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Kiel Beute sichergestellt, zwei Festnahmen
Kiel Beute sichergestellt, zwei Festnahmen
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18:29 29.03.2018
Von Niklas Wieczorek
Thomas Wolf, Leiter der Kriminalinspektion Neumünster, sitzt vor einer Projektion mit Fotos der sichergestellten Millionenbeute. Quelle: Carsten Rehder/dpa
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Kiel/Neumünster

Ermittlungserfolg für die Staatsanwaltschaft Kiel und die Kriminalpolizei Neumünster: Nachdem im Januar 2,3 Millionen Euro aus einem Geldtransporter verschwunden waren, hat die Polizei nun zwei Personen festgenommen. Einer der Inhaftierten ist einer der beiden Fahrer des Transporters. Mehr als zwei Millionen Euro konnten zudem sichergestellt werden. 

„Den Festgenommenen wird Diebstahl in einem besonders schweren Fall mit einer Waffe vorgeworfen“, sagte Oberstaatsanwalt Michael Bimler. Die Waffe tragen die Fahrer des Transporters aber stets bei sich. Man gehe nicht davon aus, dass sie zum Einsatz gekommen ist.

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Bereits kurz nach Bekanntwerden der fehlenden Millionen rückte der Fahrer des Sicherheitsunternehmens in den Fokus der staatsanwaltschaftlichen und polizeilichen Ermittlungsarbeit. Umfangreiche Beschattungen zeigten, dass er sich auffällig verhielt, offenbar mehr Geld zur Verfügung hatte und mit mehreren Autos unterwegs war, die nicht auf ihn zugelassen waren. 

Acht Durchsuchungen in Hamburg

Beamte führten schließlich am Mittwoch in Hamburg insgesamt acht Durchsuchungen durch: Dazu gehörten Wohnungen, Pkws und ein Wohnwagen, in denen die Verdächtigen unterwegs waren. Zollbeamte röntgen zudem die Fahrzeuge. Insgesamt stellten die Ermittler in den Wagen und Wohnungen mehr als zwei Millionen Euro sicher. Wo das übrige Geld in fünfstelliger Summe ist, wissen sie allerdings noch nicht. Die Ermittlungsarbeit dauert an.

Am gleichen Tag wurden der 40-jährige Fahrer und ein 47-jähriger Mann festgenommen, so Neumünsters Kripo-Chef Thomas Wolff. Der angenommene Komplize ist offenbar ein Freund des Fahrers. Eine Verbindung zum Geldtransporter-Unternehmen konnten ihm die Ermittler nicht nachweisen. Beide befinden sich in Polizeigewahrsam in Neumünster und sollen heute auf Antrag der Kieler Staatsanwaltschaft dem Haftrichter vorgeführt werden.

Die 2,3 Millionen Euro waren am 24. Januar 2018 auf dem Weg von Hamburg nach Kiel verschwunden. Beim Entladen des Geldtransporters wurden die fehlenden Geldkassetten bemerkt. Die Tat schien lange rätselhaft. Es kam zur Anzeige. Zudem wurde eine Belohnung ausgesetzt.

Tatablauf noch immer unklar

Die Ermittler geben offen zu, dass der genaue Ablauf der Tat weiterhin unklar ist: Der Halt des Transporters an einer Tankstelle in Kirchbarkau soll der Zeitpunkt sein, zu dem das Geld abhanden gekommen ist. „Der Wagen muss geöffnet worden sein. Das ist eine zwingende Logik“, sagte Wollff. Wie Oberstaatsanwalt Michael Bimler erläuterte, könne davon ausgegangen werden, dass der Komplize das Geld in Empfang nahm und abtransportierte. Doch bewiesen ist das nicht.

Nichtsdestotrotz stellte sich bei den Ermittlern ein zufriedenes Gefühl ein: „Die Tat hatte unseren sportlichen Ehrgeiz geweckt“, skizzierte Wolff. Sie war zwar von überschaubarem Ablauf und wirkte einfach – aber offenbar gut vorbereitet. Beide Beschuldigten äußerten sich bisher nicht, so die Ermittler.

Niklas Wieczorek 29.03.2018
Kristiane Backheuer 29.03.2018
Martina Drexler 29.03.2018