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Kiel „Wir müssen auf die Titelseite“
Kiel „Wir müssen auf die Titelseite“
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18:53 25.02.2016
Von Anne Holbach
Foto: Die Schüler der Klasse 4c der Grundschule am Göteborgring haben als Nachwuchsjournalisten über den Besuch einer Zinnfiguren-Gießerei in Kronshagen berichtet. Sie haben auch Zinnfiguren mitgebracht, um sie aufzubauen und zu bemalen – wie hier Awras (links) und Hussein.
Die Schüler der Klasse 4c der Grundschule am Göteborgring haben als Nachwuchsjournalisten über den Besuch einer Zinnfiguren-Gießerei in Kronshagen berichtet. Sie haben auch Zinnfiguren mitgebracht, um sie aufzubauen und zu bemalen – wie hier Awras (links) und Hussein. Quelle: Thomas Eisenkrätzer
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„Es hat mir gefallen“ oder „Der Ausflug zu Herrn und Frau Rieger“ heißen die Schlagzeilen über den Erstlingswerken der Klasse 4c. Gemeinsam mit ihrem Lehrer Torsten Schmidt-Köhler haben die 20 Kinder am Vortag den Zinngießer Karl-Werner Rieger und seine Frau Evelin in Kronshagen besucht. Passend zu ihrem derzeitigen Lesebuch „Lanzelotta Rittertochter – Das große Turnier“ haben sie dort Ritterfiguren aus Zinn gegossen, die sie später anmalen wollen. Über ihren Ausflug haben die Viertklässler kurze Artikel verfasst: handgeschrieben mit Füller oder Bleistift und illustriert mit Buntstiftzeichnungen. Denn wie in der richtigen Zeitung sollen die Texte auch einen bunten Hingucker haben.

 „Herr Rieger hat 800 Formen von verschiedenen Zinnfiguren“, steht in Donikas Artikel. „Das Zinn war 400 Grad heiß“, weiß Julian noch. Und Finja beschreibt, wie die Formen aus Schieferplatten mit spitzen Werkzeugen ausgeritzt werden. Jedem Kind ist ein anderes Detail in Erinnerung geblieben – zum Beispiel die vielen kleinen Schubladen, in denen der Zinngießer seine Figuren aufbewahrt. Die Nachwuchsjournalisten haben alles gut beobachtet.

 Es gibt Lob von der Journalistin: „Die wichtigsten Fragen sind in den meisten Texten beantwortet.“ Was ist passiert? Wer war dabei? Wo und wann geschah das Ganze? Wie ist es abgelaufen? Und warum ist das geschehen? Die Antworten auf diese W-Fragen sollte ein guter Artikel immer beinhalten.

 Ein bisschen Kritik müssen sich die Schüler aber auch anhören. Fast alle Viertklässler haben aufgeschrieben, wie „cool“ oder „toll“ es bei den Riegers war. „Außer im Kommentar versuchen wir uns mit unserer eigenen Meinung zurückzuhalten“, erklärt Anne Holbach. Und Fotograf Thomas Eisenkrätzer ergänzt: „Journalisten schreiben die Artikel fast nie in der Ich-Form.“ Manche Schüler nicken aufmerksam, andere wollen den Besuchern jetzt lieber ihre selbstgemachten Zinnfiguren zeigen.

 Ein Frage brennt außerdem noch am Ende der Doppelstunde – die nach der Titelseite. Die Redakteurin muss die Kinder enttäuschen und erklärt, dass es auf die erste Seite der Zeitung nur die Nachrichten schaffen, die besonders wichtig sind. Am Ende entscheide darüber der Chefredakteur. „Gib mir mal die Nummer von deinem Boss“, sagt Hussein. „Ich sage ihm, dass wir auf die Titelseite müssen.“

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