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Kiel Staatsanwältin fordert Lebenslang
Kiel Staatsanwältin fordert Lebenslang
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17:02 29.01.2019
Der Angeklagte soll am 1. November 2017 mit seiner Frau in Streit geraten und im Beisein des Sohnes in Rage auf sie eingeschlagen haben, bis sie starb. Quelle: Carsten Rehder/dpa
Kiel

Im Indizienmordprozess gegen einen 48-jährigen Mann aus Schackendorf bei Bad Segeberg hat die Staatsanwältin eine lebenslange Freiheitsstrafe gefordert. Sie habe die Tat als Mord aus niedrigen Beweggründen charakterisiert, teilte ein Gerichtssprecher am Dienstag im Anschluss an die nicht-öffentliche Sitzung mit. Die Nebenklage habe sich dem Strafantrag angeschlossen.

Opfer starb an Schädel-Hirn-Trauma

Die Staatsanwältin hielt es den Angaben zufolge für erwiesen, dass der Angeklagte seine Ehefrau Anfang November 2017 nach einem Streit mit einem Zaunpfahl erschlug. Danach täuschte er laut Anklage ein Sexualdelikt vor und ließ die Leiche seiner Frau halb entkleidet auf einem Wirtschaftsweg liegen. Die 34-jährige Krankenschwester und Mutter eines inzwischen vierjährigen Sohnes starb an einem Schädel-Hirn-Trauma.

Die KN berichteten zum Thema

18. Dezember 2018: Detaillierte Zeugenvernehmungen und offene krimialtechnische Fragen: Prozess entwickelt sich zum Marathon

13. Dezember 2018: Sachverständiger erklärt Ehemann für "voll schuldfähig"

11. Dezember 2018: Nachbar berichtet vom Leichenfund

6. November 2018: Mehrstündige Befragungen einer Kriminalbeamtin und einer Rechtsmedizinerin

26. Oktober 2018: Prozess-Auftakt: Ehemann bestreitet Tat

25. Oktober 2018: Vor Prozessauftakt: Verteidiger hofft auf Freispruch

9. August 2018: Termin steht: So will die Staatsanwaltschaft den Angeklagten hinter Gitter bringen

7. Mai 2018: Mordanklage gegen Ehemann erhoben

9. November 2017: Wurde die Ehefrau in der Waschküche getötet?

6. November 2017: Ehemann bestreitet Tat weiterhin

4. November 2017: Haftbefehl gegen Ehemann erlassen

3. November 2017: Frauenleiche in Feldmark bei Schackendorf gefunden

Verteidiger will Freispruch beantragen

Der Angeklagte geriet rasch ins Visier der Ermittler, bestritt die Tat aber von Anfang an. Sein Verteidiger versuchte mit einer Vielzahl von Beweisanträgen die Unschuld seines Mandanten zu beweisen. Er kündigte bereits an, Freispruch zu beantragen und hält einen polnischen Staatsbürger für dringend tatverdächtig, dessen DNA-Spuren an dem Zaunpfahl gefunden wurden. Der Mann konnte aber trotz vielfacher Nachforschungen des Gerichts nicht aufgespürt werden.

Urteil soll am 26. Februar verkündet werden

Das Plädoyer des Verteidigers wird am 15. Februar erwartet. Auch sein Schlussantrag muss laut Gerichtsverfassungsgesetz ohne Öffentlichkeit stattfinden. Der Grund: Eine Zeugin hatte zum Schutz ihrer Persönlichkeitsrechte den Ausschluss der Öffentlichkeit während ihrer Aussage durchgesetzt. Das Urteil soll am 26. Februar verkündet werden - dann wieder öffentlich.

Von RND/dpa

Mit diesem Video haben wir 2017 über den Fall berichtet: 

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