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Kiel Stadtmuseum übernimmt alte Gießerei
Kiel Stadtmuseum übernimmt alte Gießerei
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12:12 29.11.2019
Von Annette Göder
Für ihn ist es ein großer Einschnitt: Sönke Petersen, Vorsitzender des Gießereivereins, hat den Betrieb des Museums entscheidend geprägt. Nun geht das Museum in die Verantwortung der Stadt über. Quelle: Annette Göder
Kiel-Dietrichsdorf

Die alte Gießerei gilt als das älteste originale Industriegebäude im Raum Kiel. Bis zur Stilllegung des Betriebs im Jahr 1980 haben Arbeiter dort rund 100 Jahre lang aus Messing, Kupfer oder Bronze Schiffszubehör wie Bullaugen oder Hebel gegossen. 

Doch was mit diesem historischen Zeugnis geschehen sollte, stand lange Zeit in den Sternen. Es war vorgesehen, die Gießerei in das auf dem Westufer geplante Industriemuseum zu überführen. Dieses Museum wurde nie gebaut. Die Fachhochschule überlegte, das Gebäude zu einem kulturellen Ort zu machen. Auch daraus wurde nichts.

Verbindung aus Fachwissen und Leidenschaft für Geschichte 

„Weder die Stadt noch das Land wollten die Sanierung und den Betrieb des Gebäudes übernehmen“, erzählt der 79-jährige Sönke Petersen, der damals Ortsbeiratsvorsitzender war. „Schließlich hieß es: Entweder das Gebäude geht an einen privaten Käufer, oder ein Verein übernimmt Verantwortung“, berichtet Petersen. „So haben wir den Gießereiverein gegründet.“ Das war 2003. Es folgte eine Zeit der Verhandlungen, bis der Verein die Gießerei zwei Jahre später übernommen hat. Unterschrieben wurde ein auf 15 Jahre ausgelegter Vertrag. Der Verein bemühte sich um Fördergelder. Petersen übernahm den Vorsitz, den er heute noch innehat. Im Verein trafen Fachwissen und Leidenschaft für die Geschichte des Stadtteils aufeinander. Sönke Petersen ist Geschichtskenner und im Stadtteil verwurzelt, Dieter Kohtz, der mittlerweile über 90 Jahre alt ist, hat als Professor an der Fachhochschule Gießereimechanik gelehrt, Armin Leppert ist Ausbildungsmeister in diesem Berufsfeld gewesen und Prof. Peter Hense Architekt. Der Verein zählte damals 120 Mitglieder, heute sind es rund 100. 

Etwa 1300 Veranstaltungen hat der Zusammenschluss bis jetzt auf die Beine gestellt, die von fast 50 000 Gästen besucht wurden. Highlights waren stets der Internationale Museumstag, die Museumsnacht und der Tag des offenen Denkmals. Jeden Sonntag standen die Türen offen, wobei mindestens einmal im Monat eine besondere Veranstaltung mit Rundgang und Schauvorführung lief. „Die Besucher haben eine Vorliebe für das Schaugießen und für die Möglichkeit, selbst beispielsweise den Kielfisch zu gießen“, so Petersen. Kinder kamen speziell beim Schokoguss zu Ostern, dem Familienerlebnistag, Führungen für Schulklassen und dem Geburtstagsangebot auf ihre Kosten. 

Der Verein hat keinen Nachwuchs gefunden

Der Vertrag läuft nun aus. „Wir haben keinen Nachwuchs gefunden und zum Teil gesundheitliche Probleme“, so Petersen. Kulturdezernentin Renate Treutel hat jüngst im Kulturausschuss erklärt, dass im Januar oder Februar ein Konzept für den Museumsbetrieb vorgestellt werden soll. „Geplant sind Führungen, Ausstellungen, Vorträge, Feste und weitere Angebote.“ Auch Gussvorführungen sollten möglichst weiter im Programm bleiben. „Wir suchen allerdings noch Fachleute, die dies beherrschen“, so Treutel

Petersen, der mit seinen Mitstreitern „mit Wehmut“ die Verantwortung für die Gießerei abgibt, hofft sehr, dass es weiterhin Gussaktionen und Angebote für Kinder geben wird. Der Verein, der nun ein Förderverein geworden ist, möchte nach Möglichkeit weiterhin vier Aktivitäten im Jahr umsetzen: zwei größere Schauvorführungen, zum Beispiel einen Glockenguss, sowie die traditionelle Veranstaltung zum 1. Mai und das „Bleigießen“. 

Auch in diesem Jahr wird am Dienstag, 31. Dezember, von 11 bis 13 Uhr „Bleigießen“ im Gießereimuseum (Grenzstraße 1) geboten. Bei der „Spökenkiekerei“ rund um Zinnguss und Sternzeichen mit Norbert Aust vom Theatermuseum und der Schauspielerin Marie Kienecker gibt es Musik und einen Imbiss. Erwachsene zahlen 15 Euro, Kinder 7,50 Euro Eintritt. Eine Anmeldung bis zum 18. Dezember unter Tel. 0431/202621 ist erforderlich. 

Auch nach dem Treffen mit Oberbürgermeister Ulf Kämpfer und Stadtbaurätin Doris Grondke in Kiel sind die Vorstände von Kleingartenverband und -vereinen weiter frustriert. „Man wirft uns Ehrenamtlern nur Knüppel zwischen die Beine“, meint der Vereinsvorsitzende in Schilksee, Gert Rehse.

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