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Kiel Mitten in der Klimakrise: Kreuzfahrt-Rekord in Kiel
Kiel Mitten in der Klimakrise: Kreuzfahrt-Rekord in Kiel
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16:41 11.10.2019
Von Frank Behling
Die „Aidaperla“ wird ab 2021 auch nach Kiel kommen. Das moderne Kreuzfahrtschiff wird im kommenden Jahr mit dem größten Batteriepaket nachgerüstet, das es bislang auf dem Markt gibt. Quelle: Frank Behling
Kiel

Es sind Schiffe wie die „Aidaprima“ (4200 Plätze) und die „MSC Meraviglia“ (5400), die den neuen Rekord möglich gemacht haben. Wenn Kiel an diesem Wochenende den 800000. Kreuzfahrtpassagier der endenden Saison begrüßen kann, dann liegt es vor allem an der Größe der Schiffe, die in diesem Jahr nach Kiel gekommen sind. Gute Anbindung an Bahn- und Autobahnnetz und ein geschützter Hafen als idealer Ausgangspunkt für Fahrten in die Ostsee: Diese Kombination überzeugt immer mehr Reedereien.

Umweltschutz gewinnt rasant an Bedeutung

Dass Wachstum allein schon lange nicht mehr ausreicht, um glänzen zu können, ist dem Seehafen Kiel allerdings bewusst. Deshalb gewinnt der Umweltschutz rasant an Bedeutung. Kiel bekommt für 15 Millionen Euro die derzeit modernste und größte Landstromanlage in Europa. „60 bis 70 Prozent der Schiffe, die in unserem Hafen sind, sollen künftig mit Landstrom versorgt werden. Damit werden wir international eine Vorreiterrolle einnehmen“, sagte Seehafenchef Dirk Claus am Dienstagabend während einer Podiumsdiskussion zur Zukunft der Kreuzfahrt in Kiel. Ein wichtiger Aspekt für das künftige Wachstum sei die Verlegung von den meist sehr neuen Schiffen nach Kiel.

Einen Kommentar von Kristian Blasel zur Kreuzfahrtbranche lesen Sie hier

Die Reedereien reagieren positiv auf diese Signale. „Wir fühlen uns in Kiel sehr wohl. Im nächsten Jahr haben wir 65 Anläufe von unseren Schiffen in Kiel, das ist ein Bekenntnis zu Kiel. Ende des Jahres werden außerdem 12 von 14 unserer Schiffe in der Lage sein, Landstrom zu nehmen“, sagte Hansjörg Kunze, Sprecher der Reederei Aida. Und er legte gleich nach: Im nächsten Jahr wird auf der „Aidaperla“ das größte Batterie-Paket eines Kreuzfahrtschiffes installiert, das es bisher gibt. „Wir werden mit dem Schiff ab 2021 auch nach Kiel kommen“, versprach Kunze. Die „Aidaperla“ kann dann, je nach Geschwindigkeit, Teile der Reise im Batteriebetrieb fahren – und beispielsweise während der Hafeneinfahrten oder in Fjorden den Schadstoffausstoß ganz vermeiden.

Nabu lobt die Branche

Bei den Umweltschützern hält sich der Beifall dennoch in Grenzen. Während linke Gruppen und Fridays for Future Kreuzfahrten in jeder Form rundweg ablehnen, weil sie diese Art des Tourismus nicht wollen, gibt es vom Naturschutzbund Deutschland (Nabu) durchaus auch Lob für die Branche. „Die Kreuzfahrtreedereien, die in Deutschland aktiv sind, die tun schon sehr viel“, sagte Malte Siegert, Leiter Natur- und Umweltpolitik aus Hamburg.

Vor allem die Anstrengungen für die Nutzung von Landstrom, Flüssigerdgas LNG und Batterien wird dabei als Weg zu einem möglichst nachhaltigen Urlaub auf See gesehen. „Man muss anerkennen, das Reedereien wie Aida, TUI oder Hapag-Lloyd deutlich mehr machen, als viele Reedereien, die in anderen Teilen der Welt fahren“, so Siegert. Das sei das Ergebnis des Drucks von Umweltverbänden und der Öffentlichkeit, der in Deutschland eben viel höher sei als in anderen Ländern.

Kreuzfahrt soll Schaufenster für neue Technologien sein

Bei Aida verwies man auf die Investitionen. „Ein Schiff wie die ’Aidanova’ bedeutet ein Investment von einer Milliarde Euro“, so Kunze. Die in Papenburg gebauten Schiffe haben zudem überwiegend deutsche Technik an Bord. „Dazu gehören auch die MaK-Motoren, die hier in Kiel entwickelt und in Rostock montiert werden. Diese Dualfuel-Motoren gehören zu den modernsten ihrer Art. Wir haben uns 2013 als erste Reederei für diese Motoren entschieden“, sagt Kunze. „Das ist das, was wir uns auch wünschen: Dass die Kreuzfahrt ein Schaufenster für neue Technologien ist, die dann später auch in anderen Bereichen der Schifffahrt zum Einsatz kommen“, so Siegert.

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