Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Kiel Aus für Minensucher „Hameln“
Kiel Aus für Minensucher „Hameln“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:35 15.12.2014
Von Frank Behling
Ende der Dienstzeit: Das Minensuchboot „Hameln“ (hier vor Laboe) wurde 1986 an der Weser auf Kiel gelegt. Quelle: Frank Behling
Kiel

Die „Hameln“ gehörte zu den fünf Hohlstablenkbooten der Klasse 352, von denen die Marine jetzt nur noch drei Exemplare hat. Die Zukunft der 54 Meter langen „Hameln“ ist offen. Möglicherweise wird das Boot verkauft. Vorerst bleibt die „Hamelnin Kiel und dient als Ersatzteilspender für andere Minensucheinheiten. Die „Hameln“ wurde am 18. Juni 1986 bei der Lürssen-Werft in Vegesack an der Weser auf Kiel gelegt. Sie war das erste komplett aus amagnetischem Stahl gebaute deutsche Minensuchboot. Die „Hameln“ und ihre neun folgenden Schwesterboote sollten nicht nur Minen räumen, sondern sie auch in großen Stückzahlen schnell legen können. In der Planungsphase der „Hameln“ befand sich der Kalte Krieg in der Ostsee auf dem Höhepunkt. Im Verteidigungskonzept der Nato kam den Booten die Blockade der dänischen Meerengen sowie des Fehmarnbelts durch das schnelle Auslegen von Minensperren zu. Diese Aufgabe war durch den Zusammenbruch der Sowjetunion bereits mit der Indienststellung des letzten Bootes 1991 hinfällig.

 In der Folgezeit wurden die „Hameln“ und die neun Schwesterboote aufgeteilt. Fünf Boote wurden zu Minenjagdbooten der Klasse 333 umgerüstet, die fünf anderen wurden nach zehn Jahren Einsatzzeit zu Hohlstablenkbooten der Klasse 352 umgebaut. Zu diesen fünf Booten gehörte auch die „Hameln“. Hohlstablenkboote sollen ferngesteuerte Räum-Drohnen des Typs „Seehund“ über Minenfelder führen und durch Magnetfelder die Minen zur Explosion bringen. In der Marine stehen für diese Aufgabe jetzt erstmals nur noch die drei in Kiel stationierten Hohlstablenkboote „Auerbach/Oberpfalz“, „Siegburg“ und „Pegnitz“ zur Verfügung. In Kiel sind weiterhin acht Minenjäger der Klasse 332 und zwei Minenjäger der Klasse 333 stationiert. Weiterhin gehören zwei Minentauchereinsatzboote sowie die drei Hohlstablenkboote zu den hier beheimateten Minenabwehreinheiten.