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Kiel Der Trend geht zum Lastenfahrrad
Kiel Der Trend geht zum Lastenfahrrad
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08:00 18.03.2019
Von Heike Stüben
Da passen 300 Kilogramm hinein: Thorsten Krogh von "Rückenwind" präsentierte mit "Urban Arrow" ein Lastenrad mit großer Transportkapazität. Quelle: Thomas Eisenkrätzer
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Und es wurde gefachsimpelt: Wie viel Straßenraum sollte umgewidmet werden – vom Auto- zum Radverkehr?

Von 100 verkauften Rädern sind 80 inzwischen E-Bikes

„Dem E-Bike gehört die Zukunft, das hat heute jeder Anbieter im Programm, ein klarer Trend“, sagt der Veranstalter Nils Hübner. Von 100 verkauften Rädern, bestätigen zwei Aussteller, sind 80 inzwischen E-Bikes. Tatsächlich überlegen sich auch immer mehr eingefleischte Radfahrer, ob sie sich nicht elektrisch unterstützen lassen sollen. „Ich muss immer über die Holtenauer Hochbrücke, da wäre das schon praktisch“, meint ein Kieler. Doch von der Probefahrt auf der Teststrecke im Ostseekai ist er nicht überzeugt – zu schwer sei das E-Bike. Wenig später entdeckt er eine deutlich leichtere Variante. Statt 27 Kilogramm bringt das „Ultra-Leicht-Modell“ 19 Kilo auf die Waage, ohne Gepäckträger, Schutzbleche und Ständer nur 13 Kilogramm. Das hat natürlich seinen Preis: Gut 3000 Euro soll diese Version kosten.

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Statt Zweitwagen ein Lastenfahrrad

Immer mehr Menschen sind bereit, so viel Geld für ein hochwertiges Rad auszugeben, das auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnitten ist, berichtet Thorsten Krogh am Nebenstand. Er hat sich inzwischen komplett auf Lastenräder spezialisiert und zieht mit seiner Firma „Rückenwind“ wegen der großen Nachfrage gerade von Hasseldieksdamm in den Holzkoppelweg. „In der Stadt ist ein Lastenrad für immer mehr Leute eine Alternative zum Auto.“ So weit ist der nächste Interessent zwar noch nicht. Doch der Familienvater überlegt, zumindest den Zweitwagen durch ein Lastenrad zu ersetzen. „Ich muss für die Arbeit immer einiges transportieren. Deshalb nehme ich bisher das Auto. Aber ich will diese Staus nicht mehr, nicht mehr die Parkplatzsuche und auch nicht jede Woche tanken“, sagt der 41-jährige Kieler und ist verwundert, wie viele verschiedene Modelle es inzwischen an Lastenrädern gibt. Das größte – der Urban Arrow – kann 300 Kilo transportieren. Konzipiert wurde er, um Waren die letzte Meile bis zum Geschäft in Innenstädte zu transportieren. Kostenpunkt: 12 000 Euro. 

Verkehrsflächen vom Auto zum Fahrrad umwidmen?

„Bisher werden 19 von 100 Wegen in Kiel mit dem Rad zurückgelegt. Das ist seit zehn Jahren relativ konstant. Wenn politisch gewollt ist, dass es mehr wird, müssen wir überlegen, wie wir die Verkehrsflächen umverteilen – vom Auto zum Fahrrad“, erklärt Uwe Redecker, der Radverkehrsbeauftragte der Stadt. Für machbar hält er das etwa auf der Eckernförder Straße und der Werftstraße. Zunächst aber wird die Veloroute 10 fertiggestellt – noch im März das Ende an der Universität, im Herbst der Südabschnitt zum Citti-Park. 

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