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Kiel Zusammen ist man weniger allein
Kiel Zusammen ist man weniger allein
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08:00 21.04.2019
Von Annette Göder
Mehrere Generationen auf einem Dach: Die Wohngruppe "Gutes Leben" hat die Möglichkeit, sich auf der Terrasse ihrer Gemeinschaftswohnung mit Blick auf die Schwentine und die Förde zu treffen. Quelle: Annette Göder
Kiel

Die insgesamt 28 Wohnungen der beiden viergeschossigen Häuser haben eine Terrasse oder einen großzügigen Balkon. Zwei von ihnen sind behindertengerecht. Mittlerweile sind alle Wohnungen vergeben. Die Gewoba Nord hatte mit der Interessensgruppe einen Vertrag abgeschlossen, der dieser ein Vorschlagsrecht für die Mieter zusicherte. Die Mitglieder rührten deshalb die Werbetrommel, sodass schließlich ungefähr 20 Wohnungen auf diesem Weg vergeben wurden. Außerdem erhielten sie die Möglichkeit, mit den Interessenten zu sprechen, die sich bei dem Unternehmen direkt bewarben. „Wir haben niemanden von ihnen abgelehnt“, erläutert Gruppenmitglied Josef Riederle. Neun Mietparteien verfügen über einen Wohnberechtigungsschein.

Auch ein Fahrradschuppen wird gebaut

Zum Zusammenspiel mit der Gewoba sagt Riederle: „Beide Seiten sind sich entgegengekommen.“ Die Gewoba habe sich dankenswerterweise auf das Vorschlagsrecht eingelassen und außerdem zum Beispiel zugestimmt, einen Fahrradschuppen zu bauen. Auf der anderen Seite habe die Baugenossenschaft auf zwei festen Wohnungsgrößen, nämlich 50 und 75 Quadratmetern bestanden. „Wir hätten uns flexiblere Größen gewünscht“, erklärt Riederle. Peter Kübel, Abteilungsleiter Bauleitung bei der Gewoba, freut sich über das gelungene Projekt, mit dem die Genossenschaft Neuland betreten hat: „Das Bauvorhaben ist in unseren Augen gelungen.“ 

Mieter helfen sich gegenseitig

Unter einem Dach leben Bewohner von eineinhalb bis 78 Jahren. Sieben Kinder sind dabei. Die meisten Mieter der barrierearmen Wohnungen gehören zu der Generation der WG-erfahrenen „Best-Ager“ und sind zwischen 50 und 60 Jahre alt. Schon jetzt haben sich die Mieter, die eingezogen sind, gegenseitig geholfen. „Ich habe der schwerstbehinderten Bewohnerin die Lampen angeschlossen“, erzählt der 29-jährige Mirko Stegt, der seinen Bachelor in Skandinavistik und Empirischer Sprachwissenschaft abgeschlossen hat und nun seine Erzieherausbildung beendet. Er wohnt mit seiner Freundin zusammen.

Gemeinschaft ist den Bewohnern wichtig

Die Lebenssituationen unterscheiden sich, doch ob Paar, Student, Frührentnerin oder alleinerziehende Mutter – der Hauptgrund für die Entscheidung, am Probsteier Platz zu wohnen, ist der Wunsch, Gemeinschaft zu erfahren und sich dennoch in die eigenen vier Wände zurückziehen zu können. Die Gruppe hat eine Gemeinschaftswohnung im Obergeschoss angemietet, für die jeder zusätzlich zehn Prozent der eigenen Miete zahlt. Die beträgt ohne Wohnberechtigungsschein 9,50 Euro pro Quadratmeter. Der Blick aus den Fenstern und von der Dachterrasse geht auf die Schwentine und die Förde. „Wir können in den Räumen miteinander kochen und essen oder unsere monatlichen Treffen abhalten“, erzählt Jeanette Smyrka

Ein spannender Stadtteil

Bei den Zusammenkünften soll es auch um gemeinsame Vorhaben gehen. „Wir überlegen, ob wir uns einen Schrebergarten teilen“, nennt Mirko Stegt ein Beispiel. Auch ein Putzplan für die Gemeinschaftsräume soll erstellt werden. „Und wenn es dabei Meinungsverschiedenheiten gibt, diskutieren wir und werden eine Lösung finden“, ist sich Josef Riederle sicher. Der 59-jährige Martin Schmidt stimmt ihm zu. Er hat seit 18 Jahren allein in Flintbek gelebt und freut sich nun auf das Leben in Neumühlen-Dietrichsdorf. „Ich finde den Stadtteil spannend und mag seinen mosaikartigen Charakter.“ Ute Freiwald (61) kennt als Lehrerin an der Toni-Jensen-Grundschule das Umfeld ihrer neuen Wohnung gut. „Unsere Wohngruppe möchte sich am Stadtteilfest Dietrichsdorfer Band beteiligen“, erzählt sie. Peter Zogs besucht die Ortsbeiratssitzungen und beabsichtigt, am Prozess der sozialen Stadt mitzuwirken. Mirko Stegt hat vor, die Fahrradwerkstatt und die Fähre in Anspruch zu nehmen. Und der achtjährige Frido plant Bootsfahrten auf der Schwentine. 

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