt habe, hat er die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen“, sagte Dowers. Der Verdacht: Seine Erkältung könne auch von den Bakterien aus dem Wasser kommen. „Jetzt wurde mir zur Untersuchung Blut abgenommen, und meine Lunge muss geröntgt werden.“

 Dowers und seine Frau Christina vermuten, dass die Legionellen sich in der Wasserleitung ausbreiten konnten, weil die Vonovia sich nicht ausreichend um den Erhalt kümmere. „Seit Monaten haben wir kein heißes Wasser“, sagte Christina Dowers. Durch die geringe Wassertemperatur könnten sich die Bakterien gut vermehren. „Es wird alles auf dem Rücken der Mieter ausgetragen. Das hat doch kein Mensch verdient“, sagte Andreas Dowers.

 „Natürlich nehmen wir eine potenzielle Gesundheitsgefährdung sehr ernst“, sagte Max Niklas Gille, Pressesprecher der Vonovia. Nachdem eine Analyse die erhöhte Konzentration ergeben habe, seien unverzüglich alle nötigen Maßnahmen eingeleitet worden. Dass die Monteure ohne Voranmeldung an die Arbeit gingen, sei einer „kleinen kommunikativen Schieflage“ geschuldet. Aber in so einem Fall sei es der Vonovia lieber, wenn die Handwerker vor der Post kommen als umgekehrt. Gille bestätigte, dass ein defekter Wärmetauscher und damit die geringen Wassertemperaturen zu der starken Konzentration geführt haben. Das Gerät solle bis Ende des Monats ausgetauscht werden.

 Die Stadt bestätigte das richtige Vorgehen der Vonovia. „Die Überschreitung des technischen Maßnahmenwerts wurde – vorschriftsmäßig – am 16. August dem Gesundheitsamt (GA) angezeigt“, heißt es dazu. Eine Gefährdung der Bewohner liege grundsätzlich nicht vor.

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