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Kiel Messerangriff: Obdachloser vor Gericht
Kiel Messerangriff: Obdachloser vor Gericht
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09:49 21.02.2019
Von Thomas Geyer
Ein 46-jähriger Obdachloser steht jetzt wegen versuchten Mordes vor dem Kieler Landgericht. Quelle: Angelika Warmuth
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Kiel

Die Staatsanwaltschaft Kiel wirft dem angeklagten Obdachlosen einen heimtückischen Überfall an der Holtenauer Straße aus Habgier vor. Das 42-jährige Opfer, das nach einem Konzertbesuch in der Stadt noch etwas essen wollte, stieß laut Anklage am frühen Morgen auf eine Gruppe von mehreren Personen, zu denen auch der Angeklagte gehörte. Wo man hier um diese Zeit noch einen Döner bekomme, fragte der aus dem Kieler Umland stammende Zeuge, der jetzt als Nebenkläger am Prozess teilnimmt.

Sieben Stiche in den linken Brustkorb

„Ich zeige dir, wo es Döner gibt“, soll der Obdachlose aus Kiel dem Radfahrer versprochen haben. Gemeinsam mit einem unbekannten Komplizen begleitete er den Zeugen in Richtung Norden. Als sich der Radfahrer gegen 2.30 Uhr auf Höhe der Holtenauer Straße 52 auf eine Bank setzte, soll der Mittäter nach einem vorher abgesprochenen Tatplan von hinten an das arg- und wehrlose Opfer herangetreten sein und ihm Pfefferspray direkt ins Gesicht gesprüht haben.

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Der Verletzte ging in die Hocke und krümmte sich zu einer Schutzhaltung zusammen. Mit den Worten „Die machen wir fertig, die Sau!“ sollen beide Angreifer mit beschuhten Füßen auf den Kopf des Opfers eingetreten haben. Mit einem Messer stachen die Täter mehrfach auf ihn ein. „Mindestens sieben Mal in den linken Brustkorb und mindestens sechs Mal in den linken Oberarm“, führte Staatsanwältin Hanna Schmücker-Borgwardt beim Verlesen der Anklage aus.

Opfer erlitt lebensgefährliche Verletzungen

Das Opfer erlitt demnach akut lebensgefährliche Stichverletzungen an Herz und Lunge und brach mit einem Pneumothorax zusammen. Ziel des Überfalls war ein Raub, hieß es: Die Angreifer zogen dem Radfahrer ein schwarzes Handy und eine Olympus Digitalkamera aus der Hosentasche. 

Nach dem Überfall soll der gebürtige Flensburger in Begleitung zweier Männer bei den Arkaden einem gehbehinderten Zeugen, der auf einer Bank saß, die Krücken weggenommen haben. Ob er Schläge wolle, wurde der Besitzer gefragt, als er Protest anmeldete.

Angeklagter will vor Gericht schweigen

Zum Prozessauftakt teilte der Verteidiger des in U-Haft sitzenden Angeklagten mit, sein Mandant bestreite die Vorwürfe. Er werde sich aber nicht zur Sache einlassen, sondern „durch Schweigen verteidigen“. Das Urteil könnte nach derzeitiger Planung Ende April verkündet werden.

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