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Kiel Sollten sparsame Haushalte belohnt werden?
Kiel Sollten sparsame Haushalte belohnt werden?
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16:08 11.07.2019
Von Steffen Müller
Die Stadt sucht nach Möglichkeiten, um die Müllgebühren in Kiel zu senken. Quelle: eis - Thomas Eisenkrätzer
Kiel

Nachdem ABK-Werkleiter Christian Schmitt im Gespräch mit KN-online vorgeschlagen hatte, das Geschäftsfeld des Abfallbetriebes zu erweitern, um aus einem größeren Personalpool schöpfen zu können, hat Jan Christoph Kersig, Geschäftsführer der Immobilienfirma Kersig, eine andere Idee. Auf seiner Facebook-Seite wirbt er für ein Model, das bereists in der deutschsprachigen Schweiz angewandt wird: das System der "Kehrichtsackgebühr".

Die Entsorgung finanziert sich – neben einer vergleichsweise geringen Grundgebühr – über den Vertrieb von Müllsäcken, jeder Haushalt kauft so viele Beutel – getrennt nach Bio, Plastik, Restmüll und Papier – wie er benötigt. Produziert ein Haushalt wenig Müll, muss er entsprechend weniger Säcke anschaffen. "Dieses System kann zu einem gerechteren Preisgefüge beitragen", findet die entsorgungspolitische Sprecherin der Kieler CDU-Ratsfraktion Constance Prange. Bislang setzen sich die Kosten aus unterschiedlichen Faktoren zusammen. Auch die Grünen sind in Person der umwelt- und abfallpolitischen Sprecherin Martina Baum der Meinung, dass es an der Zeit sei zu überlegen, ob sparsame Haushalte nicht belohnt werden müssten. Dafür sei die Partei laut Baum auch bereit, an "Fundamenten zu rütteln".

Die SPD-Fraktionsvorsitzende Gesa Langfeldt dagegen verweist darauf, dass beim ABK bereits Abfallsäcke zu kaufen seien, die auch vom ABK entsorgt werden würden. So kann ein Haushalt eine kleinere, günstigere Tonne haben, aber im Notfall aufstocken, sollte der Platz nicht reichen. Ein 110-Liter-Restmüllsack kostet 5,90 Euro. Langfeldt ist es außerdem wichtig zu erwähnen, dass die Müllgebühren seit Jahren nicht erhöht worden seien und sie im Vergleich zu den restlichen Nebenkosten für einen Haushalt nur einen geringen Teil ausmachten.

Ähnlich argumentiert Christina Musculus-Stahnke, die Fraktionsvorsitzende der FDP. "Die Höhe der Müllgebühren ist nur ein Faktor von mehreren, die in der Summe die Wohnnebenkosten ausmachen." Musculus-Stahnke spricht davon, dass die Bemühungen der Stadt, die Belastungen für die Bürger angemessen zu halten "ausdrücklich" zu erkennen seien. "Gleichwohl sollten mögliche Maßnahmen zur Kostensenkung oder auch alternative Modelle unvoreingenommen geprüft werden." Darüber, wie solche Modelle aussehen könnte, äußert sich die FDP-Politikerin nicht. "Eine Vorfestlegung in irgendeine Richtung wäre verfrüht."

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